DER SPIEGEL

IntegrationAnkaras Moscheen

Die Zweifel an der Unabhängigkeit der Ortsvereine der türkischen Moscheenvereinigung Ditib wachsen. "Alles ist auf eine zentrale Steuerung durch Ankaras Auftragsverwaltung in Köln und durch die Religionsattachés in Botschaften und Konsulaten ausgerichtet", sagt Volker Beck, Sprecher der Grünen im Bundestag für Religionspolitik. Die Ortsvereine kontrollierten weder ihre Imame, noch gehörten ihnen ihre Moscheegebäude. Das belegen Grundbucheinträge von zehn exemplarisch ausgewählten Ditib-Moscheen. In acht Fällen gehört das Grundstück der Ditib-Zentrale in Köln, in einem Fall der türkischen Regierung und in nur einem Fall dem Ortsverein selbst. Das sei zwar nicht rechtswidrig, allerdings seien die "wissenschaftlichen Gutachten zum Rechtsstatus der Ditib in den Ländern somit Makulatur", meint Beck. Hessen etwa hatte der Ditib den Status einer Religionsgemeinschaft zuerkannt, nachdem ein Gutachten dem Landesverband bescheinigt hatte, satzungsmäßig unabhängig zu sein. Ditib-Imame sollen für den türkischen Staat spioniert haben.
Von Csc, und Elg,

DER SPIEGEL 27/2017
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