DER SPIEGEL

RAUMFAHRTÄrger um Kometenmission

Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat sich bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa über das vorläufige Scheitern der Kometenmission "Rosetta" beschwert. Nachdem der Start der Raumsonde abgesagt worden war, schickte Bulmahn vergangenen Freitag einen erbosten Brief an Esa-Generaldirektor Antonio Rodotà: "Es überrascht mich", heißt es in dem Protestschreiben, "dass diese weit reichende Entscheidung ohne Rücksprache mit den an der Mission beteiligten Staaten getroffen wurde." Zudem stelle sich "die Frage, warum für eine so aufwendige und langfristige Mission kein technisch und finanziell fundiertes Alternativszenario vorbereitet war". Die Esa hatte den "Rosetta"-Start vergangene Woche wegen der technischen Probleme mit der Trägerrakete "Ariane 5" bis auf weiteres abgesagt. Damit kann die Raumsonde ihr ursprüngliches Ziel, den Kometen Wirtanen, nicht mehr erreichen. Nun müssen die Astrophysiker erst einmal nach einem Ersatzkometen Ausschau halten. Die beteiligten Staaten haben bereits 700 Millionen Euro in die Mission investiert.

DER SPIEGEL 4/2003
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