Wissenschaft
Ausgabe
3/2018

Tierarzt über die Schweinepest

"Ich sag's mal so lax: Alles abschießen"

Thomas Blaha ist Tierschützer und Veterinär. Um die Schweinepest zu stoppen, rät er zu radikalen Maßnahmen. Andernfalls drohten verheerende Folgen.

Hansjörg Hörseljau

Wildschweine in Polen: "Fairer Abwägungsprozess"

Ein Interview von
Freitag, 12.01.2018   18:52 Uhr

SPIEGEL: Vielerorts in Deutschland wird zur Jagd auf Schwarzwild aufgerufen. Was halten Sie als Tierschützer davon?

Blaha: Lassen wir den Tierschützer erst mal weg, von Haus aus bin ich ja Epidemiologe. Die Afrikanische Schweinepest kommt, wenn sie kommt, am wahrscheinlichsten über das Wildschwein. Sie kommt eher nicht, weil irgendein Mensch das Virus in den Stall trägt. Diese Gefahr der Übertragung ist geringer als bei der Klassischen Schweinepest, die bei uns in den Neunzigern wütete. Damals galt: Wenn ein infiziertes Tier sich in einem Stall an einen Menschen geschmiegt hat, dann konnte der noch 24 Stunden später andere Schweine anstecken. So übertrug sich die Seuche von Hof zu Hof.

SPIEGEL: Die Afrikanische Schweinepest ist also weniger ansteckend?

Blaha: Ja, zumindest auf dem eben beschriebenen Weg. Wir müssen unsere Präventionsmaßnahmen auf die Wildschweinpopulationen konzentrieren. In einer idealen Welt würde man an der Grenze zu Polen und zur Tschechischen Republik, wo die Seuche schon auftritt, die Wildschweine derartig bejagen, dass sie nicht über die Grenze kommen. Außer einer ferkelführenden Bache müsste man in einem Sicherheitsgürtel - ich sag's mal so lax - alles abschießen.

SPIEGEL: Aber würden Bache und Frischlinge dann nicht die Seuche einschleppen?

Titelbild

Aus dem SPIEGEL

Heft 3/2018
Im Zeitalter von Feuer und Zorn
 

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