Politik

Trump-Kritik

EU-Ratspräsident Tusk fordert mehr Wertschätzung der USA

Kurz vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel meldete sich US-Präsident Donald Trump per Twitter: Die Ausgaben seien "nicht fair" für den amerikanischen Steuerzahler. EU-Ratspräsident Tusk mahnte die USA.

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EU-Ratspräsident Donald Tusk

Dienstag, 10.07.2018   14:00 Uhr

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seine Kritik an den Bündnispartnern bekräftigt: "Die USA zahlen ein Vielfaches mehr als jedes andere Land, nur um sie zu beschützen. Nicht fair für den amerikanischen Steuerzahler", schrieb er auf Twitter. Kurz darauf twitterte der US-Präsident: "NATO Länder müssen MEHR zahlen, die Vereinigten Staaten WENIGER. Sehr unfair!" Trump soll am Abend zum Nato-Gipfel in Brüssel eintreffen.

Doch auch die EU findet Trumps Haltung offenbar nicht ganz fair. "Liebes Amerika, schätzen Sie Ihre Verbündeten, denn schließlich haben Sie nicht so viele", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Putin könne der einfachste von allen werden, so Trump

Trump glaubt, dass das Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einfacher werden könnte, als der Nato-Gipfel und sein Besuch in Großbritannien: "Also ich habe Nato, ich habe das Vereinigte Königreich - das ist eine turbulente Situation. Und ich habe Putin. Offen gesagt könnte Putin der einfachste von allen sein", sagte er.

Auf die Frage eines Journalisten, ob der russische Präsident ein Freund oder ein Feind sei, sagte Trump: "Meines Erachtens ist er ein Konkurrent. Ich denke, dass es gut ist, mit Russland klarzukommen, mit China klarzukommen."

Nato bekräftigt Zusammenarbeit mit EU

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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Die Nato-Spitze hat vor dem Gipfel ihre Unterstützung für den Ausbau der Verteidigung der EU bekundet. EU-Ratspräsident Tusk, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker unterzeichneten am Dienstag in Brüssel eine gemeinsame Erklärung, in der die beiderseitige Zusammenarbeit bekräftigt wird.

Die EU-Pläne für eine verstärkte Verteidigungszusammenarbeit und einen europäischen Verteidigungsfonds "werden auch die Nato stärken", heißt es. Von beiden Organisationen entwickelte Fähigkeiten müssten aber "komplementär" bleiben.

Auch Deutschland bleibt hinter Forderung zurück

Trump wirft anderen Natomitgliedern seit längerem vor, nicht genügend Geld in die Verteidigung zu investieren. Der Streit darüber überschattet das Spitzentreffen der Militärallianz, das am Mittwoch und Donnerstag in der belgischen Hauptstadt stattfindet. Auch die Bundesregierung verfehlt das von Trump geforderte Zwei-Prozent-Ziel - dieses Jahr werden die Ausgaben für die Verteidigung voraussichtlich 1,24 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung betragen.

höh/dpa/AFP

insgesamt 10 Beiträge
hpr 10.07.2018
1. Alternative Loesung
Statt zu meckern das Europa zu wenig ausgibt kann der Herr Trump ja einfach seine Ausgaben entsprechend angleichen. Wenn er (zu recht) meint das die USA zu viel fuer Waffen ausgeben dann spendiere halt weniger und benutze das [...]
Statt zu meckern das Europa zu wenig ausgibt kann der Herr Trump ja einfach seine Ausgaben entsprechend angleichen. Wenn er (zu recht) meint das die USA zu viel fuer Waffen ausgeben dann spendiere halt weniger und benutze das gesparte Geld um in Schulen und Infrastruktur zu investieren. Gebrauchen koennten wir das hier drueben (Ich lebe in Florida nicht weit von Trump's Protz Villa) auf jeden fall.
2wwk 10.07.2018
2. LOL, mehr Wertschaetzung von Europa
die Wertschaetzung ist ueber 100 Milliarden Plus fuer Europa im Warenaustausch und dass die USA riesige Verteidigungslasten fuer Europa zahlt. Was will denn Tusk noch mehr an Wertschaetzung! ...
die Wertschaetzung ist ueber 100 Milliarden Plus fuer Europa im Warenaustausch und dass die USA riesige Verteidigungslasten fuer Europa zahlt. Was will denn Tusk noch mehr an Wertschaetzung! ...
dxy867 10.07.2018
3. EU-Armee überfällig
Trump hat Recht, aber koordinierte Militärausgaben der 27 EU-Staaten (selbstverständlich müssen alle Militärs fliessend englisch können) würden wesentlich mehr bringen als jeder Kleckerhaushalt. Dann noch Schiebungen und [...]
Trump hat Recht, aber koordinierte Militärausgaben der 27 EU-Staaten (selbstverständlich müssen alle Militärs fliessend englisch können) würden wesentlich mehr bringen als jeder Kleckerhaushalt. Dann noch Schiebungen und nationale Kleinkrämereien lassen den größten Teil des Geldes versacken. Eine EU-Armee muss von Brüssel gesteuert werden. Trump hat überhaupt nicht Recht, seinen Etat aufzublähen, wo der schon der größte war. Das Geld fehlt in den USA an jeder Ecke. Soziale Brennpunkte, Wassernot in Kalifornien und Florida, marode Deiche, Lake Okeechobee marode....
apasionado 10.07.2018
4. Wir können uns selbst schützen und müssen nicht den Umweg
über die Finanzierung der amerikanischen Rüstungsindustrie gehen. Denn nur darum geht es Herrn Trump. Im Zweifel macht er im entscheidenden Moment eine Volte und lässt die Europäer dann doch links liegen. Wie in allen anderen [...]
über die Finanzierung der amerikanischen Rüstungsindustrie gehen. Denn nur darum geht es Herrn Trump. Im Zweifel macht er im entscheidenden Moment eine Volte und lässt die Europäer dann doch links liegen. Wie in allen anderen Fällen der letzten Monate auch. Wenn wir als Europäer klare Ziele einer gemeinsamen Verteidgung(-politilk) und damit auch allfällige Bedrohungen definieren, werden wir mit wesentlich weniger Geld auskommen, als Herr T. uns glauben macht. Die Herren Tusk, Juncker und andere sollten sich nicht zum Pudel von Herrn T. machen und statt dessen die zur Verfügung stehenden Mittel sinnvoll, koordiniert und zielgerichtet ausgeben. Frieden zu erreichen und zu bewahren hängt von wesentlich anderen Aspekten ab, als Herr Trump uns erzählt. Leider haben er und mit ihm die Mehrzahl der Amerikaner das noch nicht begriffen. Wenn es einen günstigen Zeitpunkt gibt, das zu beweisen, dann jetzt.
Beat Adler 10.07.2018
5. Wertschaetzung?
2wwk Heute, 14:56 2. LOL, mehr Wertschaetzung von Europa die Wertschaetzung ist ueber 100 Milliarden Plus fuer Europa im Warenaustausch und dass die USA riesige Verteidigungslasten fuer Europa zahlt. Was will denn Tusk noch mehr [...]
2wwk Heute, 14:56 2. LOL, mehr Wertschaetzung von Europa die Wertschaetzung ist ueber 100 Milliarden Plus fuer Europa im Warenaustausch und dass die USA riesige Verteidigungslasten fuer Europa zahlt. Was will denn Tusk noch mehr an Wertschaetzung! ............................... In Europa trinkt niemand Coca Cola in einem McDonalds. Apple, Microsoft, Google, Yahoo, Intel, facebook, twitter und wie sie alle heissen gibt es in Europa auch nicht! Wirklich? Europa vernachlaessigt die USA ungemein! Europa zeigt keinerlei Wertschaetzung, wirklich boese!

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