Politik

Basketball-Europameister

Henning Harnisch will hessischer SPD helfen

Sportliche Unterstützung für Hessens SPD-Chef Schäfer-Gümbel: Basketball-Europameister Henning Harnisch steigt nach SPIEGEL-Informationen in den Landtagswahlkampf ein. Er bringt ein Konzept aus Berlin mit.

imago/ Seeliger

Henning Harnisch

Von
Freitag, 10.08.2018   11:00 Uhr

Ein bisschen aufgeregt sei er schon, sagt Henning Harnisch, angesichts des bevorstehenden Ausflugs in die Politik. Aber er fühle sich durch den wachsenden Populismus von links und rechts herausgefordert: "Dem will ich etwas entgegensetzen."

Konkret bedeutet das: Harnisch, Basketball-Europameister von 1993, neunmaliger Deutscher Meister und Vizepräsident von Alba Berlin, steigt in den hessischen Wahlkampf ein. Im Team von SPD-Landeschef und Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel wird er neuer Beauftragter für Sport und Teilhabe. Bis zur Landtagswahl am 28. Oktober will Harnisch durch Hessen reisen und für seine Idee werben, Schulen und Kindergärten mit Sportvereinen zu vernetzen.

In Berlin läuft das Konzept bereits seit einigen Jahren erfolgreich. Alle Berliner Profivereine schicken dabei ihre Trainer in die Schulen und unterstützen Sportlehrer beim Unterricht. Auch die Fußballklubs Hertha BSC und Union Berlin sind dabei.

Harnisch will die Idee nun auf Hessen ausdehnen. Sein Ziel: Kinder sollen es leichter haben, in den Sport hineinzuwachsen. Bislang sei es meist Zufall, wenn Sportlehrer und Trainer zusammenarbeiten. Nur wenn dies systematisiert werde, hätten alle Kinder die gleichen Chancen.

Der 50-Jährige ist nicht SPD-Mitglied. Aber er sympathisiere schon seit Längerem mit den Ideen der Partei, sagt Harnisch. Es gehe ihm um soziale Gerechtigkeit, aber das sei zu abstrakt. "Über den Sport können wir das konkret machen, für ein sozialeres Miteinander."

"In Hessen sportlich sozialisiert"

Harnisch bekommt von der SPD ein kleines Team zur Unterstützung, darunter ist auch Schäfer-Gümbels Ehefrau. Gemeinsam gehen sie ab dem 20. August auf Tour. Der Plan: "Ich will selber Sport machen, Sportarten ausprobieren und mit Lehrern, Erziehern und Trainern darüber reflektieren", sagt Harnisch. Unter dem Motto "Zuhause im Sport" soll es nicht nur um Fußball oder Basketball gehen, sondern auch um Schwimmen, Rhönradturnen, Skateboarding oder Boxen.

Harnisch, der in Marburg aufgewachsen ist, nennt sich selbst einen Überzeugungstäter: "Ich bin in Hessen sportlich sozialisiert worden, an jedem Wochenende war ich unterwegs und habe Tennis oder Basketball gespielt."

In den Umfragen liegt die hessische SPD derzeit nur bei 22 bis 25 Prozent. Das würde nicht reichen, um die schwarz-grüne Landesregierung abzulösen. Doch Harnisch ist optimistisch: "Ich bin ein Wettkämpfer. Wir können das noch drehen."

insgesamt 15 Beiträge
demokrat2 10.08.2018
1. Gegen die Wirtschaft(spresse) ....
... wird es in Hessen schwierig werden, dieses Konzept in den Schulen durchzusetzen. Werden die konservativen Lehrer und Lehrerinnen mitmachen? Die Wirtschaftspresse, in der Regel in konservativer Hand, loben zur Zeit die Grünen [...]
... wird es in Hessen schwierig werden, dieses Konzept in den Schulen durchzusetzen. Werden die konservativen Lehrer und Lehrerinnen mitmachen? Die Wirtschaftspresse, in der Regel in konservativer Hand, loben zur Zeit die Grünen über den Klee, damit die Schwarzen weiterhin an der Macht bleiben. Dazu brauchen sie die Grünen. Die Roten werden dagegen gedrückt, wo es geht. Um so mutiger ist das Bekenntnis zu Rot. Sport ist die Bildung mit den besten Gewinnchancen.
RalfHenrichs 10.08.2018
2. Mag gut sein, aber
glaubt jemand wirklich, dass das die Wähler ernsthaft interessiert und die Massen nun zur SPD strömfn
glaubt jemand wirklich, dass das die Wähler ernsthaft interessiert und die Massen nun zur SPD strömfn
skunkfunk 10.08.2018
3. Schade eigentlich,
Ich finde Schäfer-Gümbel sympathisch. Er ist immer sachlich und in der Auseinandersetzung mit den politischen Mitbewerbern bleibt er immer fair. Ich glaube aber nicht, dass er, gegen den Bundestrend, für die SPD einen [...]
Ich finde Schäfer-Gümbel sympathisch. Er ist immer sachlich und in der Auseinandersetzung mit den politischen Mitbewerbern bleibt er immer fair. Ich glaube aber nicht, dass er, gegen den Bundestrend, für die SPD einen Wahlerfolg erringen kann. Wie gesagt, schade eigentlich.
Capetonian 10.08.2018
4. Politik als Steigbügelhalter für Sportler braucht kein Mensch
Das Konzept von Harnisch ist nicht neu und gab es schon zu meiner Schulzeit. Nicht zum Nutzen der Mehrheit der Schüler! In unserem Wahlkreis haben Eltern und Schülern andere Sorgen. Die Schüler wissen nicht wie sie morgens mit [...]
Das Konzept von Harnisch ist nicht neu und gab es schon zu meiner Schulzeit. Nicht zum Nutzen der Mehrheit der Schüler! In unserem Wahlkreis haben Eltern und Schülern andere Sorgen. Die Schüler wissen nicht wie sie morgens mit dem Bus zur Schule kommen und wo sie auf dem Heimweg landen. Wegen der schlechten Busverbindungen konnten einzelne Schulen bei tropischen Temperaturen kein Hitzefrei geben. Auch Berlin hat andere Probleme als die Vernetzung von Sport und Politik. Oder hilft der Promisportler bei der monatelangen Wartezeit auf eine Kfz-Zulassung?
kizfonis 10.08.2018
5.
Vielleicht kann er ja dazu beitragen, dass Schläfer-Dümpel und Genossen*innen politisch nicht immer wieder den Ball wirtschaftsdevot flach halten Und mit Blick auf Vernetzen sollte die Partei sich wieder mit ihren Kernthemen, [...]
Vielleicht kann er ja dazu beitragen, dass Schläfer-Dümpel und Genossen*innen politisch nicht immer wieder den Ball wirtschaftsdevot flach halten Und mit Blick auf Vernetzen sollte die Partei sich wieder mit ihren Kernthemen, -anliegen und ihrer Kernklientel vernetzen. Das bedeutet, primär auf die zu schielen, die Nachholbedarf in sozialer Gerechtigkeit haben - ohne dabei zuerst darauf zu schielen, ob es den "Besitzenden" zumutbar ist. Die SPD muss wieder Partei struktureller Gerechtigkeit werden und sich von der Almosengerechtigkeit des Genossen der Bosse verabschieden. Norbert Sinofzik, Rheinstadt Uerdingen

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