Kultur
Ausgabe
38/2017

Historiker

Was bleibt vom Kommunismus, Herr Koenen?

Der Historiker und Ex-Maoist Gerd Koenen hat die Ursprünge des Kommunismus untersucht und vergleicht sie mit Bewegungen von heute: den Autonomen, der Linkspartei und mit SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Markus Hintzen/DER SPIEGEL

Gerd Koenen

Ein Interview von und
Donnerstag, 21.09.2017   12:44 Uhr

SPIEGEL: Herr Koenen, als junger Mann waren Sie Kommunist, ein ziemlich extremer. In Ihrem Buch zitieren Sie nun Herta Müller: "Gestern wäre ich mir lieber nicht begegnet." Ist Ihr über tausend Seiten dickes Kommunismusbuch auch eine Spurensuche in eigener Sache, eine Suche nach Geistesverwandten in der Weltgeschichte?

Koenen: Als Kinder der Weltkriegskatastrophe lebten wir mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. An großartige Zukunftsgemälde kann ich mich gar nicht erinnern. Stattdessen lauerte der Faschismus wieder gleich um die Ecke. Mein Zitat drückt ein nachträgliches Erschrecken darüber aus, wohin es mich - zum Beispiel im Falle des Verbots unserer neokommunistischen Sekte 1977 - noch hätte treiben können. Das verbindet meine an sich ganz unbedeutende biografische Erfahrung mit dem großen Drama des Weltkommunismus im 20. Jahrhundert.

SPIEGEL: Die Sekte nannte sich Kommunistischer Bund Westdeutschland, KBW, und wurde letztlich nicht verboten. War der KBW die zeitgemäße, coole Form des Kommunismus in der Bundesrepublik der Siebzigerjahre?

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