Politik

Maria Butina

In den USA inhaftierte Russin gesteht Agententätigkeit

Seit sechs Monaten sitzt Maria Butina in einem US-Gefängnis - nun hat sie vor Gericht eingeräumt, für Moskau in den USA als Agentin gearbeitet zu haben. Demnach wollte sie die Waffenlobby infiltrieren.

Social Media via REUTERS

Maria Butina

Donnerstag, 13.12.2018   20:57 Uhr

Schuldeingeständnis für geringere Haftstrafe: Eine in den USA inhaftierte Russin hat sich der illegalen Agententätigkeit für schuldig bekannt. Maria Butina räumte vor einem Bundesgericht in Washington ein, zwischen 2015 bis zu ihrer Festnahme im Juli 2017 unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben, wie US-Medien übereinstimmend berichteten.

Im Gegenzug für das Geständnis habe die Staatsanwaltschaft der 30-Jährigen eine niedrigere Strafe in Aussicht gestellt.

Butina, die sich als Waffenrechtsaktivistin aktiv war, soll unter anderem versucht haben, die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Die NRA steht Republikanern von US-Präsident Donald Trump nahe. Bei der Anhörung am Donnerstag beschuldigte die Staatsanwaltschaft Butina nach Angaben des Senders CNN, sie habe versucht, "inoffizielle Kommunikationswege mit Amerikanern zu etablieren, die Macht und Einfluss auf die US-Politik haben".

Lawrow forderte Freilassung

Das Verfahren gegen Butina geht nicht auf die Russland-Untersuchungen von FBI-Ermittler Robert Mueller zurück. Mueller untersucht mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Präsidentschaftswahlkampf 2016. US-Geheimdienste werfen Russland eine versuchte Einflussnahme auf die US-Wahlen 2016 vor.

Butina war mit einem Studentenvisum in den USA und in Washington immatrikuliert. Die US-Bundespolizei FBI hielt das Studium für eine Tarnung der Agententätigkeit. Nach ihrer Festnahme war gegen Butina Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr verhängt worden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte die Freilassung Butinas gefordert und die Anschuldigungen als fabriziert bezeichnet. Das russische Außenministerium startete eine Internetkampagne zur Freilassung. Es ersetzte das Profilbild des englischsprachigen Twitter-Accounts des Ministeriums mit einem Foto Butinas. Auch am Donnerstag war Butinas Foto dort noch das Profilbild.

CNN berichtete, Butina drohe bis zu fünf Jahren Haft. Sie werde vermutlich nach Absitzen eines Teils der Strafe abgeschoben werden.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels lautete die Überschrift: "In den USA inhaftierte Russin gesteht Spionage". Das ist unzutreffend. Wir haben den Fehler korrigiert.

mho/dpa

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