Politik

Festnahme in Washington

Mann plante Sprengstoffanschlag an US-Wahltag

Ein Mann wollte offenbar am Tag der Midterms in der Nähe des US-Kongresses einen Selbstmordanschlag verüben. Ermittler fanden einen 90 Kilogramm schweren Sprengsatz im Haus des Verdächtigen.

Getty Images

Washington D.C.

Donnerstag, 11.10.2018   10:40 Uhr

Am 6. November blickt die Welt erneut auf die USA. Dann finden die sogenannten Midterms statt, bei denen das gesamte Abgeordnetenhaus und ein Drittel des Senats gewählt werden. Die US-Polizei hat nun einen Mann festgenommen, der am Tag der Abstimmung offenbar einen Anschlag verüben wollte. Er soll geplant haben, sich in der Hauptstadt Washington D.C. auf der National Mall zwischen Lincoln Memorial und Kapitolshügel in die Luft zu sprengen.

Der 56-Jährige wollte durch den Anschlag nach Angaben des FBI Aufmerksamkeit auf seine politischen Überzeugungen lenken. Ermittler fanden demnach Sprengstoff zum Bau eines rund 90 Kilogramm schweren Sprengsatzes in seinem Haus im US- Bundesstaat New York. Er habe den Sprengstoff im Internet bestellt und in seinem Keller daran gearbeitet, gestand der Mann laut der Ermittlungsbehörde bei seiner Festnahme.

Der Mann handelte laut Medienbericht allein

Die Polizei hatte den Mann bei einer Verkehrskontrolle gestoppt, nachdem dieser zuvor einen Journalisten über seine Pläne informiert hatte, hieß es weiter. Gerichtsdokumenten zufolge ist der Mann ein Verfechter der Demarchie, einer demokratischen Herrschaftsform, in der politische Ämter durch eine Art Losverfahren und nicht durch Wahlen bestimmt werden.

Er habe allein gehandelt und gehöre keiner terroristischen Gruppierung an, berichtete NBC unter Bezug auf nicht namentlich genannte Quellen in den Behörden. Er habe den Ermittlern gesagt, er habe niemanden verletzen wollen. Wäre es aber zur Explosion gekommen, so hätten Unschuldige getötet und schwere Schäden angerichtet werden können, sagte ein FBI-Ermittler.

Donald Trump steht vor den Midterms unter Druck. Den Republikanern droht eine Niederlage. Im Durchschnitt haben die Demokraten in Umfragen sechs Prozent Vorsprung vor der Partei des US-Präsidenten. Zuletzt verschärfte Trump die Attacken gegen seine politischen Gegner. Wiederholt bezeichnet er die Demokraten als "Mob".

aev/dpa

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