Politik
Ausgabe
7/2018

Neue US-Strategie in Afghanistan

Töten heißt das neue Erfolgsrezept

Früher ging es um Demokratisierung, Menschenrechte, Mädchenschulen. Heute geht nur noch darum, das Schlimmste zu verhindern. Ein Besuch bei den deutschen und amerikanischen Truppen in Camp Commando und Camp Marmal.

Konstantin von Hammerstein / DER SPIEGEL

Bundeswehrcamp in Masar-i-Scharif: "In Wahrheit haben wir keine Ahnung, was hier wirklich passiert"

Von und  
Dienstag, 13.02.2018   10:20 Uhr

Kurze Sicherheitsbelehrung. Wenn es knallt, und es hat erst neulich wieder geknallt, als die Taliban mit ihren Raketen fast den Hubschrauberlandeplatz getroffen hätten, wenn es also knallt, dann sofort zum nächsten Bunker laufen und abwarten. Wobei Bunker ein großes Wort ist für die grauen Betonklötze, die überall im Lager herumstehen und aussehen wie ein umgekipptes eckiges U. Im Innern zwei Bierbänke, ein paar Wasserflaschen und vor den offenen Seiten jeweils ein kleiner Betonklotz als Splitterschutz. Okay?

Der General nickt, seine Begleiter nicken, alles okay. Na dann kann es ja losgehen. Der Oberst, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, baut sich vor der großen Wandkarte auf, seine Hand fährt über die Plastikfolie mit den militärischen Symbolen, es ist ein wirres Bild. Die Lage in der nordafghanischen Provinz Kunduz scheint unübersichtlich zu sein.

Jörg Vollmer kennt das Terrain, der General hat zwei Einsätze als Kommandeur des Regionalkommandos Nord hinter sich, inzwischen ist er Inspekteur des Heeres und damit Chef von 60.000 Soldaten. Vollmer ist am Morgen mit seinem schwer bewaffneten Tross in zwei zivilen russischen Miethubschraubern die 90 Minuten von Masar-i-Scharif nach Kunduz geflogen. Es ging nicht anders, die Bundeswehrhelikopter waren mal wieder kaputt.

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