Politik

Nach Trumps Ankündigung

US-Militär zieht Teil seiner Ausrüstung aus Syrien ab

Einen genauen Zeitplan für den Abzug des US-Militärs aus Syrien hat Donald Trump nie verkündet. Jetzt aber scheint die umstrittene Maßnahme zu beginnen.

AFP

US-Militär in Syrien

Freitag, 11.01.2019   09:30 Uhr

Der geplante Abzug des US-Militärs aus Syrien wirkte von Anfang an chaotisch. Erst hatte Präsident Donald Trump angekündigt, umgehend alle Soldaten abzuziehen. Dann schränkte die Regierung diese Aussagen wieder ein. Nun scheinen die Maßnahmen allerdings begonnen zu haben: Das Militär hat einen Teil seiner Ausrüstung abgezogen.

Ein Verteidigungssprecher bestätigte entsprechende Medienberichte. Weitere Details wollte er nicht nennen. Der Nachrichtensender CNN hatte zuvor berichtet, die Verlegung des Materials bedeute den Beginn des US-Abzugs aus Syrien.

Anschließend gab auch die US-geführte Militärkoalition in Syrien den Beginn des Abzugs bekannt gegeben. Aus Sicherheitsgründen würden keine Angaben zum Zeitplan, zu konkreten Orten oder Truppenbewegungen gemacht, erklärte ein Sprecher des Bündnisses.

SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten mit seiner Ankündigung überrascht. Er wolle diesen Schritt durchführen, da der Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewonnen sei. Aus Protest gegen die Ankündigung war Verteidigungsminister Jim Mattis zurückgetreten.

Seither hat der US-Präsident seine Ankündigung stark eingeschränkt. So schrieb er Anfang der Woche auf Twitter, der Abzug solle "vorsichtig" und in "angemessenem Tempo" vollzogen werden. Der Zeitplan ist unklar.

Laut CNN will das Verteidigungsministerium mit der Verlegung von Material dem Präsidenten signalisieren, dass es dessen Vorgaben verfolgt.

aev/AFP

insgesamt 30 Beiträge
alfredo24 11.01.2019
1. Friedensnobelpreis für Trump
Wenn Donald Trump so weiter macht und sich aus scheinbar endlos und nie sich auflösenden Kriegsgebieten zurück zieht, kann er ein echter und verdienter Kandidat für einen Friedensnobelpreis werden. Menschen und da gibt es nicht [...]
Wenn Donald Trump so weiter macht und sich aus scheinbar endlos und nie sich auflösenden Kriegsgebieten zurück zieht, kann er ein echter und verdienter Kandidat für einen Friedensnobelpreis werden. Menschen und da gibt es nicht wenige, können Donald Trump nicht leiden, doch dies sind dieselben Menschen, die sich immer wieder beschwert haben, dass die USA in andere Länder an Kriegstreibereien mitmischt. Jetzt ist es ihnen auch nicht recht.
vulcan 11.01.2019
2.
Völlig in Ordnung, die Entscheidung. Der IS ist erfolgreich bekämpft und derzeit nur noch von untergeordneter Bedeutung. Also können die Truppen abgezogen werden. Das sollte eigentlich auch im Sinne all derer sein, die [...]
Völlig in Ordnung, die Entscheidung. Der IS ist erfolgreich bekämpft und derzeit nur noch von untergeordneter Bedeutung. Also können die Truppen abgezogen werden. Das sollte eigentlich auch im Sinne all derer sein, die US-Militärpräsenz dort immer abgelehnt haben. Komischerweise wird das von genau dieser Klientel jetzt oft kritisiert. Nun kann sich Putin um Syrien kümmern. Auch um einen evtl. wiedererstarkenden IS . Er kann sich auch gleich darum kümmern, dass der Iran in Syrien keinen Mist baut (=Israel). Und weiterhin auch darum, dass das Trümmerfeld Syrien wieder aufgebaut wird - schließlich ist Assad sein Kumpel und die Russen haben ja eifrig mitgeholfen, Städte in Schutt und Asche zu legen.
sven2016 11.01.2019
3. @alfredo24
Klar, und auch noch die Nobelpreise für Physik und Chemie. Wo er doch der beste Wissenschaftler ist
Klar, und auch noch die Nobelpreise für Physik und Chemie. Wo er doch der beste Wissenschaftler ist
alfredo24 11.01.2019
4. @filimou, #1
Sie wollen doch nicht, dass Deutschland mit ihren Soldaten und ihrer größtenteils defekten Kriegsmaschinerie in Syrien einmarschiert? Im letzten Jahrhundert hat es zwei solche Fälle gegeben. Wir alle wissen noch, wie sie [...]
Sie wollen doch nicht, dass Deutschland mit ihren Soldaten und ihrer größtenteils defekten Kriegsmaschinerie in Syrien einmarschiert? Im letzten Jahrhundert hat es zwei solche Fälle gegeben. Wir alle wissen noch, wie sie geendet haben. Einen Grund hatten auch damals alle schnell parat. Können Sie das wirklich wollen?
frankfurtbeat 11.01.2019
5. filimou heute, 09:49 Uhr
filimou heute, 09:49 Uhr : dem kann ich mich nur anschließen. Das ist die Fratze der USA - jetzt überlässt man Erdogan den Acker und es wird weiteres Blutvergießen geben. Problem für Erdogan - er wird die Kurden nicht [...]
filimou heute, 09:49 Uhr : dem kann ich mich nur anschließen. Das ist die Fratze der USA - jetzt überlässt man Erdogan den Acker und es wird weiteres Blutvergießen geben. Problem für Erdogan - er wird die Kurden nicht komplett auslöschen können und ich bin mir jetzt schon sicher das es Vergeltungsanschläge geben wird. Die deutsche Politik, NATO-Mitglied, versteckt sich mal wieder. Maximal ein erhobener Zeigefinger von Merkel ... Wo ist denn Stoltenberg? Es muss eine klare Aussage von Seiten der NATO geben das die Türkei letztendlich einen Angriffskrieg in Syrien begeht und das umgehend zu unterlassen hat. Alles schweigen - es ist widerlich!
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