Politik

Nach Trumps Jerusalem-Entscheidung

Hamas-Anführer ruft zu neuer Intifada auf

Die Antwort war erwartet worden: Nachdem US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt hat, ruft die im Gazastreifen herrschende Terrororganisation Hamas eine neue Intifada aus.

AFP

Hamas-Kämpfer im Gazastreifen

Donnerstag, 07.12.2017   14:22 Uhr

Die Hamas ruft zu einem neuen Aufstand der Palästinenser gegen Israel auf. Die neue Intifada sollte ins Herz des "zionistischen Feindes" getragen werden, sagt Hamas-Anführer Ismail Hanija in einer Rede im Gazastreifen.

Im Gazastreifen protestierten bereits am Mittwochabend mehrere Tausend Menschen gegen Trumps Entscheidung. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Demnach verbrannten die Demonstranten Flaggen der USA und Israels und sangen Parolen wie "Nieder mit Amerika" oder "Tod für Israel".

Donald Trump hatte Jerusalem am Mittwoch als Hauptstadt Israels anerkannt. "Heute erkennen wir das Offensichtliche an - dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist", sagte er in einer live im Fernsehen übertragenen Rede. Zudem kündigte der US-Präsident an, die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. "Dieser Prozess beginnt sofort", sagte Trump.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem den arabisch geprägten Ostteil der Stadt erobert und später annektiert. Der jüdische Staat beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser sehen in Ostjerusalem ihre künftige Hauptstadt.

In ganz Jerusalem leben nach Angaben des Zentralen Israelischen Statistikbüros ungefähr 866.000 Menschen, davon 542.000 Juden und 323.700 christliche und muslimische Araber. In Ostjerusalem leben heute schätzungsweise mehr als 200.000 Israelis und rund 300.000 Palästinenser. Im Nahen Osten demonstrierten Tausende Menschen gegen die US-Entscheidung.

Video: Palästinenser protestieren gegen Trump-Entscheidung

Foto: AFP

dop/Reuters

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