Politik

Nato-Generalsekretär

Vertrag mit Stoltenberg um zwei Jahre verlängert

Dass er bleiben würde, galt als sicher. Nun steht fest, wie lange Jens Stoltenberg noch Chef der Nato bleibt: Das Militärbündnis hat den Vertrag des Norwegers um zwei Jahre verlängert.

AFP

Nato-Generalsekretär Stoltenberg

Dienstag, 12.12.2017   14:21 Uhr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bleibt im Amt. Die Staaten haben den Vertrag des Norwegers einstimmig um zwei Jahre verlängert. Er wäre nach vier Jahren eigentlich im September des kommenden Jahres ausgelaufen - eine Verlängerung galt als sicher.

Stoltenberg ist seit dem 1. Oktober 2014 Generalsekretär des Militärbündnisses. Die Bundesregierung hatte sich bereits in der vergangenen Woche für eine Verlängerung seiner Amtszeit ausgesprochen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Sigmar Gabriel warben öffentlich dafür, weiter auf den 58 Jahre alten ehemaligen Regierungschef zu setzen.

"Er hat nicht nur großartige Arbeit geleistet, die Nato zu modernisieren und ihre Strukturen an die veränderte Sicherheitslage anzupassen", sagte die CDU-Politikerin. Gabriel verwies darauf, dass Stoltenberg das Bündnis "in einer schwierigen Phase erfolgreich und mit klarem Kompass" geführt habe. "Dies gilt nicht nur im Verhältnis zu Russland, sondern auch mit Blick auf eine Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der Nato und der EU", so Gabriel.

Es ist nicht unüblich, dass die zweite Amtszeit eines Nato-Generalsekretärs kürzer ausfällt. In der Vergangenheit waren die Amtsperioden der Bündnis-Chefs schon mehrfach um je ein Jahr verlängert worden. So war Stoltenbergs Vorgänger Anders Fogh Rasmussen aus Dänemark insgesamt gut fünf Jahre im Amt. Auch über eine Nachfolge Stoltenbergs wird laut SPIEGEL-Informationen bereits spekuliert, ein Name fällt dabei häufiger: Ursula von der Leyen.

Stoltenberg zeigte sich "geehrt und dankbar", dass die 29 Alliierten sein Mandat verlängerten. Er freue sich darauf, seine Arbeit fortzusetzen, "die Allianz zu stärken und für die Sicherheit unserer Bürger zu sorgen".

Stoltenberg hat die Nato in einer der schwierigsten Phasen nach dem Ende des Kalten Krieges geführt. Nach der Annexion der Krim durch Russland 2014 musste er erstmals wieder eine militärische Aufrüstung des träge gewordenen Bündnisses organisieren. Das Wort Abschreckung geht ihm heute wieder wie eine Selbstverständlichkeit über die Lippen.

brk/dpa

insgesamt 13 Beiträge
fabiofabio 12.12.2017
1. Rasmussen und Stoltenberg
sind oder waren wirklich unangenehme Lautsprecher der NATO. Überall und jederzeit schrien/schreien sie in jedes Mikrofon, das rumsteht. Unter Stoltenberg hat sich das soweit entwickelt, dass man den Eindruck hat, Europa sei im [...]
sind oder waren wirklich unangenehme Lautsprecher der NATO. Überall und jederzeit schrien/schreien sie in jedes Mikrofon, das rumsteht. Unter Stoltenberg hat sich das soweit entwickelt, dass man den Eindruck hat, Europa sei im Krieg und Stoltenberg sei der politische Führer Europas. Beide sind äusserst unangenehme Leute, sicher keine Aushängeschilder ihrer Länder.
austriacus39 12.12.2017
2. Wenn ich so nachdenke,
dann passt Stoltenberg gut zur NATO. Aber vielleicht war einfach niemand sonst an einem Posten interessiert, von dem man munkelt, es könnte ihn bald nicht mehr geben.
dann passt Stoltenberg gut zur NATO. Aber vielleicht war einfach niemand sonst an einem Posten interessiert, von dem man munkelt, es könnte ihn bald nicht mehr geben.
Klapperschlange 12.12.2017
3. Diese Entscheidung...
...ist optimal, gerade in Zeiten des Putins!
...ist optimal, gerade in Zeiten des Putins!
karl_martell 12.12.2017
4. na ja ...
... immerhin kuschelt er nicht mit Putin und lässt sich nicht einlullen, wie das andere gerne tun und getan haben. Er schaut der massiven russischen Aufrüstung an der eigenen Grenze - in der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen [...]
... immerhin kuschelt er nicht mit Putin und lässt sich nicht einlullen, wie das andere gerne tun und getan haben. Er schaut der massiven russischen Aufrüstung an der eigenen Grenze - in der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen Meer bis zum Mittelmeer- nicht tatenlos zu, sondern regiert. Das ist vernünftiger als ausschlich auf die Dialogphrase zu setzen, während Putin Fakten schafft. Es wird Zeit, da effektiver gegenzuhalten.
ex_Kamikaze 12.12.2017
5. So ein Humbug,
die Funktion des "Generalsekretärs" ist die des Pressesprechers des US-amerikanischen Oberkommandos der NATO. Letztlich bestimmen nur die USA was die "NATO" macht, lediglich sprachlich paßt man sich mit der [...]
die Funktion des "Generalsekretärs" ist die des Pressesprechers des US-amerikanischen Oberkommandos der NATO. Letztlich bestimmen nur die USA was die "NATO" macht, lediglich sprachlich paßt man sich mit der Funktion des europäischen Generalsekretärs etwas an hiesigen Gepflogenheiten an. Ein eigenes politisches Programm oder Profil hat so ein Sekretär nicht. Es ist nur der Verkünder US-amerikanischer geopolitischer Interessen.
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