Wissenschaft
Ausgabe
24/2017

Klimawandel

Das Rätsel der großen Schmelze

Das Meereis taut, die Gletscher schwinden - die Arktis erwärmt sich noch schneller als befürchtet. Deutsche Forscher wollen jetzt bei einer Expedition das Geheimnis lüften.

Frank Dietz / DER SPIEGEL

Forschungsflieger "Polar 5" auf Spitzbergen: Mit Sensoren gespickt

Von Marco Evers
Mittwoch, 14.06.2017   04:50 Uhr

Spitzbergen in der Arktis, ein zerklüftetes Inselreich aus Fels und Eis, 1300 Kilometer vor dem Nordpol. Kurz hinter dem 78. Breitengrad liegt Longyearbyen, das nördlichste Städtchen des Planeten. Etwa 2150 Seelen leben hier dauerhaft. Sie haben fast alles, was sie brauchen: einen Flughafen, Straßen, ein Kohlekraftwerk, ein Krankenhaus, einen Kindergarten, eine Universität, schnelles Internet und eine Brauerei.

Es gibt auch Restaurants, Hotels, einen Supermarkt, zwei Zeitungen und derzeit jeden Tag 24 Stunden lang pralles Tageslicht.

Nur eines fehlt: ein Friedhof. Für Erdgräber ist es hier im Permafrost zu kalt.

Doch das ändert sich. Die Jahresdurchschnittstemperatur der Luft in Longyearbyen liegt inzwischen bei minus 0,4 Grad Celsius. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es warm genug wird, Erde auszuheben. Oder bis die Stelzen, auf denen hier die Häuser stehen, im Matsch versinken.

Die globale Erwärmung mag anderswo abstrakt erscheinen, weit, weit weg, Spitzbergen aber ist der Ground Zero des Klimawandels. Hier schreitet er schneller voran als anderswo, hier zeigt sich früh, was die globale Erwärmung bedeuten kann. "Seit November 2010 ist jeder einzelne Monat außergewöhnlich warm", sagt Kim Holmén, Direktor am Norwegischen Polarinstitut. "Wir sehen Veränderungen, wo immer wir hinschauen."

Titelbild

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Heft 24/2017
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insgesamt 2 Beiträge
wanderer777 14.06.2017
1. Friedhof
Interessant der Hinweis, das es dort keinen Friedhof gibt. Nun hätte der interessierte Leser aber gerne gewusst, was dann mit den Leichen geschieht. Werden sie am örtlichen Kiosk abgelegt? Holt sie der Sperrmüll? Oder verbrennt [...]
Interessant der Hinweis, das es dort keinen Friedhof gibt. Nun hätte der interessierte Leser aber gerne gewusst, was dann mit den Leichen geschieht. Werden sie am örtlichen Kiosk abgelegt? Holt sie der Sperrmüll? Oder verbrennt man sie und trägt damit um so mehr zum Klimawandel bei? Fragen über Fragen...
Stefan_G 14.06.2017
2. zu #1
Auch in gemäßigten Breiten war und ist es nicht unüblich, Särge oder Urnen in Mauern zu bestatten. Speziell in großen Städten, in denen Friedhöfe flächenmäßig nicht erweitert werden können. Für Spitzbergen scheint [...]
Zitat von wanderer777Interessant der Hinweis, das es dort keinen Friedhof gibt. Nun hätte der interessierte Leser aber gerne gewusst, was dann mit den Leichen geschieht. Werden sie am örtlichen Kiosk abgelegt? Holt sie der Sperrmüll? Oder verbrennt man sie und trägt damit um so mehr zum Klimawandel bei? Fragen über Fragen...
Auch in gemäßigten Breiten war und ist es nicht unüblich, Särge oder Urnen in Mauern zu bestatten. Speziell in großen Städten, in denen Friedhöfe flächenmäßig nicht erweitert werden können. Für Spitzbergen scheint sich dieses "Problem" auch gerade zu lösen: Seit etwa 10 Jahren taut dort der Permafrost im Sommer bis zu einer Tiefe von ca. 1 m auf. Zur Beisetzung einer Urne allemal ausreichend.

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