Politik

Nach illegaler Einreise

Nordkorea will inhaftierten US-Bürger abschieben

Nordkorea hat die Abschiebung eines US-Bürgers beschlossen, der illegal ins Land gekommen sein soll. Der Mann habe angegeben, im Auftrag der CIA unterwegs zu sein.

JEON HEON-KYUN/EPA-EFE/REX

Grenze zwischen Süd- und Nordkorea bei Paju

Freitag, 16.11.2018   09:48 Uhr

Nordkorea will nach Angaben von Staatsmedien einen illegal eingereisten US-Bürger abschieben. Der Mann namens Bruce Byron Lowrance sei illegal von China aus eingereist, berichtete die Agentur KCNA. Er habe bei seiner Festnahme angegeben, er sei im Auftrag des US-Geheimdienstes unterwegs und befinde sich "unter der Kontrolle der CIA".

Nordkorea hatte zuletzt im Mai, vor dem Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump, drei US-Staatsbürger freigelassen. Trump hatte das als Zeichen des guten Willens gewertet.

Ein Mann namens Bruce Byron Lowrance war bereits vor einem Jahr an der innerkoreanischen Grenze festgenommen und später aus Südkorea ausgewiesen worden. Der Mann, der Ende 50 sein und aus dem US-Bundesstaat Louisiana stammen soll, sagte damals Medienberichten zufolge südkoreanischen Behörden, er wolle als Privatbürger zur innerkoreanischen Verständigung beitragen.

Kim Jong Un lässt neue Waffe testen

Nordkorea hat staatlichen Medien zufolge eine neue Hightech-Waffe getestet. Es war das erste Mal seit Monaten, dass in Nordkorea über ein neu entwickeltes Waffenprogramm berichtet wurde. Nordkorea setzte seine Atomwaffen- und Raketentests im Zuge einer Entspannungspolitik aus und strebt eine Lockerung der internationalen Sanktionen an. Jedoch stockten die Verhandlungen mit den USA zuletzt, konkrete Zusagen einer atomaren Abrüstung blieben aus.

Der erneute Waffentest könnte die Spannungen zwischen beiden Seiten wieder verstärken. US-Vizepräsident Mike Pence erklärte am Donnerstag, dass Präsident Donald Trump für 2019 ein zweites Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un anstrebe.

cte/AFP/Reuters

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Nord- und Südkorea

Nordkorea und Kim Jong Il
REUTERS

Am 9. September 1948 rief der kommunistische Politiker Kim Il Sung im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea aus. Sie entwickelte sich, zunächst in enger Anlehnung an die Sowjetunion, zu einer kommunistischen Volksrepublik. 1998 wurde dessen Sohn Kim Jong Il Regierungschef. Der ehemalige US-Präsident George W. Bush bezeichnete Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak als "Achse des Bösen" , die aufrüstet, um den Frieden der Welt zu bedrohen.
Die Teilung Koreas
Seit 1910 war Korea eine japanische Kolonie. Nach der Niederlage Japans 1945 rückten sowjetische Truppen im Norden und US-amerikanische Truppen im Süden des Landes vor und trafen sich am 38. Breitengrad. Die Vereinbarungen der Alliierten über die Bildung einer provisorischen Regierung und die Abhaltung freier Wahlen in ganz Korea konnten nicht verwirklicht werden, da sich die UdSSR widersetzte. Im September 1948 wurde in Nordkorea die Volksdemokratische Republik Korea ausgerufen; Südkorea (Republik Korea) gab sich im Juli 1948 eine Verfassung.
Korea-Krieg
AP

Am 25. Juni 1950 begann die militärische Auseinandersetzung zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit Unterstützung der Volksrepublik China und der Republik Korea (Südkorea), die von Uno-Truppen unter Führung der USA unterstützt wurde. Der Krieg endete mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Panmunjom am 27. Juli 1953, das die Teilung am 38. Breitengrad zementierte.
Südkorea
Am 15. August 1948 wurde die Republik Korea gegründet. Staatspräsident ist Lee Myung Bak , der im Dezember 2007 die Präsidentschaftswahlen gewann und seit Februar 2008 im Amt ist. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte Südkorea dank seiner exportorientierten Wirtschaftspolitik und der großzügigen Unterstützung Japans und der USA einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Militärische Stärke

Militär in Nord- und Südkorea

Nordkorea Südkorea
Truppenstärke insgesamt 1.106.000 687.000
darunter Heer 950.000 560.000
Marine 46.000 68.000
Luftwaffe 110.000 64.000
Reservisten 4.700.000 4.500.000
Kampfpanzer 3.500 2.750
Artilleriegeschütze 17.900 10.774
Boden-Boden-Raketen 64 12
einsatzbereite Kampfflugzeuge 620 490
darunter Jagdflugzeuge 388 467
Bomber 80 -
Kriegsschiffe 8 47
darunter Zerstörer - 10
Fregatten 3 9
Korvetten 5 28
taktische U-Boote 63 13
kleinere Küstenwachboote 329 76

(Quelle: International Institute for Strategic Studies (IISS, London)

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