Panorama
Ausgabe
47/2017

CDU-Politikerin Jenna Behrends

Sie nannten sie Maus

Vor einem Jahr beklagte die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends in einem offenen Brief die Frauenfeindlichkeit ihrer Partei. Wie ist es ihr seither ergangen?

Dominik Butzmann / DER SPIEGEL

Politikerin Behrends: Sprich nicht darüber, dann kannst du bei uns auch mitmachen

Von Britta Stuff
Montag, 20.11.2017   13:28 Uhr

Der Anfang

An einem Tag im Herbst 2016, sie ist gerade mal seit sechs Wochen berühmt, sagt Jenna Behrends, dass es nun genug sei. Man könne sich treffen, aber alles, was besprochen werde, müsse vertraulich bleiben. Nach diesem Treffen in einem Café in Berlin-Mitte, bei dem sie nichts sagt, was einem vertraulich vorkommt, schickt sie eine lange Mail, mit Bedingungen für diese Geschichte. Aus dieser Mail darf auch nicht zitiert werden, obwohl die Bedingungen ganz normal sind: Sie möchte ihre Zitate autorisieren, ihr Privatleben raushalten.

Wenn jemand so früh, direkt zu Beginn seiner Prominenz, so viel Wert auf Verschwiegenheit legt und dieser jemand nicht gerade CIA-Chef ist, ahnt man: Irgendwas lief schief.

Protokoll der Vorstandssitzung der CDU, Bernauer Straße, 11. Oktober 2016:

Es wird über das Wahlergebnis und die Debatte, die durch JBs Blog-Eintrag ausgelöst wurde, debattiert. Der Vorsitzende kritisiert den Blog-Beitrag und verweist auf das Kewenich-Papier, demzufolge derartige Angelegenheiten zunächst innerparteilich und nicht öffentlich diskutiert werden sollen. Er sei auch persönlich sehr enttäuscht. Allerdings anerkennt er, dass JB seit der Aussprache in der Kreisgeschäftsstelle am 26.09. von weiteren öffentlichen Beiträgen Abstand genommen hat.

Der Tag, an dem Jenna Behrends in die Öffentlichkeit trat

Der alleröffentlichste politische Ort Berlins ist das Restaurant Einstein, Unter den Linden. Hier gehen Politiker hin, wenn sie gesehen werden wollen, und so drehen alle, die hier sitzen, dauernd ihren Hals, wie Gänse im Gehege. Jenna Behrends schaut sich nicht um. Sie spricht so leise, dass man sie fast nicht hört. Sie ist inzwischen seit vier Monaten berühmt.

Behrends' Geschichte begann mit den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksversammlungen in Berlin.

Titelbild

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Heft 47/2017
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