Politik

Kramp-Karrenbauer oder Merz

Schäuble hält Rennen um Kanzlerkandidatur in Union für offen

Bundestagspräsident Schäuble sieht Friedrich Merz auch nach seiner Schlappe gegen Annegret Kramp-Karrenbauer als möglichen Kanzlerkandidaten. Merz sei auch in Zukunft bereit, sich für die Demokratie zu engagieren.

DPA

Wolfgang Schäuble

Dienstag, 01.01.2019   13:42 Uhr

Wer für die CDU als Kanzler kandidiert - das ist für Wolfgang Schäuble (CDU) noch nicht entschieden. Dem Magazin "Stern" antwortete der Bundestagspräsident auf die Frage, ob die neue Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer das erste Zugriffsrecht auf eine Kanzlerkandidatur habe: "Zugriffsrecht? Ich mag diese gestanzten Formulierungen nicht. Man wird sich zum gegebenen Zeitpunkt verständigen."

Schäuble deutete an, dass Friedrich Merz auch in der Kandidatenfrage eine Rolle spielen könne. Bei dem Kampf um den CDU-Vorsitz unterlag Merz allerdings knapp Kramp-Karrenbauer.

Schäuble sagte dem "Stern": "Ich habe nie Zweifel daran gehabt, dass Friedrich Merz bereit ist, sich in der CDU für diese Demokratie zu engagieren. Und die habe ich auch in Zukunft nicht."

Schäuble sprach sich zudem gegen ein vorzeitiges Ende der Großen Koalition und vorgezogene Neuwahlen aus. Diese Koalition müsse nun weitere drei Jahre regieren. "Wir sollten nicht dauernd neue Spekulationen anstellen, wann sie endet." In diesem Zusammenhang rief Schäuble die CDU auf, sich auf Sachfragen zu konzentrieren. "Wir sind nicht gewählt, um Personaldebatten zu führen. Das ist nur Selbstbefriedigung."

In Bezug auf die AfD äußerte Schäuble die Erwartung, dass sich die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer das Ziel setze, diese "kleinzukriegen". Als Vorsitzende der größten Partei in Deutschland habe sie eine besondere Verantwortung.

Als Bundestagspräsident falle es ihm im Umgang mit der AfD gelegentlich schwer, sich zurückzuhalten, räumte Schäuble ein. Die formale Würde sei nicht seine "allerstärkste Seite". Er müsse deshalb auf seine alten Tage noch lernen, was ihm seine Eltern schon beizubringen versucht hätten: "Du musst nicht immer zu allem deinen Kommentar abgeben."

kha/Reuters/AFP

insgesamt 116 Beiträge
meinemutti 01.01.2019
1. Es gibt wichtigeres als.....
...... eine ständige Personaldiskussion. Die Regierenden sollten sich langsam mal an die Arbeit machen und ihren Aufgaben nachkommen, anstelle ständig über Personen zu diskutieren oder den Befindlichkeiten eines Herrn Seehofer [...]
...... eine ständige Personaldiskussion. Die Regierenden sollten sich langsam mal an die Arbeit machen und ihren Aufgaben nachkommen, anstelle ständig über Personen zu diskutieren oder den Befindlichkeiten eines Herrn Seehofer entgegen zu kommen.
maranata-ven 01.01.2019
2. Herr Schäuble möchte gern den Herrn Friedrich Merz
Herr Schäuble möchte gern den Herrn Friedrich Merz als Zugpferd vor dem Kanzler-Karren der CDU haben um noch zum letzten Mal Frau Merkel düster zu stimmen. Sieht momentan aber schlecht aus.
Herr Schäuble möchte gern den Herrn Friedrich Merz als Zugpferd vor dem Kanzler-Karren der CDU haben um noch zum letzten Mal Frau Merkel düster zu stimmen. Sieht momentan aber schlecht aus.
micherla 01.01.2019
3. Der alte Mann der CDU...
...hat Mal wieder eine gute Gelegenheit verpasst, sich NICHT zu äußern. Seine große Zeit ist vorbei, und sein Protege bei der Wahl zum CDU-Vorsitz durchgefallen. Er sollte sich als Bundestagspräsident politisch neutral [...]
...hat Mal wieder eine gute Gelegenheit verpasst, sich NICHT zu äußern. Seine große Zeit ist vorbei, und sein Protege bei der Wahl zum CDU-Vorsitz durchgefallen. Er sollte sich als Bundestagspräsident politisch neutral verhalten, und sich nicht zu parteiinternen, ungelegten Eiern zu Wort melden, und so nur Unruhe zu stiften.
theo# 01.01.2019
4.
"Ich habe nie Zweifel daran gehabt, dass Friedrich Merz bereit ist, sich in der CDU für diese Demokratie zu engagieren. Und die habe ich auch in Zukunft nicht." Ja und warum macht er es dann nicht? Ist dem Merz die [...]
"Ich habe nie Zweifel daran gehabt, dass Friedrich Merz bereit ist, sich in der CDU für diese Demokratie zu engagieren. Und die habe ich auch in Zukunft nicht." Ja und warum macht er es dann nicht? Ist dem Merz die Parteiarbeit zu viel? Wie will er sich engagieren? Ausser blabla kommt da nichts...
Idinger 01.01.2019
5. Auch ich
habe keinen "Zweifel daran ...., dass Friedrich Merz bereit ist, sich in der CDU .... zu engagieren" - vorausgesetzt, sie nominiert ihn als Kanzlerkandidaten. Unser Bundestagspräsident hat offensichtlich das Scheitern [...]
habe keinen "Zweifel daran ...., dass Friedrich Merz bereit ist, sich in der CDU .... zu engagieren" - vorausgesetzt, sie nominiert ihn als Kanzlerkandidaten. Unser Bundestagspräsident hat offensichtlich das Scheitern seines Protegés bei der Wahl zum Parteivorsitz (noch) nicht akzeptiert und übt sich jetzt im "Nachtreten". Wenn Merz die Wahl gewonnen hätte, würden wir die Sätze "Zugriffsrecht? Ich mag diese gestanzten Formulierungen nicht. Man wird sich zum gegebenen Zeitpunkt verständigen." gewiß nicht hören oder lesen.

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