Politik
Ausgabe
7/2018

Ermittlungen zu Trumps Russlandkontakten

Die seltsame Rolle der Frau Kirsch

Ausgerechnet eine Deutsche spielt eine wichtige Rolle in den Ermittlungen zu den Russlandkontakten rund um Donald Trump. War sie die Strohfrau für illegales Lobbying in den USA?

AFP

Lobbyist Manafort

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Samstag, 10.02.2018   11:31 Uhr

Treffpunkt Berlin: Ina Kirsch sitzt im Café Einstein; im ersten Stock, weil hier meistens nicht viel los ist. Sie hat den Platz in der Ecke genommen, und ihr Blick sagt, was sie schon am Telefon gesagt hatte: dass sie dieses Treffen nicht wolle. Ein "Bringen-wir-es-hinter-uns"-Gesicht.

Kirsch ist knapp 50, sie trägt Rollkragenpulli, Jackett, Hose, Halbschuhe, alles in Schwarz. Als wollte sie lieber unsichtbar sein, wenigstens unscheinbar. Was vermutlich jeder gern wäre, der wie sie plötzlich ins Räderwerk einer Weltaffäre gerät. In die Ermittlungen zu den Russlandkontakten von Donald Trumps Team.

US-Sonderermittler Robert Mueller hat im Oktober eine Anklage gegen den früheren Wahlkampfchef des Präsidenten eingereicht. Auf den 31 Seiten "Vereinigte Staaten von Amerika gegen Paul J. Manafort" spielt die Deutsche eine wichtige Rolle für den Kernpunkt der Anklage: dass nämlich Manafort, verdeckt und deshalb illegal, in den USA Lobbyarbeit gemacht haben soll; für die ukrainische Regierung, bevor er ins Team von Trump einstieg.

Gleichzeitig besetzt Ina Kirsch damit aber auch eine Nebenrolle in einem Königsdrama - dem Kampf ums Weiße Haus. Denn die Anklage ist nur ein Ausschnitt aus einem größeren Bild. Sie soll Manafort so unter Druck setzen, dass er über andere Vorgänge auspackt. Da geht es um die Frage, ob das Trump-Team im Wahlkampf gemeinsame Sache mit der russischen Regierung gemacht haben könnte. Um Dinge also, die den Präsidenten das Amt kosten könnten.

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