Politik
Ausgabe
41/2017

Kanzlerkandidat Sebastian Kurz

Der Zocker

Sebastian Kurz könnte Österreichs neuer Kanzler werden. Er ist 31, konservativ, eitel, sehr geschickt. Aber hat er auch ein Programm?

Iris Kivisalu/DER SPIEGEL

Kanzlerkandidat Kurz: "Ich sag, was ich denk"

Von
Mittwoch, 11.10.2017   10:29 Uhr

Die Reisegesellschaft auf Flug OS 87 von Wien Richtung New York ist bunt gemischt: Zwischen plärrenden Babys und orthodoxen Juden mit Schläfenlocken führt im Gang ein Mann seinen Zwergpinscher Gassi.

Mittendrin im Getümmel, auf Fensterplatz 25A, sitzt Österreichs Außenminister Sebastian Kurz.

Er fliegt Economy auf eigenen Wunsch, auch jetzt, unterwegs zur Generalversammlung der Uno. Klaglos verstaut er seine Einssechsundachtzig im rückwärtigen Teil der Boeing 767. Zerkleinert mit Plastikbesteck sein Hühnchengericht, döst zwischendurch und schildert dann, auf Höhe der Südspitze Grönlands, seine Stimmungslage: Er findet, dass es derzeit verdammt gut für ihn laufe.

Am 15. Oktober wird in Österreich ein neues Parlament gewählt, und Kurz ist auf dem besten Weg, das Kanzleramt zu erobern.

"Wir haben jetzt 150.000 Unterstützer - die meisten waren nie zuvor auf einer Wahlveranstaltung", sagt er. "Und nun kommen da 4000 Leute unter dem Motto: 'Schauen, gesehen werden, dabei sein.'"

Erst im Juli zum Parteichef gewählt, hat der Außenminister das Kunststück vollbracht, die christsoziale Volkspartei (ÖVP) von Rang drei an die Spitze der Umfragen zu katapultieren. Bis zu zehn Prozentpunkte beträgt der Vorsprung auf die Sozialdemokraten um Kanzler Christian Kern sowie auf die Freiheitlichen von Heinz-Christian Strache, die zuvor lange in Front gelegen haben.

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Heft 41/2017
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