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Bundesstaat Gujarat

Indien errichtet höchste Statue der Welt

Doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue und umgerechnet 355 Millionen Euro teuer: Indien weiht die Statue der Einheit bald ein, es ist die höchste der Welt. Aber nicht für lange.

AFP

"Statue of Unity" an der Sardar-Sarovar-Talsperre bei Vadodara

Freitag, 14.09.2018   17:11 Uhr

Am Ufer der Sardar-Sarovar-Talsperre ragt ein Ghandi-Vertrauter aus Beton in den Himmel. Einigermaßen unaufgeregt ist die Haltung von Vallabhbhai Patel, so der Name des verewigten Politikers, der als Mitarbeiter Mahatma Gandhis die Unabhängigkeit Indiens mitgestaltet hat und vor allem von den Hindus verehrt wird. Die "Statue der Einheit" wird am 31. Oktober enthüllt - und ist dann mit ihren 182 Metern die höchste der Welt. Doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue der US-Amerikaner.

Jedoch wird die Patel-Statue, die aus Eisen, Wasser und in ganz Indien gesammelter Erde geschaffen wurde, ihren Rekordstatus nur wenige Jahre behalten. Bei Mumbai wird zurzeit an einem Reiterdenkmal gewerkelt, das 212 Meter bis zur Spitze des erhobenen Schwertes messen soll. Erst in diesem Jahr wurden seine Ausmaße vergrößert, als bekannt wurde, das der jetzige Weltrekordhalter, der Spring Temple Buddha in China, 128 Meter erreichte.

Indien lässt sich die beiden Ausnahme-Statuen etwas kosten: Für die Einheitsstatue an der Talsperre im westindischen Bundesstaat Gujarat werden 29,8 Milliarden Rupien (355 Millionen Euro) und für das Denkmal für den Hindu-Führer Shivaji Maharaj etwa 36 Milliarden Rupien (430 Millionen Euro) aufgewendet, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet. Der gigantische Reiter samt Pferd soll bis 2021 fertig sein und wird auf einem Inselchen thronen, das zwei Kilometer von der Küste bei Mumbai entfernt liegt.

Dort auf der Insel regt sich laut der Zeitung Protest bei den Fischern. Die Bauarbeiten auf den dafür nötigen 6,8 Hektar Land würden die Umwelt zerstören. Auch wurden die enormen Kosten in Frage gestellt, wenn zugleich Mumbais Einwohner mit großer Armut und schlecht finanzierten Krankenhäusern und Schulen zu kämpfen haben. "Dies ist das Geld der Steuerzahler", erklärt eine Onlinepetition des Journalisten Krishma Upadhyay, "und ich bin sicher, dass wir alle es besser fänden, wenn das Geld für Erziehung, Infrastruktur und Lebensmittel ausgegeben würde."

abl

insgesamt 11 Beiträge
gwyar 14.09.2018
1. Das ist doch mal was
Aber den Fischern, welche dort protestieren, es wäre ihr Geld, welches besser in Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur investiert wäre, sei gesagt: Keine Sorge, Deutschland zahlt jährlich rund 1 Milliarde an [...]
Aber den Fischern, welche dort protestieren, es wäre ihr Geld, welches besser in Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur investiert wäre, sei gesagt: Keine Sorge, Deutschland zahlt jährlich rund 1 Milliarde an Entwicklungshilfe - da können neben ein paar Atommeilern auch die eine oder andere Statue errichtet werden.... Wenn ich sowas lese, vergeht mir einmal mehr die Lust, mir morgens die Schuhe zu binden.
flohzirkusdirektor 14.09.2018
2. Dann tragen Sie halt Slipper - sind zur Zeit eh en vogue!
Ansonsten dachte ich Ähnliches, auch wenn ich nicht gewusst habe, wieviel Entwicklungshilfe Indien von Deutschland erhält. Btw., Sie vergassen den inoffiziellen Bau von Kernwaffen, auch die gibt's nicht für lau ...
Zitat von gwyarAber den Fischern, welche dort protestieren, es wäre ihr Geld, welches besser in Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur investiert wäre, sei gesagt: Keine Sorge, Deutschland zahlt jährlich rund 1 Milliarde an Entwicklungshilfe - da können neben ein paar Atommeilern auch die eine oder andere Statue errichtet werden.... Wenn ich sowas lese, vergeht mir einmal mehr die Lust, mir morgens die Schuhe zu binden.
Ansonsten dachte ich Ähnliches, auch wenn ich nicht gewusst habe, wieviel Entwicklungshilfe Indien von Deutschland erhält. Btw., Sie vergassen den inoffiziellen Bau von Kernwaffen, auch die gibt's nicht für lau ...
salomohn 14.09.2018
3. Und der Hunger?
In Indien hungern viele Menschen. Solche Projekte sind da fehl am Platz.
In Indien hungern viele Menschen. Solche Projekte sind da fehl am Platz.
PwvincentPwvincent 14.09.2018
4. Armut in Indien
Beitrag Muss das sein? Ok Inder denken anders. Muss man respektieren.
Beitrag Muss das sein? Ok Inder denken anders. Muss man respektieren.
kuac 14.09.2018
5.
Mit Verlaub, es handelt sich nicht um Schenkung von 1 Mrd. Euro, sondern ganz gewöhnliche Kredite: "2017 sagte die Bundesregierung Indien im Rahmen der jährlich stattfindenden Regierungsverhandlungen Mittel in Höhe [...]
Zitat von gwyarAber den Fischern, welche dort protestieren, es wäre ihr Geld, welches besser in Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur investiert wäre, sei gesagt: Keine Sorge, Deutschland zahlt jährlich rund 1 Milliarde an Entwicklungshilfe - da können neben ein paar Atommeilern auch die eine oder andere Statue errichtet werden.... Wenn ich sowas lese, vergeht mir einmal mehr die Lust, mir morgens die Schuhe zu binden.
Mit Verlaub, es handelt sich nicht um Schenkung von 1 Mrd. Euro, sondern ganz gewöhnliche Kredite: "2017 sagte die Bundesregierung Indien im Rahmen der jährlich stattfindenden Regierungsverhandlungen Mittel in Höhe von 1,054 Milliarden Euro zu. Diese werden fast vollständig in Form von günstigen Krediten zur Verfügung gestellt, die Indien langfristig zurückzahlt" http://www.bmz.de/de/laender_regionen/asien/indien/index.html

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