Politik

Gipfel in Brüssel

Trump fordert von Nato-Partnern "enorme Mengen Geld"

US-Präsident Trump hat den Nato-Gipfel mit einer verbalen Attacke auf die Partner eröffnet. Viele Nationen müssten noch Geld "aus den vergangenen Jahren" nachzahlen.

AFP

US-Präsident Donald Trump (r.), Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Donnerstag, 25.05.2017   17:20 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat die anderen Nato-Länder eindringlich aufgefordert, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Viele der Verbündeten kämen ihren finanziellen Pflichten immer noch nicht nach, sagte Trump in Brüssel. Dies sei nicht fair gegenüber dem amerikanischen Steuerzahler.

23 von 28 Nato-Mitgliedern würden nicht zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben, sagte Trump. "Und viele dieser Nationen schulden enorme Mengen Geld aus den vergangenen Jahren."

Trump hatte die Nato im Wahlkampf immer wieder kritisiert und die Zukunftsfähigkeit des Bündnisses in Frage gestellt. Mittlerweile ist er von dieser Äußerung abgerückt. Er will aber, dass die anderen Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöhen.

Für Trump ist es der erste Nato-Gipfel. Die Agenda des Treffens im neuen Hauptquartier der Allianz wird von seinen Forderungen nach mehr Verteidigungsausgaben und einem stärkeren Engagement im Antiterrorkampf dominiert. Die Partner erhoffen sich von Trump im Gegenzug ein klares Bekenntnis zum Bündnis.

Kanzlerin Angela Merkel hatte zuvor die geplante Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben als ausreichend bezeichnet. Sie erinnerte daran, dass die Beschlüsse zur Steigerung der Verteidigungsausgaben im Bündnis nochmals bestätigt werden sollten. "Bestätigen heißt: Nicht mehr und nicht weniger", sagte Merkel.

Dass Trump seine Behauptung erneuerte, manche Länder "schuldeten" der Nato noch aus der Vergangenheit Geld, dürfte bei den Partnern für Irritation sorgen. Zum einen gibt es keinen Nato-Geldtopf, in dem noch Summen fehlen würden. Zum anderen hatte die Bundesregierung in Berlin zuletzt den Eindruck gewonnen, Trump habe seine Nachzahlungsforderung aufgegeben.

Dem ist nun offenbar doch nicht so.

cte/AFP/dpa

insgesamt 317 Beiträge
kritischer-spiegelleser 25.05.2017
1. Klar doch
Er fängt überall in der Welt Scharmützel an und die Nato bezahlt. Wie bisher auch!
Er fängt überall in der Welt Scharmützel an und die Nato bezahlt. Wie bisher auch!
lynx2 25.05.2017
2. Darum: Raus aus ...
.. der NATO! Jetzt reicht's! Auch deshalb wähle ich die LINKE!
.. der NATO! Jetzt reicht's! Auch deshalb wähle ich die LINKE!
novoma 25.05.2017
3. Immer noch im Wahlkampfmodus?
Gibt es denn niemanden, der Herrn Trump klar macht, dass der Wahlkampf vorbei ist, und es so langsam mal Zeit wird, tatsächlich mit dem Regieren anzufangen? Oder muss er zuhause davon ablenken, dass die Liste seiner Erfolge trotz [...]
Gibt es denn niemanden, der Herrn Trump klar macht, dass der Wahlkampf vorbei ist, und es so langsam mal Zeit wird, tatsächlich mit dem Regieren anzufangen? Oder muss er zuhause davon ablenken, dass die Liste seiner Erfolge trotz vollmundiger Ankündigungen bislang eher übersichtlich ist? Die übrigen Nato-Staaten sollten sich von diesem Dummschwätzer und Ankündigungsweltmeister jedenfalls nicht beeindrucken lassen.
bermany 25.05.2017
4. Der Topf ist leer
Es muss doch an irgend einer Stelle nachlesbar sein, welcher Partner mit welchen Beiträgen zu rechnen hat. Wenn es wie hier behauptet keinen Topf gibt, dann frage ich mich: wie finanziert sich die NATO eigentlich? Wenn doch, [...]
Es muss doch an irgend einer Stelle nachlesbar sein, welcher Partner mit welchen Beiträgen zu rechnen hat. Wenn es wie hier behauptet keinen Topf gibt, dann frage ich mich: wie finanziert sich die NATO eigentlich? Wenn doch, vielleicht unter einer anderen Bezeichnung, dann hat er ja möglicherweise recht. Selbst das ZDF bestätigte vor rund 30 Minuten seine Aussage. Wäre eine Aufklärung dieser Frage SPON nicht mal ein Artikel wert?
Pfaffenwinkel 25.05.2017
5. Diesen Schaumschläger
muss man nach Art von Merkel einfach aussitzen. Zurück im Weißen Haus wird Trump ganz andere Sorgen haben, schätze ich.
muss man nach Art von Merkel einfach aussitzen. Zurück im Weißen Haus wird Trump ganz andere Sorgen haben, schätze ich.
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