Politik
Ausgabe
7/2018

Maike Kohl-Richter und Helmut Kohl

Sein Leben, ihr Leben

Maike Kohl-Richter will eine zentrale Rolle beim Gedenken an ihren verstorbenen Mann Helmut spielen. In einem Rechtsstreit wird deutlich, wie sie sein Wirken verklärt.

Luo Huanhuan / Xinhua / imago

Hinterbliebene Kohl-Richter am 1. Juli 2017 in Speyer: "Kampf um die Deutungshoheit"

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Samstag, 10.02.2018   08:39 Uhr

Maike Kohl-Richter, 53, drängt nicht in die Öffentlichkeit; selten gibt die Witwe Helmut Kohls Interviews. Dann allerdings erhebt sie Anspruch auf die "zentrale Rolle" beim Gedenken an den Altkanzler. Schließlich habe dieser sie zur "legitimen Alleinerbin und Ansprechpartnerin" bestimmt, wenn es um sein Lebenswerk gehe, erklärte sie kürzlich im "Stern". Nur: Was bedeutet das?

Gut sieben Monate sind seit dem Ableben des CDU-Granden vergangen, und immer noch ist unklar, wie sich seine zweite Ehefrau das Gedenken an Kohl vorstellt. Ihr gehören der umfangreiche Nachlass und das Haus in Oggersheim, das zu einem historischen Ort geworden ist. Als Zeitzeugin kann sie aus den letzten Jahren des Verstorbenen berichten wie kein anderer. Kohl-Forscher werden schwerlich an ihr vorbeikommen.

Aber hält sie unabhängige Aufklärung aus - etwa im Rahmen einer Bundesstiftung, wie sie der Bundestag für Kohls Vorgänger Helmut Schmidt beschlossen hat? Oder geht es ihr nur darum, den Ruhm ihres Mannes zu mehren? Liebevolle Nähe verträgt sich schließlich selten mit kritischer Distanz.

Rückschlüsse auf die Gedankenwelt der verschwiegenen Witwe, die ihren Bungalow mit etlichen großformatigen Kohl-Porträts dekoriert hat, ergeben sich nun erstmals aus einem Rechtsstreit Kohl-Richters gegen zwei Journalisten und einen Verlag.

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