Politik

Nach Chemiewaffeneinsatz

Briten werfen Syrien und Russland Behinderung von Ermittlungen vor

OPCW-Experten sollen im syrischen Duma den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersuchen. Sie erhalten aber bislang keinen Zugang, sagen britische Diplomaten. Russland weist die Vorwürfe zurück.

DPA

Zerstörte Gebäude in Duma

Montag, 16.04.2018   16:26 Uhr

Syrien und Russland haben nach Angaben westlicher Diplomaten das Ermittler-Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) bislang nicht nach Duma gelassen. In der Stadt in Syrien soll die Bevölkerung mit Giftgas angegriffen worden sein.

Die OPCW-Experten, die den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersuchen sollen, seien am Samstag in Damaskus eingetroffen, könnten aber nicht weiterreisen, teilten die britische und die schwedische Delegation bei der OPCW mit.

Sie beriefen sich dabei auf den Bericht des Generaldirektors der OPCW, Ahmet Üzümcü, vor dem Exekutivrat der Organisation in Den Haag. "Russland & Syrien haben den Zugang zu Duma noch nicht erlaubt. Uneingeschränkter Zugang unerlässlich", fordern die britischen Diplomaten in einer Kurznachricht auf Twitter.

Russland weist die Vorwürfe zurück. "Das ist vollkommen ausgeschlossen. Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Wegen der Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs hätten die OPCW-Experten ihre Untersuchungen bislang nicht aufnehmen können. "Die Folgen der illegalen und rechtswidrigen Handlungen verhindern das", sagte der Diplomat der Agentur Interfax zufolge.

Foto: REUTERS

Großbritannien warf Russland vor, die Ermittlungen in Syrien zu blockieren. "Seit 2016 will Russland jede OPCW-Ermittlung zu Vorwürfen gegen das (syrische) Regime wegen des Einsatzes von Chemiewaffen untergraben", sagte der britische Botschafter Peter Wilson in Den Haag. Er rief dazu auf, die Verantwortlichen für den Anschlag zur Rechenschaft zu ziehen. Andernfalls bestehe das Risiko "weiterer barbarischer Einsätze von Chemiewaffen".

Die OPCW-Sitzung mit Diplomaten aus 41 Ländern ist das erste internationale Treffen nach dem Raketenangriff führender Westmächte auf Ziele in Syrien. Damit solle der weitere Einsatz von Chemiewaffen verhindert werden, sagte der britische Diplomat. "Das syrische Regime hat eine entsetzliche Vorgeschichte, wenn es um den Einsatz von Chemiewaffen gegen das eigene Volk geht."

kev/mho/Reuters

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