Reise

Tipps für die Sightseeing-Pause in Paris

Hier will ich sitzen

Irgendwann muss auch der zäheste Tourist auf seinen Streifzügen mal Pause machen. Aber nicht auf irgendeinem Bistrostuhl! Wir verraten, wo Pariser am liebsten draußen sitzen.

Aude Boissaye/ Studio Cui Cui
Von Estelle Marandon, Paris
Mittwoch, 16.05.2018   04:11 Uhr

In Paris ist es meist ja so: Man läuft und läuft und kann nicht genug bekommen von der Pracht der Stadt. Doch irgendwann muss auch der entdeckungsfreudigste Tourist mal Pause machen und lässt sich auf den nächstgelegenen Bistrostuhl sinken. Das Problem: Meist steht der ausgerechnet dort, wo der Verkehr rauscht oder Passanten so dicht vorbeilaufen, dass sie einem die Frites vom Steakteller klauen könnten. In Paris wirklich entspannte Draußensitz-Orte zu finden, ist nicht so einfach. Hier sind die besten Adressen:

Très Chic: das Café im Petit Palais

Jean Pierre Salle/ Café Le Jardin du Petit Palais

Das Café im Petit Palais, direkt gegenüber des Grand Palais, ist ein echtes Schmuckstück: Im Innenhof des Museums der Schönen Künste im Champs-Élysées-Viertel versteckt sich ein charmanter, halbkreisförmiger Patio. Zum Kaffee sollte man sich hier unbedingt einen Macaron oder ein anderes Gebäck der Pariser Nobelpatisserie Lenôtre bestellen, die es an der Theke gibt.

Spitze Sitzplatz: die Île Saint-Louis

Getty Images/ iStockphoto

Der kleine Platz auf der äußersten Spitze der Île Saint-Louis gehört zu den schönsten Fleckchen von Paris. Vom gepflasterten Vorsprung aus hat man einen herrlichen Blick auf die Seine und die vorbeifahrenden Schiffe. Nicht selten feiern Pariser abends hier spontane Partys. Wer tagsüber kommt, sollte unbedingt vorher bei Berthillon vorbeischauen, der berühmtesten Eisdiele der Stadt. Wagemutige probieren das Foie- Gras-Eis.

Total top: das Le Perchoir

Aude Boissaye/ Studio Cui Cui

Touristen verschlägt es eher selten in die Rue Crespin du Gast an der Metrostation Menilmontant im 11. Arrondissement. Dabei versteckt sich hier eine der besten Dachterrassen der Stadt. Le Perchoir befindet sich im siebten Stock des relativ unscheinbaren Gebäudes mit der Hausnummer 14. Der Panorama-Blick über die Dächer der Stadt und Sacré Coeur ist großartig. Um einen Platz in den gemütlichen Sofaecken oder unter dem Zeltdach an der Bar zu ergattern, kommt man am besten vor 17.30 Uhr oder nach 22 Uhr, wenn die ersten Gäste schon wieder nach Hause gehen. Getränkeempfehlung: der Moscow Mule oder die exotischen Biere aus Mexiko und Tschechien.

Pausemachen im Marais: Café im Institut Suédois

Vinciane Lebrun-Verguethen

So schön es im Marais-Viertel auch ist, wer durch die blaue Türe in den gepflasterten Innenhof des Institut Suédois, des schwedischen Kulturinstituts, tritt, freut sich über die Ruhe hier. Im Café unbedingt probieren: die köstlichen Zimtrollen. Wer sich am liebsten ganz ausstrecken will: Auf der Rückseite des eleganten Hotel Particulier, in dem sich das Institut befindet, gibt es einen frei zugänglichen Garten mit jeder Menge gestreifter Liegestühle.

Flussküche an der Pont Neuf: Maison Maison

Seit einiger Zeit ist die Uferstraße entlang der Seine für Autos gesperrt. Darüber schimpfen zwar die Taxifahrer, doch die Pariser lieben den neuen Parc Rives de Seine. Und das Maison Maison, gleich bei der Pont Neuf. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht - auf der Terrasse neben dem simplen Küchencontainer kann man ganz vorzüglich essen: frische Ceviche, Hasenbraten oder einen Crumble aus Bergamotte-Crème. Das Restaurant befindet sich auf der Höhe der Adresse 16, Quai du Louvre. Direkt gegenüber führt eine Treppe zum Ufer und dem Maison Maison hinunter.

Picknick am Wasser: der Canal Saint Martin

Getty Images/ Photothek/ Gottschalk

Bevor man sich gemütlich am gepflasterten Ufer des Kanals im 10. Arrondissement niederlässt, sollte man sich ein kleines Picknick besorgen. Im Du Pain et des Idées, einer der besten Bäckereien der Stadt an der Ecke Rue de Marseille/Rue Yves Toudic, gibt es köstliches Brot, etwa das "Le Pain des Amis". Ein Stück Käse und Getränke gibt´s im kleinen Monoprix-Supermarkt gegenüber. In der Rue de Marseille lohnt es sich ohnehin, ein bisschen Shopping-Zeit einzuplanen. Im Centre Commercial findet man nachhaltige Designermode und die hippen Veja-Sneakers.

Gute und günstige Hausmannskost: Le Bouillon Pigalle

Benoit Linero

Das eher ungewöhnliche Anti-Snob-Konzept von Le Bouillon Pigalle hat in Paris eingeschlagen wie eine Bombe: Hier gibt es einfaches, aber gutes Essen zu günstigen Preisen. Nirgendwo sonst bekommt man in der Stadt ein gutes Steak Tartare für nur 10,50 Euro! Noch dazu in einem angesagten Viertel wie Pigalle. Achtung: Im Bouillon Pigalle kann man nicht reservieren. Zu Stoßzeiten muss man mitunter lange anstehen, um einen freien Tisch auf der Terrasse im ersten Stock zu bekommen.

Familientreffpunkt im Grünen: der Pavillion Puebla

Sebastien Rande/ Studio Cui Cui

Der Ort, der einen vergessen lässt, dass man mitten in der Großstadt ist: die Terrasse des Pavillon Puebla mitten im Parc des Buttes Chaumont im Nordosten der Stadt. Jeden Sonntagnachmittag ist der Pavillon außerdem ein Familientreffpunkt mit Mal-, Bastel- und Schminkprogramm für die Kinder.

Bier, Boule und Baden: der Bassin de la Villette

imago/ PanoramiC

Auf den Schotterplätzen entlang des Ufers des Bassin de la Villette kann man nicht nur sehr nett picknicken, sondern auch Boule spielen. Kostenlose Leihkugeln gibt es in der Bar de l'Ourcq. Dort kann man sich auch gleich ein Bier vom Fass zum Mitnehmen bestellen. Wer lieber auf einer Terrasse sitzt: Mit ein bisschen Glück ergattert man im Pavillon des Canaux und der Paname Brewing Company einen Tisch. Wie bereits im vergangenen Jahr soll ab Juni in einem Teil des Bassins wieder ein Freibad eröffnet werden.

Streetfood-Schätze: der Marché des Enfants Rouges

Im oberen Teil des Marais, in der Mitte der Rue de Bretagne, liegt der Marché des Enfants Rouges, der älteste überdachte Markt von Paris. 1615 errichtet, verdankt er seinen Namen einem Waisenheim, das sich gleich nebenan befand und dessen Kinder an ihrer roten Uniform zu erkennen waren. Heute bekommt man hier nicht nur Obst- und Gemüse, sondern auch köstliches Streetfood: marokkanische Tajines, libanesische Mezze, hausgemachte Bio-Burger oder italienische Antipasti. Wer keinen freien Draußentisch am Markt findet, kann sich das Essen auch einpacken lassen und im nahe gelegenen Square du Temple picknicken.

insgesamt 2 Beiträge
bretone 16.05.2018
1. Na ja, ...
... die Pariser gehen in die hier zumeist überteuerten Lokale eher nicht. Und angesagt sind eben nicht die beliebten Plätze, in denen man zudem vor einer bestimmten Uhrzeit erscheinen muss, nur um einen Platz ergattern zu [...]
... die Pariser gehen in die hier zumeist überteuerten Lokale eher nicht. Und angesagt sind eben nicht die beliebten Plätze, in denen man zudem vor einer bestimmten Uhrzeit erscheinen muss, nur um einen Platz ergattern zu können, sondern eher diejenigen, die in keinem Reiseführer stehen, ebenso wie auf der Landstraße die bei Truckern berühmten Restos routiers gemeinhin nicht von Touristen angesteuert werden. Und Hand aufs Herz: auch wenn man in Frankreich überaus gern in einem Café die Zeit vergehen lässt, ist man hierzulande deutlich lieber bei Freunden oder Familienangehörigen zu Gast, geht bei schönem Wetter in einen Park und picknickt dort.
sofk 23.05.2018
2. The best:
Im Marais gibt mehrere Orten ähnlich wie das Schwedische Institut, mit Cafés/Restaurants in wunderschönen Hinterhöfen. Das Café der von centre Beaubourg ganz oben, zentraler geht nicht, und gratis. Ganz oben des Jardin de [...]
Im Marais gibt mehrere Orten ähnlich wie das Schwedische Institut, mit Cafés/Restaurants in wunderschönen Hinterhöfen. Das Café der von centre Beaubourg ganz oben, zentraler geht nicht, und gratis. Ganz oben des Jardin de Belleville - im 20. Arrondissement -- sieht man die ganze Stadt, kaum Touristen in einem der lebendigsten Viertel Paris Zentrums. Besser als Île Saint Louis ist die westliche Spitze der Île de la Cité, woher man z.a. den Louvre Palast sieht. Es gibt viele Möglichkeiten, in Paris im Grünen und in Ruhe zu sitzen, muss man herausfinden.
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