Politik

Spanien

160.000 Demonstranten fordern Aufnahme von mehr Flüchtlingen

Die spanische Regierung hatte sich zur Aufnahme von Tausenden von Flüchtlingen verpflichtet. Aufgenommen hat sie nur einen Bruchteil. Das trieb in Barcelona Zehntausende auf die Straße.

DPA
Samstag, 18.02.2017   22:20 Uhr

Bei einer Großdemonstration in Barcelona haben Zehntausende Menschen die spanische Regierung zur Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Kriegsgebieten aufgerufen. Die Polizei bezifferte die Teilnehmerzahl auf rund 160.000. Die Veranstalter sprachen sogar von einer halben Million Menschen.

Zu der Massenkundgebung hatte die Nichtregierungsorganisation "Casa Nostra Casa Vostra" (Unser Haus ist euer Haus) aufgerufen. Sie stand unter dem Motto: "Schluss mit den Ausreden! Nehmen wir sie jetzt auf!" Die Teilnehmer des Protestzuges durch die katalanische Metropole hielten Schilder mit Parolen wie "Öffnet die Grenzen" und "Genug der Ausreden".

Die Organisatoren hatten die Teilnehmer gebeten, blaue Kleidung und blaue Flaggen zu tragen, damit der Menschenzug, der sich seit dem Nachmittag in Richtung des Zentrums der katalanischen Metropole bewegte, wie eine große Welle wirke. Spanien und die EU müssten endlich ihrer Verpflichtung nachkommen, Not leidenden Menschen aus Konfliktregionen Zuflucht zu gewähren und eine integrative Gesellschaft aufzubauen, hieß es.

Die konservative Regierung von Mariano Rajoy hatte sich 2015 verpflichtet, mehr als 17.000 Asylbewerber aufzunehmen. Dies ist Teil eines Umverteilungsplans, auf den sich die EU verständigt hatte. Bislang nahm Spanien im Rahmen dieses Plans jedoch erst 1100 Flüchtlinge auf.

Die linke Bürgermeisterin der zweitgrößten Stadt Spaniens, Ada Colau, hatte die Bürger aufgefordert, massenhaft an der Demonstration teilzunehmen. Der Protestzug endete symbolisch am Mittelmeer, in dem allein im vergangenen Jahr 5000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa ertrunken sind.

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asa/dpa/AFP

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