Politik

Europawahlen 2019

Müller bringt Schulz als Spitzenkandidat ins Spiel

Comeback für Martin Schulz? Im SPIEGEL zeigt sich Berlins Regierungschef Michael Müller offen dafür, den Ex-Parteichef als Spitzenkandidat für die Europawahl 2019 ins Rennen zu schicken.

picture alliance/ Gregor Fische

Sozialdemokraten Schulz, Müller

Samstag, 12.05.2018   08:06 Uhr

In der SPD wird der Ruf laut, Ex-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Spitzenkandidatur für die Europawahlen im Jahr 2019 zu übertragen. "Martin Schulz ist der deutsche Europapolitiker schlechthin", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller dem SPIEGEL: "Er steht und brennt für dieses Thema. Das nicht zu nutzen wäre fahrlässig." (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

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Heft 20/2018
Goodbye, Europe!

Müller betonte, Schulz selbst müsse darüber entscheiden, ob er Kandidat werden wolle. "Ich hoffe auf jeden Fall, dass er in der SPD und darüber hinaus weiter die laute und engagierte Stimme Europas bleibt." Schulz habe das Thema Europa in die Partei getragen: "Vom kleinsten Ortsverein bis in die Parteizentrale bewegt es uns - mit größerer Leidenschaft und Sensibilität als je zuvor."

Schulz hatte sich zuletzt wieder öffentlich in die Diskussion eingeschaltet. Auf dem SPD-Parteitag in Wiesbaden überraschte er die Genossen mit einem leidenschaftlichen Appell dafür, an den Europaplänen des Koalitionsvertrags festzuhalten. Dem Vernehmen nach sorgt sich der Ex-Kanzlerkandidat, dass aufgrund der Skepsis in den Reihen der Union auch seine eigene Partei von den Reformvorhaben abrücken könne.

Müller rief die SPD im SPIEGEL-Interview zudem zu einer schonungslosen Debatte über ihre Reformpolitik auf. "Das Grundvertrauen in die SPD als soziale Partei ist verloren gegangen", sagte Müller. "Viele Menschen empfinden die Hartz-Gesetze per se als ungerecht. Bis heute werden wir damit konfrontiert. Wenn wir uns an dieser Stelle nicht ehrlich machen, geht das immer so weiter. Darauf habe ich keine Lust."

Er warnte die Parteispitze davor, die Diskussion über ein Ende von Hartz IV zu stoppen. "Zu glauben, dass wir die Diskussion, die wir seit Monaten führen, auf Null stellen können, hat keinerlei Grundlage", so Müller. Berlins Regierungschef hatte zuletzt eine Debatte über das solidarische Grundeinkommen angestoßen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und schon heute ab 18 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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vme

insgesamt 66 Beiträge
OrangAsli 12.05.2018
1. Hervorragender Vorschlag
um die SPD endgültig in die Bedeutungslosigkeit zu katapultieren. Ich habe mittlerweile jegliche Hoffnung aufgegeben, denn die SPD Führung ist ganz offensichtlich völlig von der Realität abgekoppelt.
um die SPD endgültig in die Bedeutungslosigkeit zu katapultieren. Ich habe mittlerweile jegliche Hoffnung aufgegeben, denn die SPD Führung ist ganz offensichtlich völlig von der Realität abgekoppelt.
Papazaca 12.05.2018
2. Krachender Verlierer erneuert die SPD
Wenn man so eine Kommentar liest, muß man am gesunden Menschenverstand so einiger SPD-Politikern stark zweifeln. Ganz ehrlich, wer soll denn Euch und die SPD denn noch ernst nehmen? Ab in die Muppet show!
Wenn man so eine Kommentar liest, muß man am gesunden Menschenverstand so einiger SPD-Politikern stark zweifeln. Ganz ehrlich, wer soll denn Euch und die SPD denn noch ernst nehmen? Ab in die Muppet show!
noway2go 12.05.2018
3. Absolut unverständlich
Aha, jetzt soll derjenige, der der SPD das schlechteste Wahlergebnis verpasst hat, laut SPIEGEL eigenen Recherchen von Larmoyanz erfüllt ist auf einen sehr gut bezahlten Kuschelsitz wieder nach Europa gesetzt und belohnt werden? [...]
Aha, jetzt soll derjenige, der der SPD das schlechteste Wahlergebnis verpasst hat, laut SPIEGEL eigenen Recherchen von Larmoyanz erfüllt ist auf einen sehr gut bezahlten Kuschelsitz wieder nach Europa gesetzt und belohnt werden? Gehts noch? Mal abgesehen von meiner privaten Meinung, daß ich jemanden, der Schulden der EU Länder sozialisieren und im wesentlichen dem deutschen Steuerzahler aufbürden will, für unwählbar halte.
remixbeb 12.05.2018
4. richtig
Auch wenn jetzt gleich die Kommentare kommen werden, wie man so etwas bei seinen Niederlagen in Betracht ziehen kann, halte ich es für richtig. Schulz hat in Europa einen guten Job gemacht und auch kontroverse Themen [...]
Auch wenn jetzt gleich die Kommentare kommen werden, wie man so etwas bei seinen Niederlagen in Betracht ziehen kann, halte ich es für richtig. Schulz hat in Europa einen guten Job gemacht und auch kontroverse Themen angesprochen. Es ist nur folgerichtig, dass er den Job wieder übernehmen soll.
Kurt2.1 12.05.2018
5. .
Was ist los mit Herrn Müller? Fühlt er sich zu Höherem berufen, oder wozu dieser Drang in die Öffentlichkeit? Bei der Wahl zum SPD-Vorsitzenden fiel er nicht auf. Was soll also nun diese Drängelei? Ist Berlin zu klein [...]
Was ist los mit Herrn Müller? Fühlt er sich zu Höherem berufen, oder wozu dieser Drang in die Öffentlichkeit? Bei der Wahl zum SPD-Vorsitzenden fiel er nicht auf. Was soll also nun diese Drängelei? Ist Berlin zu klein geworden?

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