Politik
Ausgabe
32/2017

Hamburger Attentäter

"Der Terror wird hierherkommen"

Ahmad A. stach in Hamburg wahllos auf Menschen ein, verletzte fünf und tötete einen Mann. Recherchen von SPIEGEL TV und SPIEGEL zeigen: Es gab vor der Tat viele Hinweise auf seine Radikalisierung.

SPIEGEL TV

Asylsuchender Ahmad A.: "Ich glaube an gute Werte"

Von , , , , , Andrew Moussa und
Sonntag, 06.08.2017   08:58 Uhr

Am Ende will Ahmad A. noch etwas loswerden. Eigentlich ist schon alles gesagt. Es ist seine Asylanhörung, sie läuft seit knapp 90 Minuten, und nach einer sechsjährigen Odyssee quer durch Europa muss auch ihm an diesem 29. Juli 2015 klar sein: Das alles reicht nicht, um in Deutschland Asyl zu bekommen. Aber zwei Sätze noch, vielleicht helfen sie ja. "Ich möchte auch sagen, dass ich nie Probleme gemacht habe, weder in Norwegen noch in den anderen Ländern, in denen ich war. Sie können gerne nachfragen, um sich zu vergewissern."

Zwei Jahre später ist eines gewiss: Ahmad A. ist der Mann mit dem Messer auf der Straße in Hamburg-Barmbek. Der Mann, der am Freitag vor einer Woche auf fünf Menschen einsticht und einen von ihnen umbringt. Der Islamist, der Allah preist, während er wahllos töten will, mit einer 20 Zentimeter langen Klinge, die er in einem Edeka-Laden aus der Verpackung gerissen hat. Ahmad A. ist in zwei Jahren zu einem Problem geworden. Einem tödlichen.

Sonntag, 6. August 2017 um 22.50 Uhr, RTL

Die Bluttat von Hamburg riss Deutschland aus der Sommerruhe. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie trauere um "das Opfer der grausamen Attacke". Erneut treffe eine "schreckliche Attacke unsere Gesellschaft", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Den Begriff "Terroranschlag" vermieden beide. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob der in Saudi-Arabien geborene Palästinenser, der im Frühjahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, ein islamistisch motivierter Terrorist ist. Oder tötete er, weil er psychisch gestört ist?

Sonntag, 6. August 2017 um 22.50 Uhr, RTL

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Heft 32/2017
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insgesamt 2 Beiträge
Thunder79 06.08.2017
1. Ich denke, es macht Sinn,
darüber nachzudenken, was mit diesen Menschen los ist und warum die zu solchen Taten "getrieben" werden. Denn es sollte jedem klar sein: Jeder oder nahezu jeder Mensch kann ein Mörder sein, sei es im Krieg (lieber [...]
darüber nachzudenken, was mit diesen Menschen los ist und warum die zu solchen Taten "getrieben" werden. Denn es sollte jedem klar sein: Jeder oder nahezu jeder Mensch kann ein Mörder sein, sei es im Krieg (lieber schieße ich zuerst als mein Gegner) oder durch religiös motivierte Taten. Die meisten schieben solche Tagen gleich auf unsere Kanzlerin, sie hat ja angeblich alle ins Land geholt. Aber das ist der falsche Weg, zu hinterfragen wie man mit solchen Taten umgeht und noch wichtiger, wie man so etwas vermeiden kann. Denn die Vermischung der Kultur ist unausweichlich, wir müssen nur lernen, damit umzugehen, damit wir auch in Zukunft in Frieden leben können. Länder getrennt nach Rassen ist jedenfalls ein viel größeres Problem auf dieser viel zu kleinen Erde.
Gelbermatsch 06.08.2017
2.
Lieber SPON, ich finde es wirklich hervorragend, dass die Vorlesefunktion wieder da ist. Wenn das in Zukunft bei mehr Artikeln so ist, werde ich garantiert noch mehr SPON plus Artikel kaufen. Leider ist die Funktion in dieser Form [...]
Lieber SPON, ich finde es wirklich hervorragend, dass die Vorlesefunktion wieder da ist. Wenn das in Zukunft bei mehr Artikeln so ist, werde ich garantiert noch mehr SPON plus Artikel kaufen. Leider ist die Funktion in dieser Form noch nicht nutzbar. Es hakt ständig, auch mit gutem Wlan; man wird unvermittelt ganz aus der Aufnahme rausgeschmissen und kann dann nicht wieder an der alten Stelle weiterhören; es gibt keine Steuerungsfunktion, etc. Ich empfehle mal beim Economist zu schauen, wie die das gelöst haben.

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