Politik

SPON-Wahltrend

Scholz beliebter als Nahles

Mit einem schlechten Ergebnis wurde Andrea Nahles zur SPD-Chefin gekürt. Auch die Wähler sind skeptisch: Im SPON-Wahltrend halten sie Finanzminister Olaf Scholz für den besseren Kanzlerkandidaten.

FELIPE TRUEBA/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Nahles und Scholz

Dienstag, 24.04.2018   11:09 Uhr

Die Erwartungen an die neue Vorsitzende Andrea Nahles sind groß: Sie soll den Niedergang der Sozialdemokraten stoppen und dafür sorgen, dass die SPD in ganz Deutschland eine Volkspartei bleibt.

Doch schon der Sonderparteitag am Wochenende in Wiesbaden verdeutlichte, wie schwer die Aufgabe werden dürfte: Die 47-Jährige wurde zwar zur ersten Frau an der Spitze der Partei gewählt. Aber sie erhielt mit 66,35 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte.

Die Skepsis zeigt sich auch im neuen SPON-Wahltrend bei der Frage: "Wer sollte bei der nächsten Bundestagswahl eher Spitzenkandidat der SPD werden, Andrea Nahles oder Olaf Scholz?"

Insgesamt knapp 44 Prozent der Befragten sprachen sich für den Vizekanzler aus. Nahles kam dagegen insgesamt nur auf rund 15 Prozent. Rund 41 Prozent der Befragten antworteten mit "unentschieden".

Unter den SPD-Anhängern erhielt Nahles noch die besten Werte: Rund 31 Prozent von ihnen sprachen sich für die Fraktionsvorsitzende aus. Finanzminister Scholz kommt auf gut 38 Prozent. Der statistische Fehler bei diesen Stichproben liegt allerdings bei 5,5 Prozent, das heißt: Eine eindeutige Aussage, welchen Kandidaten die SPD-Anhänger favorisieren, lässt sich nicht treffen.

Verhalten in der Zustimmung reagierten die befragten Wähler auf die Kür von Nahles zur Vorsitzenden der Genossen: "Wie beurteilen Sie die Wahl von Andrea Nahles zur neuen Parteivorsitzenden der SPD?" wurde gefragt.

Positiv bewerteten lediglich rund 17 Prozent der Befragten die Wahl. Zwei Drittel schätzten Nahles' Wahl dagegen negativ ein.

Bei den SPD-Anhängern schnitt Nahles entschieden besser ab: In der Summe positiv fanden rund 48 Prozent ihre Wahl zur Parteichefin, 30 Prozent antworteten negativ. Hier lag der statistische Fehler bei 5,9 Prozent.



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Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 22. April bis 23. November 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 5000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent. .

Wer steckt hinter Civey?

Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Das Start-up arbeitet mit unterschiedlichen Partnern zusammen, darunter sind neben SPIEGEL ONLINE auch der "Tagesspiegel", "Cicero", der "Freitag" und Change.org. Civey wird durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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insgesamt 44 Beiträge
posten74 24.04.2018
1. Völker hört die Signale
Ich halte Herrn Scholz nicht für den besseren SPD-Chef. Er verkörpert sichtbar die Politik von Gerhard Schröder, mit dem er auch befreundet ist und worauf er auch stolz ist. Er ist also, wie all die anderen SPD-Granden, mit [...]
Ich halte Herrn Scholz nicht für den besseren SPD-Chef. Er verkörpert sichtbar die Politik von Gerhard Schröder, mit dem er auch befreundet ist und worauf er auch stolz ist. Er ist also, wie all die anderen SPD-Granden, mit dafür verantwortlich wo die Partei heute steht. Ich habe den Mann mal bei einer Veranstaltung Live erlebt und das hat mir dann auch gereicht. Man mag von Frau Nahles halten was man will. Sie ist jedenfalls etwas origineller.
radius21 24.04.2018
2. Kanzlerkandidat?
Was soll diese Umfrage? Die SPD liegt bei den Umfragen bei 17%, damit stellt man keinen Kanzler mehr. Mit Figuren wie Scholz, Heil oder Maas wird sich die SPD auch nie wieder erholen. Sie verhindern einen klaren sozialpolitischen [...]
Was soll diese Umfrage? Die SPD liegt bei den Umfragen bei 17%, damit stellt man keinen Kanzler mehr. Mit Figuren wie Scholz, Heil oder Maas wird sich die SPD auch nie wieder erholen. Sie verhindern einen klaren sozialpolitischen Kurs und das ist der Tod der SPD. Möge Scholz auch in den Umfragen scheinbar beliebter sein.
Listkaefer 24.04.2018
3. Das Wahlvolk ...
... reagiert widersprüchlich und unberechenbar, aber jedenfalls nicht rational. Zugegeben, Scholz kommt staatsmännischer rüber und Nahles wirkt dagegen etwas schrill. Aber Nahles war eine ausgezeichnete und überhaupt nicht [...]
... reagiert widersprüchlich und unberechenbar, aber jedenfalls nicht rational. Zugegeben, Scholz kommt staatsmännischer rüber und Nahles wirkt dagegen etwas schrill. Aber Nahles war eine ausgezeichnete und überhaupt nicht schrille Arbeitsministerin. Sie könnte ohne Weiteres das Amt der Bundeskanzlerin ausfüllen. Der Bürger möchte authentische Politiker. Nahles ist authentisch. Sie redet Klartext. Trotzdem hält sich der Wähler an Oberflächlichem fest und bevorzugt eine ewig zaudernde, aber beherrschte Merkel oder einen aalglatt geschliffenen Scholz. Logisch ist das überhaupt nicht. An Energie und Durchsetzungsvermögen ist Nahles jedenfalls kaum zu übertreffen. Und im Herzen ist sie authentisch solidarisch und sozial. Sie wird als SPD-Vorsitzende noch positiv überraschen.
s.l.bln 24.04.2018
4. Die Nahles...
...ist bestenfalls eine Zwischenkandidatin. Falls sie nicht schon vor der nächsten Wahl parteiinternen Konflikten zum Opfer fällt, fährt die SPD dann ein bescheidenes Ergebnis ein. Ich halte sie für nicht massentauglich, weil [...]
...ist bestenfalls eine Zwischenkandidatin. Falls sie nicht schon vor der nächsten Wahl parteiinternen Konflikten zum Opfer fällt, fährt die SPD dann ein bescheidenes Ergebnis ein. Ich halte sie für nicht massentauglich, weil es irgendwie keine Gruppe zu geben scheint, die sie anspricht. Für die aufbruchswilligen Jungen gehört sie zu sehr zum alten Kader, für die alten Stammwähler ist sie zu schrill und ordinär und allen mit politischer Vision (jaja, zum Arzt...) fehlt die erkennbare Agenda. Das Ergebnis ihrer Wahl spricht für sich.Für eine Abstimmung zum Parteivorsitz war das mehr als dürftig.
f82s 24.04.2018
5. ja ist denn heut schon Wahl?
Andrea Nahles war im letzten Halbjahr parteiintern tätig. Ihre Eigenschaft als Kanzlerkandidatin muss sie erst ab heute unter Beweis stellen. Die Umfrage sollte also bei gegebener Zeit wiederholt werden.
Andrea Nahles war im letzten Halbjahr parteiintern tätig. Ihre Eigenschaft als Kanzlerkandidatin muss sie erst ab heute unter Beweis stellen. Die Umfrage sollte also bei gegebener Zeit wiederholt werden.
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