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FPÖ-Politiker tritt wegen Buch mit Nazi-Liedern zurück

Der österreichische FPÖ-Politiker Landbauer zieht Konsequenzen aus der Affäre um ein Burschenschafterbuch mit Nazi-Liedern: Der 31-Jährige tritt von allen politischen Ämtern zurück.

AFP

FPÖ-Politiker Landbauer

Donnerstag, 01.02.2018   16:02 Uhr

Auch Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte ihn am Wochenende zum Rücktritt aufgefordert, jetzt gibt Udo Landbauer auf: Der 31 Jahre alte FPÖ-Politiker teilte mit, dass er im Zusammenhang mit der Affäre um ein Liederbuch mit neonazistischen Texten von allen politischen Ämtern zurücktritt.

Er werde sein bei der Landtagswahl in Niederösterreich am Sonntag gewonnenes Mandat nicht annehmen. Dort war er trotz der Rücktrittsaufforderung des Bundespräsidenten als Spitzenkandidat der FPÖ angetreten. Auch lege er sein Amt als Stadtrat in Wiener Neustadt nieder und seine Mitgliedschaft bei der rechtspopulistischen Partei auf Eis, teilte Landbauer mit.

Der Jungpolitiker war jahrelang Vize-Vorsitzender der Burschenschaft Germania, bei der ein Gesangbuch mit judenfeindlichen und volksverhetzenden Liedern entdeckt wurde. Landbauer behauptet, von dem Liedgut, mit dem die NS-Zeit verherrlicht wird, nichts gewusst zu haben. Zuletzt hatte er eine "Medienhatz" gegen ihn beklagt. Mit dem Rücktritt wolle er seine Familie schützen, sagte er.

Landbauer habe die richtigen Konsequenzen gezogen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit. Kurz führt eine rechtskonservative Koalitionsregierung mit der FPÖ.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das NS-Verbotsgesetz gegen vier Verdächtige, die für die Zusammenstellung und Illustration der sichergestellten Liederbücher der "Pennalen Burschenschaft Germania Wiener Neustadt" verantwortlich sein sollen.

als/AFP/dpa

insgesamt 21 Beiträge
sven2016 01.02.2018
1.
Abstreiten, dann nicht beteiligt gewesen, dann "Medienhatz" oder "Hexenjagd". Haben die extremen Rechten weltweit nur immer die gleiche Masche drauf? Irgendeiner aus dem Pool sollte über eine bessere [...]
Abstreiten, dann nicht beteiligt gewesen, dann "Medienhatz" oder "Hexenjagd". Haben die extremen Rechten weltweit nur immer die gleiche Masche drauf? Irgendeiner aus dem Pool sollte über eine bessere Reaktionsstrategie nachdenken.
homecat 01.02.2018
2. Richtig diese
Entscheidung von Landbauer. Doch wieso habt Ihr, SPON, vergessen zu erwähnen, dass der Illustrator dieses "Büchleins" ein SPÖ-Funktionär war, der inzwischen aus der SPÖ rausgeschmissen wurde. Irgendein anderer von [...]
Entscheidung von Landbauer. Doch wieso habt Ihr, SPON, vergessen zu erwähnen, dass der Illustrator dieses "Büchleins" ein SPÖ-Funktionär war, der inzwischen aus der SPÖ rausgeschmissen wurde. Irgendein anderer von der SPÖ hat da auch noch mitgemischt. Also, bitte vollständig berichten . wir lesen auch andere Printmedien.
keine-#-ahnung 01.02.2018
3. Auch als Wähler der deutschen "Rechtspopulisten" ...
... muss ich sagen: das wurde allerhöchste Zeit. Selbst wenn er die Texte tatsächlich nicht gekannt haben sollte (kann man glauben oder auch nicht) - die Teile sind so abartig, dass er gar nicht anders kann als für diesen [...]
... muss ich sagen: das wurde allerhöchste Zeit. Selbst wenn er die Texte tatsächlich nicht gekannt haben sollte (kann man glauben oder auch nicht) - die Teile sind so abartig, dass er gar nicht anders kann als für diesen Sprachschmutz die politische Verantwortung zu übernehmen. Die FPÖ täte meiner Meinung nach auch gut daran, solche Übertreibungen etwas aktiver zu bekämpfen ... auch wenn's schwerfallen mag.
schwester arno 01.02.2018
4.
Weil es um den rücktritt von Landbauer ging, dieser immerwährende Whataboutismus, wird immer lästiger. Es geht hier die SPÖ, sondern um eine Meldung eines zurückgetretenen FPÖ Menschen, angekommen? Und übrigens, wenn [...]
Zitat von homecatEntscheidung von Landbauer. Doch wieso habt Ihr, SPON, vergessen zu erwähnen, dass der Illustrator dieses "Büchleins" ein SPÖ-Funktionär war, der inzwischen aus der SPÖ rausgeschmissen wurde. Irgendein anderer von der SPÖ hat da auch noch mitgemischt. Also, bitte vollständig berichten . wir lesen auch andere Printmedien.
Weil es um den rücktritt von Landbauer ging, dieser immerwährende Whataboutismus, wird immer lästiger. Es geht hier die SPÖ, sondern um eine Meldung eines zurückgetretenen FPÖ Menschen, angekommen? Und übrigens, wenn die SPÖ den Illustrator rausgeschmissen hat, gut so, die FPÖ hat das mit Landbauer, was sollen also diese Rechtsapologese?
paulpuma 01.02.2018
5. noch jung.
Der 31-jährige wird bestimmt bald wieder auftauchen. Wie wärs, wenn er als Botschafter nach Berlin gesendet würde?
Der 31-jährige wird bestimmt bald wieder auftauchen. Wie wärs, wenn er als Botschafter nach Berlin gesendet würde?

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