Politik

Presseschau

"Trotz Demütigung überlebt"

Die britische Presse ist nicht zimperlich, und auch nach der überstandenen Misstrauensabstimmung im Parlament geht sie mit Theresa May hart ins Gericht.

Mittwoch, 16.01.2019   23:08 Uhr

Das britische Unterhaus hat Premierministerin Theresa May am Mittwochabend das Vertrauen ausgesprochen. Auch wenn sich das Ergebnis abgezeichnet hatte, fiel die Abstimmung letztlich nur knapp zugunsten von May aus. Sie hatte 325 Abgeordnete auf ihrer Seite und gewann so mit nur 19 Stimmen Vorsprung. Eine Niederlage in dem von Labour-Chef Jeremy Corbyn angestoßenen Votum hätte Neuwahlen bedeutet.

Die Reaktionen der britischen Medien auf das Misstrauensvotum ließen nicht lange auf sich warten. May habe "trotz der Demütigung beim Brexit-Votum" überlebt, schrieb der konservative "Telegraph" auf seiner Webseite.

Das konservative Boulevardblatt "Daily Mail" forderte die Premierministerin nach dem Votum auf, den Brexit weiter voranzutreiben. "Machen Sie jetzt weiter!", hieß es auf der Webseite der Zeitung.

Die liberale Boulevardzeitung "Daily Mirror" bescheinigte May angesichts des Ergebnisses, "nur knapp überlebt zu haben". Die Abgeordneten der nordirischen DUP, die mit Mays konservativer Partei in einer Koalition sind, hätten May "die Haut gerettet."

Die "Sun", auflagenstärkste Boulevardzeitung Großbritanniens mit einer traditionell anti-europäischen Haltung, ordnete die Abstimmung über die Zukunft der Premierministerin dagegen anders ein. Sie habe den Versuch des Labour-Chefs Jeremy Corbyn, Neuwahlen zu erzwingen, "beiseite gewischt" und könne nun den Brexit vorantreiben.

fek

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