Wissenschaft
Ausgabe
1/2018

Zerstörte Ufer, poröse Deiche

Hilfe, die Biberratten kommen

Weil sie Böschungen und Deiche zerstört, müsste die nach Deutschland eingeschleppte Biberratte konsequent bekämpft werden. Doch Tierfreunde wollen die Nager sogar füttern: Die seien doch so niedlich.

Frank Rum / Picture Alliance / DPA

Attraktion Biberratte: Sechs Euro "Schwanzprämie"

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Donnerstag, 04.01.2018   02:13 Uhr

Dem Städtchen Bad Vilbel in der hessischen Wetterau mangelt es nicht an Sehenswürdigkeiten. Malerisches Fachwerk gibt es, heilkräftige Mineralquellen und einen Kurpark mit historischer Wasserburg. Auf einen Publikumsliebling würde Claus-Günther Kunzmann, Leiter des Kulturfachbereichs und Intendant der alljährlichen Burgfestspiele, jedoch gern verzichten.

Die Attraktion hat Schnurrhaare, Schwimmhäute, orangefarbene Nagezähne und ist chronisch unterernährt - das jedenfalls scheinen Bürger und Touristen zu glauben. Warum sonst kippen sie Tag für Tag Futter ans Ufer der Nidda? Gepäppelt werden hier hausende Exemplare von Myocastor coypus, auch Nutria, Biberratte oder Sumpfbiber genannt.

"Die Leute verabreden sich sogar schon im Internet zum Nutriafüttern", klagt Kunzmann. Die Wiese zwischen Nidda und Burggraben, sagt er, gleiche dann einer Biomüllhalde. Salat und Karotten ("tütenweise!"), aber auch Brot und Pizzareste würden da kredenzt: "Manche Menschen müssen stundenlang zu Hause gestanden und Brot geschnitten haben."

Sumpfbiber sind Fluss- und Seenbewohner. Sie buddeln Gänge an den Ufern und fressen Schilf und Wasserpflanzen. Die Folge: Ufer und Böschungen werden porös und können wegsacken.

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