Sport
Ausgabe
6/2018

Fußballvereine

Ist es klug, AfD-Mitglieder auszugrenzen?

Vereine wie Eintracht Frankfurt oder der HSV möchten Mitglieder loswerden, die auch in der AfD sind. Sind solche Aktionen sinnvoll?

Anke Waelischmiller / Sven Simon / Picture Alliance

Fanproteste gegen die AfD in Köln 2017: "Nichts gelernt"

Von und
Mittwoch, 07.02.2018   04:57 Uhr

Seit Kay Gottschalk, 52, ein hohes Amt bei der AfD hat, sieht er sich häufig als Opfer. Vor dem Parteitag im Dezember brach eine Demonstrantin dem Bundestagsabgeordneten einen Handgelenksknochen. Mehr als über die Verletzung ärgerte sich Gottschalk darüber, dass sich "niemand über die Gewalt gegen uns aufregt".

Und nun der nächste Angriff, ausgerechnet von seinen Vereinskameraden des Hamburger SV - dessen Spiele er seit Jahren als Dauerkartenbesitzer verfolgt. Zur Mitgliederversammlung in zwei Wochen gibt es einen Antrag, AfDler wie Gottschalk aus dem Verein zu werfen. Der Bundesvize der Partei sieht darin Parallelen zur Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Einige HSV-Mitglieder "scheinen aus der Geschichte von 1933 bis '45 nichts gelernt zu haben", erregt sich der ehemalige Versicherungsmanager.

Der idiotische Vergleich zeigt, wie getroffen die AfD-Anhänger sind. Viele wähnen sich am Pranger, seitdem Vereinsfunktionäre fordern, Frauen und Männer von rechts auszuschließen. Am vergangenen Sonntag wurde der Präsident von Eintracht Frankfurt bei der Jahreshauptversammlung bejubelt, als er sein Credo wiederholte, Mitglieder der AfD den Zugang zum Bundesligisten zu verwehren.

Nur: Darf er das - rechtlich gesehen? Ist es gerecht? Vor allem: Ist es klug, AfD-Mitglieder auszugrenzen?

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