Politik

Treffen in Washington

Trump sieht Anti-IS-Koalition kurz vor dem Sieg

Schon in den kommenden Tagen werde der "Islamische Staat" auch die letzten seiner Gebiete in Syrien und im Irak verlieren, sagt US-Präsident Trump beim Treffen der Anti-IS-Koalition. Die Miliz bleibe aber auch danach gefährlich.

REUTERS

Donald Trump

Donnerstag, 07.02.2019   09:46 Uhr

Die 79 Mitglieder der internationalen Koalition im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) haben sich in einer gemeinsamen Erklärung zur endgültigen Eliminierung der Terrormiliz bekannt. "Gemeinsam sind wir fest vereint in unserem Aufschrei über die Gräuel des IS und in unserer Entschlossenheit, diese globale Bedrohung zu eliminieren und ihre falschen und zerstörerischen Ziele hinter uns zu lassen", heißt es in dem Papier. Es wurde nach einem Treffen der Anti-IS-Koalition in Washington veröffentlicht.

US-Präsident Donald Trump rechnet bereits in naher Zukunft mit einer vollständigen Rückeroberung des einst von der Terrormiliz IS gehaltenen Gebiets in Syrien und dem Irak. Eine entsprechende Erklärung seiner Regierung könnte womöglich bereits in der kommenden Woche erfolgen, sagte Trump am Mittwoch bei einem Außenministertreffen der Anti-IS-Koalition in Washington.

Das US-Militär, dessen Koalitionspartner und die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten nahezu das gesamte Territorium befreit, auf dem der IS sein "Kalifat" ausgerufen hatte. "Ihr Land ist weg, das ist ein wichtiger Faktor, ihr Land ist weg", fügte er hinzu. "Sie haben nur noch Überreste, aber Überreste können sehr gefährlich sein."

Trump hatte im Dezember angekündigt, die derzeit noch rund 2000 US-Soldaten in Syrien abzuziehen. Einen Zeitplan hat er bislang nicht vorgelegt. Am Mittwoch bekräftigte er die Abzugspläne. "Wir freuen uns darauf, unsere Kämpfer in Syrien sehr herzlich zu Hause zu begrüßen." Er betonte vor den Außenministern der Koalition aber, der Abzug bedeute nicht das Ende des US-Engagements im Kampf gegen den IS. "Wir werden mit Ihnen noch viele Jahre zusammenarbeiten." Er gehe davon aus, dass die Überreste des IS dabei "kleiner und kleiner und kleiner" würden.

Laut US-Außenminister Mike Pompeo ist die Terrormiliz weiter eine "Bedrohung". Bundesaußenminister Heiko Maas hatte vor der Konferenz vor einem Machtvakuum nach einem Abzug der US-Soldaten aus Syrien gewarnt. Die Gefahr, die vom IS ausgehe, sei "bei Weitem nicht gebannt". Die internationale Koalition wurde 2014 gegründet, sie umfasst 74 Staaten und fünf internationale Organisationen.

AFP

Trump-Rede beim Treffen der Anti-IS-Koalition

Pompeo forderte die anderen Mitglieder der Koalition auf, ausländische Kämpfer der Terrormiliz, die Staatsbürger dieser Länder sind, zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Es müsse sichergestellt werden, dass der IS für seine Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen werde und Opfer der Terrormiliz Gerechtigkeit erfahren könnten, sagte der US-Außenminister. Auch deutsche Staatsbürger hatten sich dem IS angeschlossen.

Maas sagte am Mittwoch mit Blick auf Syrien, es sei wichtig, "dass es insbesondere im Nordosten und in Idlib zu keiner militärischen Großoffensive kommt. Das würde ein humanitäres Desaster verursachen." Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mehrfach damit gedroht, im Nordosten gegen die von der Kurdenmiliz YPG angeführten SDF vorzugehen. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation ein.

Idlib im Nordwesten des Landes ist die letzte große Hochburg der Oppositionsgruppierungen, die gegen die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad kämpfen. Ein von Russland und der Türkei unterstützter Waffenstillstand besteht seit September, wird jedoch häufiger missachtet.

aar/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
vorsicht 07.02.2019
1.
„Idlib im Nordwesten des Landes ist die letzte große Hochburg der Oppositionsgruppierungen“ . Was will man dem Leser verkaufen? In Idlib herrscht die Dschihadistenmiliz HTS. Werden die von uns unterstützt? Verbreitet wird [...]
„Idlib im Nordwesten des Landes ist die letzte große Hochburg der Oppositionsgruppierungen“ . Was will man dem Leser verkaufen? In Idlib herrscht die Dschihadistenmiliz HTS. Werden die von uns unterstützt? Verbreitet wird solch ein Schwachsinn, obwohl genügend andere Informationsquellen verfügbar sind. https://www.jungewelt.de/artikel/348134.verschiedene-ziele.html
vorsicht 07.02.2019
2.
Hier noch ein Schmankerl, wie Dschihadisten zu Waffen und Kriegsgerät kommen. https://www.welt.de/politik/ausland/article188342109/Jemen-USA-bewaffnen-aus-Versehen-al-Qaida-nahe-Milizen.html
Hier noch ein Schmankerl, wie Dschihadisten zu Waffen und Kriegsgerät kommen. https://www.welt.de/politik/ausland/article188342109/Jemen-USA-bewaffnen-aus-Versehen-al-Qaida-nahe-Milizen.html
WoRiDD 07.02.2019
3. "Schon in den kommenden Tagen werde der "Islamische Staat"..."
Der IS wird höchstens zurückgedrängt, um sich dann wieder neu zu formieren. Mit Krieg und Bomben ist dem nicht beizukommen. Die betroffenen Länder müssen aus eigener Kraft einen Weg finden. Es wird dort keine übergestülpte [...]
Der IS wird höchstens zurückgedrängt, um sich dann wieder neu zu formieren. Mit Krieg und Bomben ist dem nicht beizukommen. Die betroffenen Länder müssen aus eigener Kraft einen Weg finden. Es wird dort keine übergestülpte "westliche Demokratie" geben.
mhuz 07.02.2019
4.
Wenn Trump das sagt, wird es auch stimmen.
Wenn Trump das sagt, wird es auch stimmen.

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