Reise

Kabelschaden auf der "AidaAura"

Jetzt muss an Deck gegrillt werden

Auf dem Kreuzer "AidaAura" hat es mitten auf dem Atlantik einen Kabelschaden gegeben. Rund 1000 Passagiere sitzen auf den Kapverdischen Inseln fest - ohne warme Küche. Betroffene berichten.

picture alliance / Eventpress

"AidaAura" (Symbolbild)

Freitag, 19.10.2018   21:35 Uhr

Monatelang hatten sich die Passagiere der "AidaAura" auf ihre Weltreise gefreut. Von Hamburg aus sollte es nach Südamerika gehen, dann nach Australien und Südafrika. Doch nun sitzt das Kreuzfahrtschiff im Hafen Mindelo auf den Kapverdischen Inseln fest.

Am Dienstagmorgen sei es auf dem Weg von Madeira zu den Kapverdischen Inseln zu einer technischen Störung an Bord der "AidaAura" gekommen, teilte das Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises auf Anfrage mit. Die Zubereitung warmer Speisen sei daraufhin eingeschränkt gewesen. Es habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Gäste, die Crew oder das Schiff bestanden.

In Medienberichten hieß es, derzeit würde an Deck der "AidaAura" gegrillt, nachdem die Stromversorgung der Hauptküche ausgefallen war. Die Motoren und die Klimaanlage hätten die ganze Zeit über weiterhin funktioniert. Da das Bordpersonal das Problem alleine nicht habe lösen können, habe es Unterstützung aus Deutschland angefordert.

"Kommunikation auf Augenhöhe fehlt"

Seit Donnerstag warten nun rund 1000 Passagiere im Hafen Mindelo darauf, weiterfahren zu können. Die Stimmung an Bord sei nach der Panne zunächst "weitgehend gut, eher wie ein Abenteuer" gewesen, sagten die Passagiere Andrea und Bernhard Schiepe dem SPIEGEL am Telefon. "Viele loben die Crew, die sich in dieser Ausnahmesituationen wirklich ins Zeug legt und Tausende von Tellern und Bestecken mit der Hand gewaschen hat". Die Passagiere würden zum Essen teilweise auch an Land gebracht.

Langsam drohe die Stimmung jedoch zu kippen: "Der Kapitän liest seit seiner ersten Ansage nur noch Pressestatements von Aida vor. Ich habe das Gefühl, dass uns Informationen vorenthalten werden. Mir fehlt die Kommunikation auf Augenhöhe", sagte Bernhard Schiepe.

Nach Informationen des Passagiers ist unterdessen Michael Stendebach, ein Vizepräsident von Aida, auf dem Schiff eingetroffen. Er habe erklärt, dass einer von zwei Stromgeneratoren ausgefallen seien, mit nur einem Generator sei die Weiterfahrt nicht gesichert.

Schiff wird repariert

Derzeit arbeiten eigens aus Deutschland eingeflogene Techniker an der Behebung des Schadens. Auch Ersatzteile und Kabel seien auf dem Weg zum Schiff, hieß es laut "Kieler Nachrichten". Bis zum Wochenende könnte die "AidaAura" demnach bereit zur Weiterfahrt sein.

Auch Aida Cruises bestätigte, dass die meisten technischen Geräte wieder in Betrieb seien. "Wir arbeiten bereits an einer Aktualisierung des weiteren Reiseverlaufs", hieß es in der schriftlichen Mitteilung. "'AidaAura' wird seine Reise in Richtung Brasilien fortsetzen, wenn alle Systeme auf ihren einwandfreien Zustand überprüft worden sind."

Die Weltreise war am 8. Oktober in Hamburg gestartet. Der nächste Höhepunkt sollte das Einlaufen in Rio de Janeiro werden, das für Ende Oktober geplant ist. Das Schiff sollte insgesamt 117 Tage unterwegs sein.

Erst vor Kurzem hatte ein Schiff von Aida Cruises Probleme auf hoher See: Anfang Oktober war auf der "AidaPrima" während einer Fahrt über das Mittelmeer das ansteckende Norovirus ausgebrochen. Rund 300 Passagiere waren von der Magen-Darm-Infektion betroffen.

Anmerkung der Redaktion: Die "AidaAura" hat den Hafen von Mindelo am Sonntagmorgen wieder mit Kurs auf Brasilien verlassen. Das teilte Aida Cruises dem SPIEGEL mit.

kry

insgesamt 40 Beiträge
as@hbx.de 19.10.2018
1. Oh, sinnlose Hetze kann ich auch:
Ehe italienische Monteure an Bord gewesen wären, wären die Passagiere sicher verhungert ;-))))
Ehe italienische Monteure an Bord gewesen wären, wären die Passagiere sicher verhungert ;-))))
ruhuviko 19.10.2018
2. 117 Tage unterwegs sein ...
... und jetzt vielleicht eine Woche in Mindelo auf den Kapverdischen Inseln festhängen: was für eine Strafe!
... und jetzt vielleicht eine Woche in Mindelo auf den Kapverdischen Inseln festhängen: was für eine Strafe!
Gluehweintrinker 19.10.2018
3. Was kann die Werft dafür?
Da beschuldigt jemand die Werft für den technischen Ausfall eines Generators. Aberwitziger gehts nicht. Wenn Ihr Heizkessel streikt, dann ist auch der Architekt Schuld, auch wenn der Bau 18 Jahre zurück liegt wie bei diesem [...]
Da beschuldigt jemand die Werft für den technischen Ausfall eines Generators. Aberwitziger gehts nicht. Wenn Ihr Heizkessel streikt, dann ist auch der Architekt Schuld, auch wenn der Bau 18 Jahre zurück liegt wie bei diesem Schiff. Sorry, da disqualifiziert sich jemand gerade öffentlich als Kommentator.
ulijoergens 19.10.2018
4. Eine Kreuzfahrt die ist lustig
Immerhin ist der Kahn nicht gesunken. Es gibt Schlimmeres als auf den Kapverden zu stranden.
Immerhin ist der Kahn nicht gesunken. Es gibt Schlimmeres als auf den Kapverden zu stranden.
alstro46 19.10.2018
5. Arme Aura
Was vor 10 Jahren bei uns auf der Aura als Traumreise in der Karibik begann, endete im Januar d.J. ebenso auf ihr. Das Schiff wird verheizt, kein Budget mehr für die Kleinen, alles Geld in die großen hässlichen Pötte gesteckt [...]
Was vor 10 Jahren bei uns auf der Aura als Traumreise in der Karibik begann, endete im Januar d.J. ebenso auf ihr. Das Schiff wird verheizt, kein Budget mehr für die Kleinen, alles Geld in die großen hässlichen Pötte gesteckt und auf unsrer armen Aura werden die Kunden nur noch abgezockt und das Schiff verwahrlost, Pfui AIDA, wir sind weg von euch!

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