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Vor 75 Jahren

Wie die Schlacht um Stalingrad verlief

Vor 75 Jahren war die Schlacht um Stalingrad entschieden. Eine Rekonstruktion.

DPA

Deutsche Soldaten beim Kampf um Stalingrad (undatiertes Archivbild)

Von Rainer Traub
Sonntag, 04.02.2018   07:53 Uhr

Die Schlacht um Stalingrad nimmt im kollektiven Gedächtnis eine Sonderstellung unter allen Kämpfen des Weltkriegs ein. Denn hier blieb im Herbst 1942 der unaufhaltsam scheinende Vormarsch der Deutschen stecken, und hier starb endgültig der Mythos deutscher Unbesiegbarkeit. So wurde Stalingrad, gut zwei Jahre vor der deutschen Kapitulation, als Menetekel des totalen Zusammenbruchs begriffen: "Deutschland wird einmal ein Stalingrad im Quadrat sein", ahnte Hitlers Artilleriegeneral Walther von Seydlitz nach dem grausigen Ende der 6. Armee.

Dabei schien noch wenige Monate zuvor einiges darauf hinzudeuten, dass den deutschen Streitkräften im zweiten Anlauf gelingen könnte, woran sie im ersten russischen Kriegswinter vor Moskau gescheitert waren. Die Rote Armee hatte im Jahr 1941 ungeheuer viele Soldaten durch Tod (2,5 Millionen) und Gefangenschaft (3,5 Millionen) verloren. Der ultimative Sieg über die schwer dezimierten sowjetischen Streitkräfte und die Nutzung der dabei erbeuteten Rohstoffe und Ressourcen zur Niederwerfung aller verbleibenden Gegner waren das erklärte Ziel der "Operation Blau".

Aus SPIEGEL GESCHICHTE 3/2010

So lautete der Deckname der zweiten deutschen Großoffensive, die im Sommer 1942 beginnen sollte. Bereits im Mai nahm die Wehrmacht in der Kesselschlacht von Charkow noch einmal 200.000 Rotarmisten gefangen und erbeutete massenhaft Material. Auch auf der Krim erlitten die sowjetischen Streitkräfte fürchterliche Verluste, 160.000 Männer starben. Hitler frohlockte, aber er war noch nicht am Ziel. Vor allem die Ölgebiete am Kaspischen Meer und im Kaukasus wollte der deutsche Diktator unbedingt erobern, um dem Treibstoffmangel der Angreifer abzuhelfen. Die entscheidende Sommeroffensive sollte nun folgen. Denn "wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme", hatte Hitler im Frühjahr geäußert, "dann muss ich diesen Krieg liquidieren".

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