Politik

Rund 59.000 Menschen betroffen

USA beenden Schutzstatus für Flüchtlinge aus Haiti

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti hatten knapp 60.000 Menschen Zuflucht in den USA gesucht. Nun wird die Regierung den Schutzstatus für die Flüchtlinge aufheben.

AFP

US-Präsident Trump

Dienstag, 21.11.2017   13:38 Uhr

Die USA schicken rund 59.000 Erdbeben-Flüchtlinge aus Haiti wieder in ihre Heimat zurück. Die Menschen mit vorübergehendem Aufenthaltsstatus hätten 18 Monate Zeit, auf die Karibikinsel zurückzukehren, teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Alternativ könnten sie auch versuchen, ein US-Visum oder einen sonstigen Aufenthaltsstatus für die USA zu erlangen.

Die USA hatten nach den schweren Erdbeben von 2010 knapp 60.000 Flüchtlinge aus dem armen Karibikstaat aufgenommen. Inzwischen hätten sich die Verhältnisse in Haiti jedoch deutlich verbessert, heißt es zur Begründung vom Heimatschutzministerium.

Die Übergangsfrist von 18 Monaten gebe sowohl den Betroffenen Zeit, sich auf die Rückkehr vorzubereiten, als auch dem Land selbst, Vorkehrungen für die Aufnahme Zehntausender Landsleute zu treffen. Der vorübergehende Aufenthaltsstatus für die Flüchtlinge endet im Januar 2018, ab dann gilt die 18-Monats-Frist.

Kritiker der Entscheidung argumentieren, die Lage in Haiti habe sich keinesfalls so sehr verbessert, dass eine Rückkehr sicher sei. "Auch fast acht Jahre später herrscht in Haiti noch immer komplette Unordnung, es muss noch viel aufgebaut werden", sagte Mario Diaz-Balart, republikanisches Mitglied im Repräsentantenhaus.

aar/dpa/AP

insgesamt 8 Beiträge
Cyman 21.11.2017
1.
Dann wird sich Kanada wohl demnächst auf ein paar mehr Flüchtlinge gefasst machen dürfen. In Québec sind ohnehin schon viele Haitianer ansässig und wenigstens könnten die Neuankömmlinge dann auch beim Französischen [...]
Dann wird sich Kanada wohl demnächst auf ein paar mehr Flüchtlinge gefasst machen dürfen. In Québec sind ohnehin schon viele Haitianer ansässig und wenigstens könnten die Neuankömmlinge dann auch beim Französischen bleiben.
notbehelf 21.11.2017
2. Asyl
"komplette Unordnung" ist ja nun nicht wirklich Asylgrund. Und wer genau, wenn nicht die eigene Bevölkerung, soll denn "noch viel aufbauen"?
"komplette Unordnung" ist ja nun nicht wirklich Asylgrund. Und wer genau, wenn nicht die eigene Bevölkerung, soll denn "noch viel aufbauen"?
stefan.p1 21.11.2017
3. Richtig
es herscht kein Krieg oder politische Verfolgung in Haiti, es sind Hunderte Millionen Dollar Aufbauhilfe in den Karibikstaat geflossen und jetzt sollen die Erdbeben- Flüchtlinge (was es alles so gibt!) in 18 Monanten wieder in [...]
es herscht kein Krieg oder politische Verfolgung in Haiti, es sind Hunderte Millionen Dollar Aufbauhilfe in den Karibikstaat geflossen und jetzt sollen die Erdbeben- Flüchtlinge (was es alles so gibt!) in 18 Monanten wieder in ihre Heimat zurück kehren. Für mich das normalste der Welt.
frenchie3 21.11.2017
4. Nun könnte man auch sagen
daß diese Rückkehrer einiges zum Aufbau beitragen können. Sieben Jahre und trotz internationaler Hilfe ist nichts fertig?
daß diese Rückkehrer einiges zum Aufbau beitragen können. Sieben Jahre und trotz internationaler Hilfe ist nichts fertig?
bfhk 21.11.2017
5. Eine sinnvolle Entscheidung...
nach 7 Jahren respektive 8,5 Jahren einfach mal die Leute zurück zu schicken. Ein Land baut sich auch nicht ohne seine Bevölkerung wieder auf.
nach 7 Jahren respektive 8,5 Jahren einfach mal die Leute zurück zu schicken. Ein Land baut sich auch nicht ohne seine Bevölkerung wieder auf.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Mehr im Internet

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP