Politik

Im britischen "Guardian"

Uno-Mitarbeiterinnen berichten über sexuellen Missbrauch

Im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York wird Weltpolitik gemacht - und Macht missbraucht. 15 Frauen, die in verschiedenen Ländern für die Uno arbeiten, schildern jetzt im "Guardian" ihre Erfahrungen.

AFP

Uno-Zentrale in New York

Freitag, 19.01.2018   10:07 Uhr

Etliche Uno-Mitarbeiterinnen haben einem Medienbericht zufolge sexuelle Belästigungen bis hin zu Missbrauch erlebt.

Wie die britische Zeitung "Guardian" unter Berufung auf Gespräche mit derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern berichtet, herrsche in der internationalen Organisation allerdings eine "Kultur des Schweigens" und der Straflosigkeit vor.

Auf Opfer werde demnach oft Druck ausgeübt, die mutmaßlichen Täter würden nicht bestraft und blieben weiter in ihren Ämtern, hieß es in dem Bericht. 15 Befragte gaben an, in den vergangenen fünf Jahren sexuelle Belästigung oder Missbrauch erlebt zu haben, sieben von ihnen hatten dies intern gemeldet. Die in mehr als zehn Ländern arbeitenden Opfer wollten aus Angst anonym bleiben, berichtet der "Guardian".

Viele fürchten die Folgen einer Beschwerde: "Wenn du es meldest, dann ist deine Karriere vorbei", sagte eine Frau der Zeitung. Drei Frauen, die Übergriffe gemeldet hatten, gaben an, seitdem entweder ihre Arbeit verloren zu haben oder mit Kündigung bedroht worden zu sein. Die mutmaßlichen Täter seien weiterhin auf ihren Posten.

Eine Frau berichtete von einer Vergewaltigung durch einen Vorgesetzten. Eine interne Untersuchung habe trotz medizinischer Untersuchungen und Zeugenaussagen keine ausreichenden Beweise für die Tat ergeben.

Uno-Generalsekretär António Guterres wolle "unerbittlich" mit dem Thema umgehen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York. Die Organisation wolle nun die Mitarbeiter befragen und eine Anlaufstelle einrichten.

cte/dpa

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