Reise

Hwange-Nationalpark in Simbabwe

Elefantenrunde

Seinen Swimmingpool im Somalisa Camp hat Beks Ndlovu aus Simbabwe nach der Eröffnung den Elefanten überlassen. Nur wenige Meter entfernt hat er für die Gäste einen neuen gebaut - mit besten Aussichten.

Fabian v. Poser / SRT
Mittwoch, 05.12.2018   09:56 Uhr

Anatomisch gesehen hat der Elefant mit dem Mensch mehr gemeinsam als mit manch anderem Tier. Und auch die Vorlieben beider Spezies scheinen sich zu ähneln. Im äußersten Westen Simbabwes, einem viele Monate des Jahres verdorrten Landstrich, geraten Mensch und Elefant an einem unerwarteten Ort in einen Interessenkonflikt: am Swimmingpool des Somalisa Camps

In der lichten Grassavanne des Hwange-Nationalparks, rund um das Camp, äsen Impala-Antilopen, Kudus, Springböcke, Büffel, Giraffen und Elefanten. Auch alle großen Raubkatzen finden sich hier. 2007 eröffnete der Simbabwer Beks Ndlovu auf einer Konzession im Park das Camp aus Canvas-Zelten, mit fließend Warm- und Kaltwasser, Aussichtsterrasse. Und mit einem Swimmingpool, der gerade in der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober für Abkühlung sorgen sollte.

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Safari-Camp im Simbabwe: Beste Aussichten

Seinen Pool musste Ndlovu indes schnell räumen. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung hatten Elefanten ihn übernommen. "Die Tiere ziehen wie der Mensch frisches Wasser vor. Je schlammiger die natürlichen Wasserstellen im Park in der Trockenzeit werden, desto mehr Elefanten treffen bei uns ein", sagt Ndlovu. Der Lodge-Betreiber überließ den Tieren den Pool schließlich. "Weil wir unsere Lodge auf ihrem Land gebaut haben."

Ein Bad mit Elefant

Mensch und Tier erfrischen sich seitdem allerdings nicht mehr im selben Wasser, das wäre zu gefährlich. Stattdessen baute Ndlovu ein neues Becken für seine Gäste - leicht erhöht, mit Blick auf den kaum acht Meter entfernten Elefantenpool. Nur wenn keine Gäste anwesend sind, steigt Ndlovu noch zu den Dickhäutern ins Wasser. Oft sind die Tiere nur wenige Zentimeter von ihm entfernt.

Beks Ndlovu ist in seinem Land die Ikone des Spurenlesens - und wahrscheinlich afrikaweit einer der gefragtesten Männer seines Fachs. Der Simbabwer begann als kleiner Junge vor dem Haus seiner Eltern. Stundenlang verfolgte er die Elefanten, die am Mangobaum vor dem Haus die reifen Früchte ernteten.

Als ihn mit zwölf Jahren ein befreundeter Ranger mit auf Pirsch nahm, war es um Ndlovu geschehen. Er wollte nur noch eins: Guide werden. Nach nur zweieinhalb Jahren, die meisten Auszubildenden brauchten dafür vier, machte er seinen Abschluss und heuerte bei einem Safari-Unternehmen an. 1997, Ndlovu war gerade 21, wählte ihn der simbabwische Jäger- und Safari-Führer-Verband zum besten Guide am Sambesi.

Ein Modell für das zukünftige Simbabwe

Bekannte, die er auf Safari kennengelernt hatte, waren es, die ihm 2007 das Geld gaben, um die Konzession für Somalisa zu erwerben. Mittlerweile besitzt der Unternehmer mehr als ein Dutzend Camps in Simbabwe, Botswana und Sambia, hat fast 400 Angestellte und eine Firma für Safari-Logistik mit eigener Fluggesellschaft.

Dabei waren die Umstände alles andere als günstig: Als der Despot Robert Mugabe im Jahr 2000 begann, weiße Farmer außer Landes zu jagen und ihren Besitz unter seinem Regierungsclan aufzuteilen, kam es zum Massenexodus. Neben der Landwirtschaft brach auch der Tourismus zusammen.

Doch Ndlovu hätte keinen besseren Moment wählen können, um im Tourismus Fuß zu fassen als in der absoluten Tiefphase. Seit der Absetzung Mugabes im November 2017 und den Präsidentschaftswahlen im Juli 2018 hoffen viele auch auf einen touristischen Aufschwung.

Der 41-Jährige ist stolz auf seinSafari-Imperium. Betritt man sein Büro in Victoria Falls, sieht man Schwarze und Weiße, Shona und die lange unterdrückten Ndebele einträchtig nebeneinander arbeiten - unter einem Ndebele. Ndlovus Unternehmen könnte so etwas wie ein Modell für das Simbabwe der Zukunft sein. Auch deshalb legen ihm viele Freunde nahe, eines Tages in die Politik zu gehen.

In seinen Camps findet man keinen Prunk, dafür rustikale Holzmöbel und stilvolles englisches Teegeschirr. Aber braucht es in diesem trockenen Landstrich wirklich einen Pool? "In Hwange wird es im Sommer sehr heiß, da ist es doch angenehm, sich abzukühlen", sagt Ndlovu. "Die Gäste erwarten das nicht, es ist eher eine Dreingabe."

Und was für eine: An einem einzigen Nachmittag in der Trockenzeit kommen und gehen an Ndlovus Pool bis zu 200 Elefanten, so hat der Simbabwer gezählt.

Somalisa Camp in Simbabwe

Anreise
Ab 1020 Euro zum Beispiel mit South African Airways (www.flysaa.com) von Berlin über Frankfurt und Johannesburg nach Victoria Falls.
Einreise
Das Visum wird bei der Einreise für umgerechnet etwa 26 Euro ausgestellt. Der Reisepass muss noch sechs Monate über das Datum der Ausreise hinaus gültig sein.
Reisezeit
In Simbabwe herrscht subtropisches Klima mit schwülen und heißen Südsommern (November bis März) und mit Trockenheit und angenehmen 25 Grad Tagestemperatur im Südwinter (April bis Oktober).
Übernachtung
African Bush Camps verfügt über 13 Camps in Simbabwe, Sambia und Botswana. Eine Übernachtung im Somalisa Camp im Hwange-Nationalpark kostet je nach Jahreszeit ab 430 Euro pro Person (www.africanbushcamps.com).
Gesundheit
In der Regenzeit zwischen November und März sollte man sich gegen Malaria schützen. Außerdem wichtig: Schutz gegen Hepatitis A und B. Auf Trinkwasserhygiene achten!
Weitere Auskünfte
Zimbabwe Tourism, www.zimbabwetourism.net; Botschaft der Republik Simbabwe, www.zimembassyberlin.com

Fabian von Poser, srt

insgesamt 3 Beiträge
touri 05.12.2018
1.
Ich hoffe das solche Beispiele Schule machen und irgendwann auch der letzte Wilderer erkennt, das er mit den Tieren mehr Geld machen kann wenn es Ihnen gut geht als wenn sie wegen ihrem Elfenbein abknallt.
Ich hoffe das solche Beispiele Schule machen und irgendwann auch der letzte Wilderer erkennt, das er mit den Tieren mehr Geld machen kann wenn es Ihnen gut geht als wenn sie wegen ihrem Elfenbein abknallt.
Celegorm 05.12.2018
2.
Das ist leider illusorisch, weil der Wilderer halt meist nicht äquivalent ist mit jenen, die vom Naturschutz profitieren. Letztere können zwar dazu beitragen, dass es der Region als Ganzes besser geht und damit die Wilderei [...]
Zitat von touriIch hoffe das solche Beispiele Schule machen und irgendwann auch der letzte Wilderer erkennt, das er mit den Tieren mehr Geld machen kann wenn es Ihnen gut geht als wenn sie wegen ihrem Elfenbein abknallt.
Das ist leider illusorisch, weil der Wilderer halt meist nicht äquivalent ist mit jenen, die vom Naturschutz profitieren. Letztere können zwar dazu beitragen, dass es der Region als Ganzes besser geht und damit die Wilderei aus Gelegenheit oder Not abnimmt, gegen die organisierte Wilderei hilft das leider aber nur bedingt. Letztlich ist es wie bei sonstiger Kriminalität: Diebstahl und Raub lassen sich zwar durch Armutsreduzierung und soziale Massnahmen stark reduzieren, gegen organisierte Banden, die von aussen her kommen, hilft das aber wenig. Im Gegenteil, je besser es da irgendwo läuft desto attraktiver wird die Gegend als Ziel..
Oskar ist der Beste 06.12.2018
3. Hwange National Park
ich bin in den letzten 5 Jahren 11 mal in dem Park gewesen und kann diesen Park und vor allem das Land uneingeschränkt empfehlen. Da es im Moment keinen Diesel gibt, müssen Selbstfahrer ausreichend Ersatzkanister mitnehmen und [...]
ich bin in den letzten 5 Jahren 11 mal in dem Park gewesen und kann diesen Park und vor allem das Land uneingeschränkt empfehlen. Da es im Moment keinen Diesel gibt, müssen Selbstfahrer ausreichend Ersatzkanister mitnehmen und auch auf Lebensmitteleinkauf vor Ort ist nicht zu zählen. Robins Camp is gerade renoviert worden, Sinemantella das wohl am schönsten gelegene Camp im südlichen Afrika (das ich kenne) und in Main camp hat man Hyänen und Leoporden nachts im Camp und tagsüber bis zu 15 Löwen keine 200 meter entfernt. In Hwange gibt es mittlerweile mehr als 600 Löwen. Und zu Zimbabwe: Da die Leute dort fast alle Abitur haben, ist der Bildungsstand sehr gut, es gibt kaum Kriminalität oder Drogenmißbrauch (was ja immer vor allem auch Gewaltkriminalität nach sich zieht). Das genannte Camp ist sehr schön, aber da muß man schon mehr Geld in die Hand nehmen. Als Selbstfahrer kommt man pro Tag mit Essen und Auto (entweder von Europcar in Johannesburg oder in Harare von einem Vorort Anbieter) und Park- und Campgebühren mit 100 EURO hin pro Person. Ich war zuletzt im Oktober dort (9 Tage und wir hatten 11 Löwenbegegnungen).
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