Reise

Tipps für 2018

Und wohin fährt die SPIEGEL-ONLINE-Reiseredaktion?

Tag für Tag schwelgen die Redakteurinnen des SPIEGEL-ONLINE-Reiseressorts in Geschichten aus aller Welt. Doch wohin fahren sie selbst in den Urlaub? Hier sind ihre Ziele.

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Samstag, 30.12.2017   18:11 Uhr

Am Vormittag auf die Zugspitze, am Nachmittag nach Paris und am Abend nach Kenia: Als Reiseredakteurinnen beschäftigen wir uns täglich mit spannenden Berichten aus Ländern rund um die Welt. Reiselustig sind wir nicht nur in unserem Beruf, sondern auch im Urlaub. Hier erzählen wir von unseren geplanten Touren und geben Tipps zu Ländern, die wir bereits besucht haben.

REUTERS

Naturreservat in Kapstadt

Reisetipp von Katherine Rydlink: Das Licht Südafrikas

Vor sieben Jahren habe ich mein Auslandssemester in der südafrikanischen Studentenstadt Stellenbosch gemacht. Nach sechs Monaten Surfen, Roadtrips und Weinverkostungen - studiert haben wir natürlich auch - hatte ich beim Abflug Tränen in den Augen.

Seither bin ich viel gereist, doch kaum ein Land kam für mich an Südafrika heran. Nicht umsonst listet Lonely Planet das Land unter seinen "Top 10 Best in Travel" für das Jahr 2018. Hinzu kommt eine weitere Attraktion, die Südafrika zum Top-Ziel für nächstes Jahr macht: Zu Ehren des verstorbenen Nelson Mandela findet das Veranstaltungsprogramm "Nelson Mandela: Centenary 2018" mit dem Schwerpunkt auf Sport, Bildung und Kunst statt.

Was Südafrika so besonders macht? Es ist das Licht, das mich in dem Land so fasziniert hat. Der Blick vom Tafelberg sieht jedes Mal anders aus: Mal kann man über ganz Kapstadt sehen während die murmeltierähnlichen Klippschliefer auf den Felsen herumturnen, mal ist man komplett in Wolken gehüllt und fühlt sich wortwörtlich wie im Himmel.

Es sind die Menschen. Südafrika ist nach wie vor gezeichnet von Rassismus, Armut, Kriminalität und politischem Chaos, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man das Land bereist. Dennoch begegnen einem die meisten Menschen mit Freundlichkeit und Herz.

Es sind die Sonnenuntergänge am Strand von Camps Bay. Es sind die Autofahrten durch die sagenhaften Landschaften der Wild Coast zwischen Port Elizabeth und Durban und die unverschämten Paviane am Kap der Guten Hoffnung, die ich nicht vergessen werde. Es sind die Wellen in der Bucht von Cool Bay und das gute Essen bei "Mama Africa" in Kapstadts Long Street, auf die man sich stets verlassen kann. Es sind die durchfurchten Gipfel der Drakensberge und der höchste Bungee-Jump der Welt von der Bloukrans-Bridge nahe Plettenberg Bay, die Abenteuerlust wecken.

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Lofoten in Norwegen

Reiseplan für 2018 von Katherine Rydlink: Bulli-Tour durch Norwegen

Ich habe mir endlich einen Traum erfüllt und einen Bulli gekauft. Einen VW LT, er heißt "Shelly". Über den Winter soll er ausgebaut werden: Kühlschrank für die Bierlagerung, Gasherd für den morgendlichen Kaffee und ein Bett, von dem aus man das Meer sehen kann, wenn man die hinteren Türen öffnet.

Im Sommer geht's los: von Hamburg aus durch Dänemark, mit der Autofähre nach Norwegen, dann die Fjorde entlang. Das Jedermannsrecht erlaubt es, "Shelly" auch einmal außerhalb eines Campingplatzes zu parken (am besten mit den hinteren Türen in Richtung Meer).

Im Norden biegen wir ab auf die Lofoten. In den Sommermonaten wird es dort nie so richtig dunkel, und die Outdooraktivitäten sind ganz nach meinem Geschmack: kajaken, surfen, bergsteigen. Wie heißt es in meinem Reiseführer: Die Lofoten sind "schlicht und ergreifend atemberaubend".

Katherine Rydlink, 29, Reiseredakteurin, hängt am liebsten an irgendwelchen Felsen oder wandert auf Bergen herum. Planen findet sie anstrengend, dafür geht auch häufig mal etwas schief. Aber gerade witzige Pannen vergisst man ja bekanntlich nie.

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Streetfood in Malaysia

Reisetipp von Eva Lehnen: Familienabenteuer in Malaysia

Als der Airbus auf der Startbahn dem point of no return entgegenbeschleunigt, schließe ich kurz die Augen. Vor mir in der Babywanne liegt unsere einjährige Tochter, am Fenster sitzt unser zweieinhalbjähriger Sohn. Hoffentlich geht alles gut. Die Flucht aus dem Hamburger Wintergrau ins warme, leuchtende Südostasien haben mein Mann und ich sorgfältig geplant. Der Westen von Malaysia kommt uns für eine Reise mit kleinen Kindern gut machbar vor.

Unsere erste Airbnb-Unterkunft - ein einfaches Gartenhäuschen - auf der Insel Langkawi ist perfekt. Statt unbeweglich in mehrere Winterschichten eingepackt, laufen und krabbeln die Kinder morgens in Windeln nach draußen. Verfolgen die Wege der Ameisen auf der Terrasse, warten auf den Eisvogel, der uns jeden Tag besuchen kommt, freuen sich über Wasserbüffel hinterm Haus und die Affen, die wir auf dem Weg an den Strand treffen. So viel üppige Natur haben die Kinder in ihrem Stadtleben noch nie gesehen. Wir Erwachsenen liegen abends happy in der Hängematte.

Zum Chinesischen Neujahrsfest treffen wir in George Town an der Straße von Malakka ein. Die alte Kolonialstadt zählt zum Unesco-Weltkulturerbe, die Garküchen sind in ganz Südostasien berühmt. Auf dem Friedhof am Rande der Altstadt finden wir verwitterte Grabsteine deutscher Kaufleute, die einst in der Stadt ihr Glück versuchten.

Nun haben wir wieder Geld und Urlaubstage gespart und fliegen im Februar noch mal los. Wieder nach Malaysia. Diesmal wollen wir nach Langkawi, Ipoh und Kota Kinabalu.

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Schleswig

Reiseplan für 2018 von Eva Lehnen: Schleswig-Holstein entdecken

Nach der weiten Reise im Februar, bleibe ich im Sommer sicher eher in der Nähe. Auch, wenn ich mittlerweile seit vielen Jahren in Hamburg lebe, das Umland kenne ich nicht besonders gut. Fahrradkarten von Schleswig-Holstein sind aber schon angeschafft. Das Städtchen Schleswig soll so sehenswert sein, überhaupt möchte ich gerne mal an die Schlei. Und die vielgelobte Jugendherberge in Dahme ausprobieren. Um dort ein freies Zimmer zu bekommen, muss man schnell sein.

Eva Lehnen, 40, Reiseredakteurin, die findet, dass die Vorfreude auf den Urlaub nicht zu kurz kommen darf und deswegen schon Wochen vor Abflug überall in der Wohnung Häufchen bildet. Wintertags immer besonders erfreulich: der Anblick von Sonnenhüten und Flipflops auf dem Couchtisch.

Antje Blinda

Dschabal-al-Achdar-Gebirge

Reisetipp von Antje Blinda: Strände, Schluchten, Wüsten von Oman

"Oman, wo ist denn das?" Das Sultanat am Zipfel der Arabischen Halbinsel ist vielen, den ich von meiner Reise erzählt habe, kein Begriff. "Ein muslimisches Land - ist das denn sicher?", ist meist die nächste Frage. Ja, absolut, meine Antwort. Unglaublich freundliche Omanis, exzellent ausgebaute Straßen und Polizisten, die deutsche Touristen an Straßensperren mit ihrem Fußballwissen beeindrucken und sie gleich durchwinken. "Und was kann man da machen?", wird gefragt. Vor allem: Natur bestaunen!

Da das Land sich unter Sultan Qabus Ibn Said in großen Schritten vom Beduinenland zum modernen Staat entwickelt, gibt es keine altehrwürdige Bauten - bis auf beeindruckende Forts und bröckelnde Lehmdörfer. Anders als in Emiraten wie Dubai besteht die Skyline in der Hauptstadt Maskat allerdings auch nicht aus Rekord-Wolkenkratzern, sie ist eher eine weit auseinander gezogene Ansammlung von moderat hohen Beton-Glas-Bauten - und wenig attraktiv.

Daher also: ab an die menschenleeren, kilometerlangen Strände! In die Wüste, die so sandig und dünig ist, wie man es sich vorstellt. Und in die bis zu 3000 Meter hohen Berge, in denen sich imposante Schluchten, wilde Wadis und liebliche Hochebenen verbergen. Ich konnte im Ras al Jinz Turtle Reserve Schildkröten beim Eierlegen beobachten, in der Wahiba-Wüste erfahren, warum Kamele Wüstenschiffe genannt werden. Und mich im Dschabal-al-Achdar-Gebirge von neugierigen Ziegen erschrecken lassen. Delfine, Wale und die seltenen Oryxe müssen bis zum nächsten Besuch warten.

Der größte Vorteil für Outdoorfans ist jedoch, dass fast überall das Zelten in der Natur erlaubt ist - die übliche Rücksichtnahme auf Land und Leute vorausgesetzt. Campen am Strand vor rauschender Brandung ist daher genauso möglich wie am Rand einer Schlucht mit Blick auf den höchsten Berg des Landes, Dschabal Schams. Wer außerdem im Fahren eines Geländewagens mit Vierradantrieb geübt ist, findet im Hadschar-Gebirgszug und in den Wüsten tolle Strecken.

Antje Blinda

Sandwich, Tee und Wanderkarte

Reiseplan für 2018 von Antje Blinda: Weitwandern in Großbritannien

Im kommenden Sommer werde ich meinen Rucksack packen und dem Auf und Ab der Küste Großbritanniens folgen. Klamotten, Regenzeug, Fotoapparat und E-Reader auf dem Rücken, Bergstiefel an den Füßen und sechs, sieben Unterkünfte vorgebucht - mehr braucht es auf den Fernwanderwegen in England und Wales nicht. Tagsüber schaue ich stundenlang beim Laufen aufs Meer, am Abend geht's in den Pub, am Morgen folgt ein Plausch mit den B&B-Gastgebern. Eine großartige Möglichkeit zum Abschalten! Im vergangenen Jahr war ich in Cornwall auf einem Teil des South West Coast Path unterwegs - doch wohin es im Juni geht? Wales Coast Path, Norfolk Coast Path? Mal sehen.

Antje Blinda, 50, Reise-Ressortleiterin, die fünfmal ihre Urlaubspläne umstößt, bevor sie glücklich mit ihrem ausgewählten Ziel ist. Es gibt einfach zu viele spannende Orte auf der Welt und immer zu wenig Zeit.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels waren beim Reisetipp Schleswig versehentlich zwei Bilder der Stadt Eckernförde eingebaut. Wir haben die Motive im Artikel und in der Fotostrecke ausgetauscht. Außerdem war beim Reisetipp Südafrika die Rede von Murmeltieren, tatsächlich handelt es sich aber um Klippschliefer auf dem Tafelberg.

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