Politik

Olympische Winterspiele

Kim lobt Südkorea

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zeigt sich beeindruckt vom Empfang seiner Delegation bei den Olympischen Winterspielen. Altkanzler Schröder indes lästert über den Auftritt von US-Vizepräsident Pence.

DPA

Kim Jong Un

Dienstag, 13.02.2018   07:46 Uhr

Kim Jong Un setzt seinen Annäherungskurs zum Nachbarland Südkorea fort. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldet, der Machthaber habe Südkorea nach der Rückkehr seiner Schwester und anderer ranghoher Regierungsvertreter von den Olympischen Winterspielen seinen "Dank ausgedrückt".

Kim habe den Bericht der Heimkehrer zufrieden zur Kenntnis genommen und gesagt, dass "der Süden, der Nordkoreas Delegation einen besonderen Empfang bereitet hat, sehr beeindruckend war". Er wolle die Annäherung weiter ausbauen. Ihm sei an "weiteren guten Ergebnissen" gelegen, da es für ihn wichtig sei, "das gute Klima der Versöhnung und des Dialogs weiter zu beleben".

Nordkorea hatte am ersten Wochenende der Winterspiele mit einer Charmeoffensive Zeichen der Versöhnung gesetzt. Die nordkoreanische Delegation war von Kims Schwester Kim Yo Jong und dem protokollarischen Staatsoberhaupt Kim Yong Nam angeführt worden. Kims Schwester überreichte dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In eine Einladung ihres Bruders.

Seit Jahresbeginn bemühen sich die verfeindeten Staaten der koreanischen Halbinsel um eine Annäherung. Die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Pyeongchang gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung.

In den Monaten zuvor hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats, dieser reagierte mit neuen Sanktionen.

Offiziell befinden sich Nord- und Südkorea weiterhin im Kriegszustand. Kim Yo Jong war das erste Mitglied der Kim-Dynastie, das Südkorea seit dem Waffenstillstand von 1953 besuchte.

Schröder kritisiert US-Vizepräsident Pence

Altkanzler Gerhard Schröder hat derweil das Verhalten von US-Vizepräsident Mike Pence bei der Eröffnungsfeier in Pyeongchang kritisiert. "Das war tollpatschig", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Schröder hatte zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kim Soyeon die Spiele in Südkorea besucht. Pence hatte bei der Eröffnungsfeier den Kontakt zu Nordkoreas protokollarischem Staatsoberhaupt Kim Yong Nam und zu Kim Jong Uns Schwester demonstrativ gemieden. Auf dem Rückflug aus Südkorea hatte Pence dann jedoch erklärt, die USA seien bereit, direkte Gespräche mit Nordkorea zu führen.

als/AFP/dpa

insgesamt 19 Beiträge
Bernhard.R 13.02.2018
1. Noch traut er sich nicht,
der südkoreanische Präsident Moon, mit Nordkorea zu verhandeln. Immerhin hatte er Trump schon gebeten das große Manöver zu verschieben. Wenn beide Koreas einen Friedensvertrag aushandeln und die US Truppen nach Hause gehen, [...]
der südkoreanische Präsident Moon, mit Nordkorea zu verhandeln. Immerhin hatte er Trump schon gebeten das große Manöver zu verschieben. Wenn beide Koreas einen Friedensvertrag aushandeln und die US Truppen nach Hause gehen, wäre die Welt ein Stück sicherer.
henninghuno 13.02.2018
2. Nordkorea will Frieden
Die vielen früheren Friedensbemühungen Nordkoreas waren nicht erfolgreich, weil sie aus einer Position der Schwäche heraus erfolgten. Deshalb wurden sie vom Imperium höhnisch zurückgewiesen. Jetzt kann NK aus einer Position [...]
Die vielen früheren Friedensbemühungen Nordkoreas waren nicht erfolgreich, weil sie aus einer Position der Schwäche heraus erfolgten. Deshalb wurden sie vom Imperium höhnisch zurückgewiesen. Jetzt kann NK aus einer Position der Stärke argumentieren und da gibt es plötzlich Entgegenkommen aus dem Süden und selbst die USA müssen - mit deutlichem Grummeln - Gesprächsbereitschaft signalisieren. Das ist noch lange kein Ende der Konfrontation, aber doch ein Hoffnungsschimmer.
ja, Versteher :-) 13.02.2018
3. gelästert
Während in dem Artikel - nach meinem Empfinden jedenfalls: korrekt - berichtet wird, dass Schröder den Auftritt von Mike Pence "kritisiert" habe, ist im Anreißer-Clickbait-Titel zu lesen: "Altkanzler Schröder [...]
Während in dem Artikel - nach meinem Empfinden jedenfalls: korrekt - berichtet wird, dass Schröder den Auftritt von Mike Pence "kritisiert" habe, ist im Anreißer-Clickbait-Titel zu lesen: "Altkanzler Schröder indes lästert [...]" Herzlichen Dank, lieber Spiegel-Online, über diese praktische Demonstration der subtilen Propaganda-Mechanismen unserer Systempresseorgane.
NauMax 13.02.2018
4. Pence
Pence hat sich auf dieser Veranstaltung generell aufgeführt wie die Axt im Walde. Es ist olympische Tradition, dass sich die offiziellen Repräsentanten der Teilnehmerstaaten jeweils für die Länder erheben, die sie vertreten [...]
Pence hat sich auf dieser Veranstaltung generell aufgeführt wie die Axt im Walde. Es ist olympische Tradition, dass sich die offiziellen Repräsentanten der Teilnehmerstaaten jeweils für die Länder erheben, die sie vertreten und zum Schluss alle gemeinsam für das Gastgeberland. Pence, der vor einigen Monaten wütend ein Footballspiel verließ, weil einige Spieler sich weigerten, für die US-Hymne zu stehen, stand nur beim Einzug der USA. Beim Einzug der gesamtkoreanischen Mannschaft und auch bei sonstigen Staaten und Territorien, die den US-Präsidenten als ihr Staatsoberhaupt anerkennen blieb er sitzen. Die Nordkoreanische Delegation wird wohl dankbar gewesen sein, dass er ihr aus dem Weg ging.
riemator 13.02.2018
5. spiegel online tendenziös!
Ist das jetzt ein Kommentar oder sollte es tatsächlich eine neutrale Berichterstattung sein? Man kann Schröder mögen oder nicht… Aber hier geht es vielmehr um den journalistischen Stil: warum heißt es hier „Schröder [...]
Ist das jetzt ein Kommentar oder sollte es tatsächlich eine neutrale Berichterstattung sein? Man kann Schröder mögen oder nicht… Aber hier geht es vielmehr um den journalistischen Stil: warum heißt es hier „Schröder lästert“ statt zu sagen „Schröder kritisiert“???… Ich vermute hier geht es eher um die reißerischen Schlagzeile als um informative Berichterstattung. Schade Spiegel online - leider ungenügend... bitte bessern!

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