Politik
Ausgabe
6/2018

SPIEGEL-Gespräch mit neuen Grünen-Chefs Baerbock und Habeck

"Wir wären doch verrückt, wenn wir das Ganze nicht größer denken"

Wie links dürfen die Grünen noch sein? Hier sprechen die frisch gewählten Vorsitzenden Annalena Baerbock, 38, und Robert Habeck, 48, über ihre Pläne für die Partei.

Hannes Jung / DER SPIEGEL

Grünes Spitzenduo: "Wir müssen wieder raus auf die Straße und rein in die Gesellschaft"

Ein Interview von und
Dienstag, 06.02.2018   05:25 Uhr

SPIEGEL: Frau Baerbock, Herr Habeck, mit Ihnen haben die Grünen zwei Realos an die Spitze gewählt. Sind die Grünen noch eine linke Partei?

Baerbock: Ja klar. Die entscheidende Frage ist aber nicht, wo wir im Vergleich zu anderen stehen, sondern als Grüne selbst zu definieren: Was ist links im 21. Jahrhundert? Für uns heißt das, progressiv und emanzipatorisch zu sein, europäisch und weltoffen, ökologisch und sozial.

SPIEGEL: Sie haben die Grünen als progressive, liberale Kraft der linken Mitte beschrieben. Geht es noch beliebiger?

Habeck: Beliebig? Bei dem Rechtsdrift in Europa, der gerade abgeht, haben die Begriffe doch gerade wieder Bedeutung. Sie sind die Alternative zu rückwärtsgewandt, illiberal und nationalistisch. Unser Job ist es, für diese Alternative ein politisches und gesellschaftliches Angebot zu machen. Wir vereinen unterschiedliche Interessen, deswegen sind die Grünen eine anstrengende, aber eben auch die modernste Partei. Wir sind für Menschen da, bei denen es mal nicht so gut läuft. Da suchen wir die Gründe: Was ist los im Bildungssystem, wie kann das Aufstiegsversprechen neu ausbuchstabiert werden, was ist die Ursache von struktureller Armut? Das schließt klassische linke Positionen mit ein, geht aber weit über sie hinaus.

SPIEGEL: Die "linke Mitte", das sind doch fast alle, SPD, Union, wie wollen Sie sich da unterscheiden?

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