Politik

Geständnis

Niederländischer Außenminister log über Treffen mit Putin

Wladimir Putin soll bei einem Treffen über Großrussland fabuliert haben - so hatte es der niederländische Außenminister Zijlstra dargestellt. Jetzt musste er zugeben: Er hat es gar nicht selbst gehört.

DPA

Halbe Zijlstra

Montag, 12.02.2018   14:58 Uhr

Es geht um einen Satz, den Russlands Präsident Wladimir Putin 2006 gesagt haben soll - die Antwort auf eine Frage nach seiner Definition von Großrussland: "Das ist Russland, Weißrussland, die Ukraine und die baltischen Staaten."

Es sind brisante Worte, annektierte doch Russland acht Jahre später die ukrainische Halbinsel Krim und versuchte mit einem Eingreifen im Osten des Landes eine Annäherung Kiews an die Europäische Union zu verhindern.

Der niederländische Außenminister Halbe Zijlstra wollte Putins Worte gehört haben, bei einer Begegnung im Ferienhaus des russischen Präsidenten. So hatte es Zijlstra behauptet. Jetzt gab der rechtsliberale Politiker zu: Putins vermeintliche Aussage hatte er gar nicht selbst vernommen - so sagte er es nun der Zeitung "De Volkskrant".

Reise nach Russland

Die Enthüllung ist besonders peinlich, da Zijlstra am Dienstag seine erste Reise als Außenminister nach Russland plant. Mit der Lüge habe er denjenigen schützen wollen, der ihm von dem Gespräch mit Putin erzählt habe, sagte Zijlstra. Die Äußerungen von Putin seien aber geopolitisch so wichtig, dass er darüber nicht habe schweigen wollen.

Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem "großen Fehler" des Ministers. Seine Glaubwürdigkeit sei aber nicht beschädigt. Der Vorfall habe auch keine Folgen für die Beziehungen zu Russland. "Weil die Russen sehr gut wissen, dass der Inhalt stimmt."

Im politischen Denken der Moskauer Führung unter Putin zählen die ehemaligen Sowjetrepubliken an der russischen Westgrenze zum Einflussgebiet Russlands.

kev/dpa/Reuters

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