DER SPIEGEL
Ausgabe
41/2017

Internetkriminalität

Dreister Betrug in Ihrem Namen

Die Masche ist simpel, der Ärger groß: Kriminelle bestellen im Netz unter falschem Namen - die Opfer werden damit gleich doppelt geschädigt.

STEFAN KIEFER / VISUM
Von Matthias Brendel
Mittwoch, 11.10.2017   17:52 Uhr

Das Opfer bemerkt meistens zu spät, dass es ein Opfer ist. Es hat nichts im Internet bestellt, jedenfalls nicht bei der Firma, die ihm ein Inkassoschreiben ins Haus schickt, und es hält die ganze Sache für ein Missverständnis.

Das ist fatal. Denn bestohlen werden immer zwei, wenn jemand unter falscher Identität im Internet etwas bestellt. Der Händler wird um seine Ware gebracht, der vermeintliche Empfänger um die Reputation seines Namens und ein Stück weit auch um seine Kreditwürdigkeit. Die Masche heißt unter Fachleuten Warenkreditbetrug im Internet, eine Straftat, die sich in Deutschland aufgrund des Onlinehandel-Booms und der Untätigkeit des Verbraucherministeriums zu einem Massendelikt entwickelt hat. Mehr als 52.000 Fälle hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. Die Zahl dieser Taten hat sich in zehn Jahren verdreifacht.

Die Menschen, deren realer Name für einen betrügerischen Kauf im Internet missbraucht wurde, ahnen selten, wie leicht sie dadurch ihre Reputation als gute Schuldner verlieren können. Denn liegt das Inkassoschreiben erst im Briefkasten, ist die Warnung vor dem vorgeblich säumigen Zahler bereits in den Dateien der Schufa und anderer Auskunfteien gelandet.

Der Betrug ist einfach. Die Täter benötigen lediglich einen realen Namen und den dazugehörigen Wohnort, das reicht vielen Onlinehändlern zur Identifikation.

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Heft 41/2017
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