Politik
Ausgabe
5/2018

Kapstadt

Der ersten Millionenmetropole geht das Wasser aus

Kapstadt in Südafrika zieht Massen von Touristen an. Doch nach verheerenden Dürrejahren zeigt sich: Das Wasser reicht nicht mehr für alle.

BOTHMA/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock
Von und
Mittwoch, 31.01.2018   16:59 Uhr

Schon frühmorgens rollen schwere Lastwagen durch die Straßen von Kapstadt, sie transportieren Erdbohrer, die so martialisch aussehen wie Geschütze. Ihr Einsatzgebiet liegt in den besseren Vierteln der Stadt, dort, wo überwiegend weiße Bürger wohnen. In deren Gärten arbeiten sich die Bohrköpfe tief in den felsigen Untergrund. Man hört die Geräte bis in die Abendstunden hinein unablässig rattern und knirschen und hämmern.

Es sind die ultimativen Waffen im Kampf gegen die schlimmste Dürre, die Kapstadt seit über hundert Jahren heimgesucht hat. Wer es sich leisten kann, lässt private Brunnen bohren, um unabhängig zu sein von der öffentlichen Wasserversorgung. Denn schon bald könnte der Worst Case eintreten und kein Tropfen mehr aus den Hähnen kommen: Nach drei Dürrejahren sind die Staudämme fast leer.

Die Stadtverwaltung hat den Day Zero, den "Tag null", auf den 12. April festgelegt und die drastischen Sparmaßnahmen verschärft, um die Katastrophe vielleicht doch noch zu verhindern: Seit Monaten darf jeder Kapstädter nur noch 87 Liter Wasser pro Tag verbrauchen, ab 1. Februar ist die Ration auf 50 Liter beschränkt.

"Wir haben den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt", erklärte Bürgermeisterin Patricia de Lille vorige Woche, und es klang schon fast verzweifelt. Seit 2011 ist die 66-jährige Politikerin im Amt, sie hat den Ernst der Lage sträflich unterschätzt.

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