Politik

Prozess in Malta

Kapitän der "Lifeline" darf nach Deutschland ausreisen

Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" steht in Malta vor Gericht. Die Insel darf er eigentlich nicht verlassen - doch nun machte die Justiz offenbar eine Ausnahme.

REUTERS

Claus-Peter Reisch

Mittwoch, 11.07.2018   18:25 Uhr

Der Kapitän des vor Malta liegenden Rettungsschiffs "Lifeline" darf nach Deutschland reisen. Das Gericht gab einem Antrag von Claus-Peter Reisch statt. Reisch wollte einem Medienbericht zufolge Malta für einige Tage verlassen, um zu seiner betagten Mutter nach Deutschland zu fliegen.

Dem Kapitän wird vorgeworfen, das Rettungsschiff ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert zu haben. Deshalb muss er sich vor Gericht verantworten. Reisch kann sich auf Malta zwar frei bewegen, durfte die Insel aber bisher nicht verlassen.

Das Rettungsschiff "Lifeline" der in Dresden ansässigen Hilfsorganisation Mission Lifeline war fast eine Woche auf dem Meer blockiert, nachdem die Besatzung rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte. (Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier.) Erst nach der Vereinbarung, dass die Migranten unter EU-Ländern aufgeteilt werden, erlaubte Malta die Einfahrt in einen Hafen.

Malta hat inzwischen seine Häfen für andere Rettungsschiffe geschlossen und blockiert damit auch das Auslaufen der "Sea Watch 3", des Boots einer anderen deutschen Organisation.

Der nächste Prozesstermin für Reisch ist am 30. Juli, teilte Neil Falzon, Rechtsvertreter des Kapitäns, mit. Reisch werde kurz vor der Anhörung nach Malta zurückkehren, sagte Falzon.

mho/dpa

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