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Riad

Saudi-Arabien baut vergoldete U-Bahn-Station

Gold an den Wänden und Marmorfußböden: In Riad entsteht die wohl luxuriöseste U-Bahn-Station der Welt. Der Entwurf von Zaha Hadid soll innerhalb von nur vier Jahren umgesetzt sein. Aber auch deutsche Architekten werden im saudi-arabischen Nahverkehr ihre Handschrift hinterlassen.

Zaha Hadid Architects
Mittwoch, 22.05.2013   15:01 Uhr

Hamburg - Der britisch-irakischen Starachitektin Zaha Hadid ist ein großer Wurf gelungen: Nach ihren Plänen wird Saudi-Arabien eine U-Bahn-Station für Riad bauen. Doch mit einem normalen Bahnhof im Untergrund hat der Entwurf nicht viel zu tun. Wie eine gigantische Düne wird sich die "King Abdullah Financial District"-Metrostation in Riad ausbreiten und dort drei Metrolinien miteinander verbinden.

Das wellenförmig geschwungene Dach wird viel Licht ins Innere lassen. Es soll durch Gitter fallen, deren Muster an sich überlagernde Sinuskurven erinneren. Durch diese Öffnungen soll die Luft zirkulieren können. Aufgrund der großen Hitze in Riad - es herrschen oft über 40 Grad - wird es jedoch auch eine Klimaanlage geben.

Hinter der Fassade soll laut dem Zaha-Hadid-Büro in London Gold an den Wänden glänzen, für den Fußboden ist Marmor vorgesehen. Mit seinen hohen Decken und Galerien, imposanten Säulen und Trägern wird der Innenraum deutlich großzügiger wirken als Haltestellen, die man aus Berlin, London oder Paris kennt.

Die Station im Finanzviertel von Riad soll in nur vier Jahren gebaut sein - so will es König Abdullah. Das 20.000 Quadratmeter große Gebäude mit sechs Bahnsteigen wird sich über vier Etagen sowie zwei weitere Stockwerke mit Parkgaragen erstrecken.

Die Hauptstadt von Saudi-Arabien wächst rasant: Seit 1990 hat sich die Bevölkerungszahl mehr als verdoppelt. Über fünf Millionen Menschen leben in der Wüstenstadt, die erst jetzt ein System für den öffentlichen Nahverkehr bekommt.

Drei der darin vorgesehenen U-Bahn-Stationen plant das deutsche Architektenbüro Gerber. Besonders spektakulär wirkt die Olaya Metro Station, die 155 Millionen Euro kosten wird. Auf ihrem Dach soll ein Park mit Palmen entstehen. Er wird "für die Stadt in diesem Klima eine außerordentliche Bedeutung und großen Mehrwert für die Belebung des öffentlichen Raumes" haben, heißt es auf der Webseite von Gerber Architekten.

Zaha Hadid ist berühmt für ihre futuristisch wirkenden Bauten wie unter anderem das Olympics Aquatic Centre in London oder das MAXXI, ein Museum für zeitgenössische Kunst in Rom.

jus

insgesamt 15 Beiträge
wintersommer 22.05.2013
1. Fortschrittlich ist die Frage
Die bekommen es hin und bauen eine männliche und eine weibliche U-Bahn Station. Ich frag mich was daran fortschrittlich sein soll. Aber die Hauptsache ist optisch nach außen ein anderes Bild abzugeben.
Die bekommen es hin und bauen eine männliche und eine weibliche U-Bahn Station. Ich frag mich was daran fortschrittlich sein soll. Aber die Hauptsache ist optisch nach außen ein anderes Bild abzugeben.
blubb321 22.05.2013
2. Tankstelle
Es ist doch immer schön, zu sehen, wofür man an der Tankstelle u. a. zahlt.
Es ist doch immer schön, zu sehen, wofür man an der Tankstelle u. a. zahlt.
Stelzi 22.05.2013
3. Richtig so!
Richtig so! So lange das Öl noch sprudelt, muss man die Einnahmen in sichtbare Dekadenz umwandeln! Alles andere wäre absurd.
Richtig so! So lange das Öl noch sprudelt, muss man die Einnahmen in sichtbare Dekadenz umwandeln! Alles andere wäre absurd.
sons.of.liberty 22.05.2013
4. Ein Haus aus purem Gold
Irgendjemand neidisch wegen Stuttgart 21? Lieber 5 Mark pro Liter Benzin als 5 Mark pro Liter Wasser. Obwohl an dem Wasserpreis arbeitet die EUdSSR ja schon mit Hochdruck.
Irgendjemand neidisch wegen Stuttgart 21? Lieber 5 Mark pro Liter Benzin als 5 Mark pro Liter Wasser. Obwohl an dem Wasserpreis arbeitet die EUdSSR ja schon mit Hochdruck.
neu_ab 22.05.2013
5.
Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst ein Haufen "Klimaforscher" herausfinden würde, daß zu hoher Wasserverbrauch den "Klimawandel" fördert.
Zitat von sons.of.libertyIrgendjemand neidisch wegen Stuttgart 21? Lieber 5 Mark pro Liter Benzin als 5 Mark pro Liter Wasser. Obwohl an dem Wasserpreis arbeitet die EUdSSR ja schon mit Hochdruck.
Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst ein Haufen "Klimaforscher" herausfinden würde, daß zu hoher Wasserverbrauch den "Klimawandel" fördert.

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