Reise

Reisetipps der Zeitung

Ostdeutschland ist für die "New York Times" keine Reise mehr wert

52 Wochen, 52 Ziele: Die "New York Times" hat ihre Reiseempfehlungen für das Jahr 2018 herausgegeben. Unter ihnen auch Ziele in Deutschland - aber nur im Westen. Mit einer klaren Begründung.

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Freitag, 12.01.2018   10:35 Uhr

Die Wellen rauschen an den Strand, die Sonne knallt, aber der eisgekühlte süße Saft der grünen Riesen-Kokosnuss sorgt zum Glück für Erfrischung. Die einzige Sorge ist, ob man schon als Alkoholiker zählt, wenn man an jedem Urlaubsabend ein Glas Wein trinkt und im Kalender steht genau ein Termin: nichts tun.

Höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, wohin der nächste Urlaub gehen soll. Wir haben das auch schon getan, hier zum Beispiel. Und auch die "New York Times" hat wieder ihr alljährliches Ranking veröffentlicht, in dem sie 52 Orte auf der Welt für das Jahr 2018 empfiehlt - für jede Woche des Jahres einen Urlaubsort.

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"New York Times"-Ranking: 52 Wochen, 52 Ziele

Die Zeitung sammelt für ihre Liste Vorschläge ihrer Korrespondenten und Reisereporter aus allen Teilen der Welt. Die Liste sei eine "ehrgeizige Vorschau darüber, welche Strände unberührt, welche von Stararchitekten entworfenen Museen ihren Computerdesigns gerecht und welche kulinarischen Schätze einen Flug wert sein werden", heißt es. Elf der 52 Ziele sind in Nordamerika.

Westdeutschland wird empfohlen - Ostdeutschland nicht erwähnt

In diesem Jahr mit dabei: Die westdeutschen Bundesländer. Auf Platz 23 listet die Zeitung Sehenswürdigkeiten in Westdeutschland, wie etwa die Höhlen- und Eiskunst in der Schwäbischen Alb oder das frisch renovierte Le Méridien Parkhotel in Frankfurt. Bemerkenswert seien auch schadstofffreie, mit Wasserstoff betriebene Züge in Niedersachsen, schreibt die Zeitung. Diese sollen den Diesel als Antriebsmittel auf den Schienen des Bundeslandes in den nächsten Jahren ersetzen.

Für Deutschlands Fortschrittlichkeit wurden als Belege auch der bis 2022 angepeilte Atomausstieg und die 2017 beschlossene Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare angeführt. Doch warum empfiehlt die Zeitung nicht ganz Deutschland, fragt man sich, denn auch im Osten gibt es mit der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz oder der Dresdner Staatsoper international bekannte und beliebte Reiseziele. Warum teilt die "New York Times" Deutschland wieder in zwei Hälften?

"Nirgendwo wird der Geist teutonischer Toleranz mehr gelebt als in den fortschrittlichen westlichen Staaten des Landes", lautet die sperrige Antwort. Ostdeutschland wird nicht erwähnt. Es folgt lediglich eine politische Einschätzung: Bei all der Fortschrittlichkeit könne der Rechtsruck der Bundestagswahl im September auch Rückschritte für Immigration und nachhaltige Technologien bringen.

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Reiseziele in Deutschland: Der Urlaub ganz nah

Von dieser kleinen Spitze abgesehen, bringt das Ranking einen ins Schwelgen: Soll es in die USA gehen, wo die "New York Times" gleich mehrere Ziele über das ganze Land verteilt empfiehlt? Unter ihnen auch die Nummer eins: Die Stadt New Orleans im Bundesstaat Louisiana, die in diesem Jahr 300 Jahre alt wird. Sie wird als "ultimativer Meltingpot" beschrieben, in dem sich die Fülle an Nationen und Kulturen in der Musik, im Essen und in der Sprache widerspiegelt.

Oder etwa nach Südamerika, wo man in Kolumbien nach einem halben Jahrhundert Bürgerkrieg mehr oder weniger frei reisen kann. Von dort hinunter durch Peru bis nach Chile, die patagonische Küste entlang, wo die neue "Route of Parks" ein riesiges Naturschutzgebiet mit 17 Nationalparks markiert.

Nach Südkorea vielleicht, wo im Februar die Olympischen Winterspiele in der Stadt Pyeongchang stattfinden? Oder in andere asiatische Länder, wie etwa die Inseln an der Südküste Kambodschas oder Bhutan, das neue Luxushotels und einen neuen Flughafen in der Hoffnung auf mehr Touristen errichtet hat.

Traumberuf: Reisereporterin für die "New York Times"

Doch was ist besser, als nur von Urlaub zu träumen? Ihn zu buchen. Und noch besser? Ein Jahr lang reisen - und auch noch dafür bezahlt werden. Ja, das gibt es wirklich: Die Journalistin Jada Yuan wird im Auftrag der "New York Times" alle 52 Reiseziele besuchen. Sie soll die Empfehlungen in konkrete Pläne für Reisende verwandeln und dabei auf Tipps der Leser zurückgreifen. Auf die Stelle bewarben sich mehr als 13.000 Interessenten.

Das schönste am Reisen seien für sie die Schlaglöcher, die man durchfährt - "nicht nur die auf der Straße, sondern vor allem die emotionalen", sagt Yuan, die in den vergangenen Jahren beim "New York Magazine" gearbeitet hat. "Ich will vor allem darüber schreiben, wie es ist, als Frau alleine um die Welt zu reisen. Ich will über Frauen schreiben", sagt sie.

Ihr erster Stopp werde New Orleans sein, hieß es. Es folgten dann Orte wie Cincinnati (Ohio), Baltimore (Maryland), Tanger in Marokko und europäische Städte wie Prag, Glasgow, Oslo und Sevilla.

Mit Material von dpa

insgesamt 69 Beiträge
claus7447 12.01.2018
1.
Nun, vielleicht ist der hohe Anteil von rassismus, fremdenfeindlichkeit und AfD Anteil ein Grund.
Nun, vielleicht ist der hohe Anteil von rassismus, fremdenfeindlichkeit und AfD Anteil ein Grund.
freigeist1964 12.01.2018
2. wer will schon in irgendwo hinfahren
wo einem latenter Auslaenderhass entgegensprint. Als Deutscher fahre ich auch nicht mehr in den Osten, denn mir ist es da zu braun.
wo einem latenter Auslaenderhass entgegensprint. Als Deutscher fahre ich auch nicht mehr in den Osten, denn mir ist es da zu braun.
markus_bergemann 12.01.2018
3. Verständlich
Es ist verständlich das die New York Times ihren Lesern keinen Besuch in Ostdeutschland empfiehlt, da kann man nämlich nicht sicher sein ob die Besucher wieder heil Zuhause ankommen.
Es ist verständlich das die New York Times ihren Lesern keinen Besuch in Ostdeutschland empfiehlt, da kann man nämlich nicht sicher sein ob die Besucher wieder heil Zuhause ankommen.
larsi79 12.01.2018
4. Was für Tipps...
Mal unabhängig davon, dass Ostdeutschland keine Erwähnung findet. Was sind das für Tipps? Wenn denen zu Deutschland nichts anderes als ein Hotel in Frankfurt und eine Eisenbahn in Niedersachsen einfällt, dann frage ich mich [...]
Mal unabhängig davon, dass Ostdeutschland keine Erwähnung findet. Was sind das für Tipps? Wenn denen zu Deutschland nichts anderes als ein Hotel in Frankfurt und eine Eisenbahn in Niedersachsen einfällt, dann frage ich mich was da überhaupt für Kriterien angelegt wurden. @freigeist1964 Haben Sie außer Ihrem belanglosen Post auch noch was Substanzielles beizutragen?
mr.motto 12.01.2018
5. wir können eben nicht anders außer Lederhosen
Freigeist1964, man merkt schon Ihnen ihre Arroganz und Unkenntnis über die Menschen im Osten an. Ja klar wir alle sind Nazis, wir alle leben im dunkel Deutschland. Im Westen sind nur die guten und im Osten die Deppen. Sie sind [...]
Freigeist1964, man merkt schon Ihnen ihre Arroganz und Unkenntnis über die Menschen im Osten an. Ja klar wir alle sind Nazis, wir alle leben im dunkel Deutschland. Im Westen sind nur die guten und im Osten die Deppen. Sie sind schon ein Freigeist, aber machen Sie sich nichts draus bei uns macht der Deutsche noch den Hundehaufen von der Straße weg, bei euch ist es immer noch der Türke der die Hilfsarbeiten verrichtet und in seinen zugewiesenen Wohngebieten leben muss. Mag sein hier bei uns, sind die Nazis und alle Beifallklatscher sehr offensichtlich und mögen auch aus ihrer Gesinnung keinen Hehl machen, dies ist schon schlimm genug. Doch ich habe im "Westen" leider die Erfahrung gemacht, es gibt einen Rassismus der freundlicher wirkt, nur ist es das selbe. Reiseziele gibt es zuhauf, fahren Sie mal nach Sachsen Anhalt oder Thüringen. Ja auch die Sachsen können genauso viel bieten, doch leider bieten wir keine Klischees wie es die Amis gewohnt sind, hier laufen die "Krauts nicht mit Lederhosen herum. Aber vielleicht werden wir im Osten noch eine Reiseziel für den guten alten Südstaatler, wo noch die wiesen unter sich sind und man sich nicht schämen muss Rassist zu sein. Das würde doch in Ihr Freigeist Weltbild passen!
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