Wirtschaft
Ausgabe
6/2018

Ex-Verfassungsrichterin zum Rentensystem

"Wenn selbst wir das nicht mehr kapieren, kann das kein Recht sein"

Die Ex-Verfassungsrichterin Renate Jaeger sagt, das Rentensystem sei rechtsstaatswidrig. Warum?

Bernd Friedel / Ecopix Fotoagentur
Ein Interview von und
Samstag, 03.02.2018   08:42 Uhr
Jescodenzel.com / DER SPIEGEL

Juristin Jaeger: "Die Rente mit 63 ist völliger Unsinn"

Renate Jaeger, 77, begann ihre Karriere als Sozialrichterin, später wurde sie Richterin am Bundesverfassungsgericht und am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Zuletzt war sie Ombudsfrau der Anwaltschaft. Vom ersten Tag ihres Berufslebens an hatte Jaeger mit Rentenfragen zu tun, im Verfassungsgericht saß sie lange in der für Rente zuständigen Kammer. Jaeger ist Mitglied der SPD.


SPIEGEL: Frau Jaeger, sind Sie froh, dass Sie eine staatliche Pension bekommen, nicht auf die gesetzliche Rente angewiesen sind?

Jaeger: Natürlich. Als ich 1968 anfing, habe ich nicht geglaubt, dass es die Pension noch geben wird, wenn ich in den Ruhestand gehe. Ich dachte, dass wir eine Bürgerversicherung bekommen, weil sich die finanzielle Kluft zwischen Pension und Rente, diese unterschiedliche Art, die Lebensleistung zu bewerten, politisch nicht durchhalten ließe.

SPIEGEL: Die neue Große Koalition hat sich nun auf ein Rentenpaket geeinigt, an den Pensionen aber nicht gerüttelt. Könnte diese Diskussion trotzdem nochmals Fahrt aufnehmen?

Jaeger: Die Beamten gehen da sofort mit ihren Berufsverbänden auf die Palme. Es ist schwierig, etwas zu ändern, weil die Altersrente oder die Pension die Antwort auf ein schon gelebtes Leben ist.

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