Politik

Belästigungsvorwurf

Frauen boykottieren Vereidigung von österreichischem Politiker Pilz

Dem österreichischen Politiker Peter Pilz wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Bei seiner Vereidigung im Parlament verließen fast alle weiblichen Abgeordneten den Saal.

DPA

Weibliche Abgeordnete verlassen Plenarsaal

Montag, 11.06.2018   12:32 Uhr

Peter Pilz soll 2013 betrunken eine Frau unsittlich berührt haben. Als dieser Vorfall im November 2017 - und damit verjährt - publik wurde, gab der österreichische Politiker an, er könnte sich nicht daran erinnern, zog aber dennoch die Konsequenz und verzichtete zunächst auf sein Parlamentsmandat.

Nun ist der Ex-Grünen-Chef nach der Wahl ins Parlament zurückgekehrt - unter dem Protest vieler weiblicher Abgeordneter.

Bei der Vereidigung des 64-Jährigen verließen fast alle Parlamentarierinnen demonstrativ den Saal. Nach Angaben der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" blieben nur einzelne weibliche Abgeordnete sitzen, etwa die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ).

Pilz, der vor der Nationalratswahl 2017 die Grünen verlassen und eine eigene Liste gegründet hatte, ist einer von acht Abgeordneten seiner nach ihm benannten Liste. Er hat sich in den vergangenen 30 Jahren als Aufklärer in verschiedenen Untersuchungsausschüssen einen Namen gemacht. Anfang der Neunzigerjahre war er Chef der Grünen in Österreich.

dop/dpa

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