Wirtschaft
Ausgabe
20/2018

Dieselaffäre

Die Täuschungsmanöver der VW-Bosse

Die Anklage der US-Justiz gegen den früheren Chef Winterkorn erhöht den Druck auf Volkswagen. Doch der Konzern drückt sich weiter davor, Konsequenzen zu ziehen.

Manuel Balce Ceneta/ AP/ DPA

FBI-Ermittler Timothy Slater: Dieselbetrug reiche "bis an die Spitze des Unternehmens"

Von , , , , Armin Mahler und
Montag, 14.05.2018   18:18 Uhr

Ende April reiste der neue VW-Chef Herbert Diess zu einem Antrittsbesuch in die USA. In Atlanta empfing ihn ein freundlicher Herr Anfang siebzig, der stets elegante Anzüge trägt - und eine heikle Mission verfolgt: Larry Thompson ist eine Art Bewährungshelfer für Volkswagen. Im Auftrag des US-Justizministeriums überwacht er den Autohersteller aus Wolfsburg, um einen weiteren Dieselskandal zu verhindern.

Thompson erwartet von Vorstandschef Diess, dass der großen Worten wie "Integrität" und "Kulturwandel" endlich Taten folgen lässt. Nach Ansicht des US-Juristen hat Gesetzestreue bei den 640.000 VW-Mitarbeitern noch immer nicht die nötige Priorität. Auch fordert er mehr sichtbare personelle Konsequenzen.

Der Druck auf Diess ist gewaltig: Kann er die Forderungen des US-Aufpassers nicht erfüllen, hat VW ein Problem. Dann drohen dem Konzern weitere Ermittlungen in den USA, an deren Ende womöglich schmerzhafte Geldstrafen stehen.

Seit seinem Amtsantritt im April inszeniert sich Diess als Aufklärer. In Brandreden vor Führungskräften fordert er, VW müsse "ehrlicher, offener, wahrhaftiger" werden. Seinen Aktionären sagte der Vorstandsboss am vorvergangenen Donnerstag, der Konzern dürfe sich "nicht immer wieder angreifbar machen".

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