Sport

1. FC Köln schickt offenen Brief an Ultras

"Das Verständnis ist aufgebraucht"

Von einer Anhängerschaft könne keine Rede mehr sein: Der 1. FC Köln hat seine Ultras in einem offenen Brief für tätliche Angriffe gegen Ordner und Fans des Vereins kritisiert - und fordert den Dialog.

DPA

Fans des 1. FC Köln

Mittwoch, 14.02.2018   18:27 Uhr

Das Verhältnis zwischen dem Bundesligisten 1. FC Köln und seinen Ultras spitzt sich zu. In einem offenen Brief richteten sich Präsidium, Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Beirat sowie Teile des Mitgliederrats des Tabellenletzten an die Ultras und wurden dabei sehr deutlich: "Das Verständnis nicht der Klubspitze, sondern vielmehr der Mitglieder, Fanklubs und Fans, die nicht dieser kleinen Gruppe angehören, ist aufgebraucht."

Der Verein beklagte "eine Kampagne gegen Mitarbeiter und den Vorstand des FC". So hieß es: "Ultra-Vertreter haben Mitarbeiter und Offizielle des FC zuletzt mehrfach beleidigt und bedroht. Ordner und sogar Fans, die sich nicht wie von den Ultras gewünscht verhalten, wurden tätlich angegriffen."

Auch der Teil der Ultras, die an diesen Zwischenfällen nicht beteiligt waren, wurde kritisiert. "Obwohl sowohl das Fehlverhalten als auch die Kampagne nur von einem Teil der Gruppen getragen wird, stellen die anderen Ultra-Gruppen ihre Solidarität mit diesen Ultras über den Zusammenhalt mit dem Klub und allen anderen Fans", hieß es in dem Schreiben.

Von einer vereinten Anhängerschaft könne keine Rede mehr sein, schrieb der Klub und forderte die Ultras auf, in den Dialog mit dem Verein zurückzukehren.

mru/sid

insgesamt 8 Beiträge
dr.joe.66 14.02.2018
1. na endlich, und vielen Dank!
Na endlich! Endlich spricht ein Verein mal Tacheles mit diesen Menschen, die ihren persönlichen Frust im Fußballstadion abbauen wollen. Fans möchte ich die bewusst nicht nennen. Ich hoffe, dass der 1. FC Köln denen glasklar [...]
Na endlich! Endlich spricht ein Verein mal Tacheles mit diesen Menschen, die ihren persönlichen Frust im Fußballstadion abbauen wollen. Fans möchte ich die bewusst nicht nennen. Ich hoffe, dass der 1. FC Köln denen glasklar gegenüber tritt. Ich finde es gut, dass der Verein den Dialog sucht und fordert. Wenn dabei aber nichts rauskommt (was ich erwarte), dann ist es Zeit, Stadionverbote, etc. einzusetzen. Verein, Spieler, Fans, niemand braucht diese Ultras. Die brauchen sich nur selbst, um sich von eigenen Defiziten abzulenken. Wenn die nicht mehr da sind, wird die Stimmung im Stadion nicht schlechter, sondern besser. Dem Fußball geht nichts verloren, wenn die Ultras wegbleiben. Ich hoffe, die Vereine gehen alle diesen Weg. Dem EffZeh wünsche ich, dass sie die Klasse halten! Ein Fußball-Fan, der außerdem noch Schalke-Fan ist!
radioactiveman80 14.02.2018
2. Für Ultras...
...werden Loyalität zu anderen Ultragruppierungen immer grösser sein als Verein, Mannschaft oder andere Fans. Der Brief wird daher (leider) wirkungslos verpuffen. Insofern befinden sich Vereine, deren Kern-Ultras auf die [...]
...werden Loyalität zu anderen Ultragruppierungen immer grösser sein als Verein, Mannschaft oder andere Fans. Der Brief wird daher (leider) wirkungslos verpuffen. Insofern befinden sich Vereine, deren Kern-Ultras auf die Barrikaden gehen, vor einem Dilemma: distanzieren sie sich offiziell, ist der Support sofort dahin, und vder harte Kern verselbstständigt sich und macht auch ausserhalb der Stadien Radau. Schauen sie weg, leidet der Ruf des Vereins immens und der Vorwurf des Inkaufnahme wird laut... das können nur die Fangruppen untereinander lösen. Ist leider so...
hplanghorst 14.02.2018
3. Rechtliche Schritte
Es ist mir nicht klar warum bei Bedrohumgen keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden. An Zeugen sollte es doch nicht mangeln und Ich setze voraus das es im Stadion Kameras gibt. Wo hakts?
Es ist mir nicht klar warum bei Bedrohumgen keine rechtlichen Schritte eingeleitet werden. An Zeugen sollte es doch nicht mangeln und Ich setze voraus das es im Stadion Kameras gibt. Wo hakts?
derhatschongelb 14.02.2018
4. Was denn für Support?
Das, was Ultras in erster Linie für sich in Anspruch nehmen, nämlich für Stimmung im Stadion zu sorgen, ist doch absurd. Ich kenne die Verhältnisse in Bremen und Pipi Langstrumpf-Melodien oder Hallo Westkurve, Hallo Ostkurve - [...]
Das, was Ultras in erster Linie für sich in Anspruch nehmen, nämlich für Stimmung im Stadion zu sorgen, ist doch absurd. Ich kenne die Verhältnisse in Bremen und Pipi Langstrumpf-Melodien oder Hallo Westkurve, Hallo Ostkurve - das hat doch mit einer Fußball-Stimmung nichts zu tun. Gegen Suttgart vor zwei Jahren, als die Ultras das Montagsspiel boykottierten, DA war gute Stimmung.
dt1700744 14.02.2018
5. Diese Gruppierungen wollen italienische Verhältnisse
Die Ultras sind der Meinung, dass ihnen die Tribünen gehören. Sie erwarten, dass alle anderen Zuschauer des Heimvereins ihnen "hörig" sind und das ist lächerlich. Das ist Größenwahn, in Italien geht das so weit, [...]
Die Ultras sind der Meinung, dass ihnen die Tribünen gehören. Sie erwarten, dass alle anderen Zuschauer des Heimvereins ihnen "hörig" sind und das ist lächerlich. Das ist Größenwahn, in Italien geht das so weit, dass die Ultras die Vereinsspitze erpressen - entweder umsonst Eintrittskarten oder Randale, siehe auch die rassistischen und antisemitischen Gesänge. Der FC Köln hat recht, wenn er nun massiv gegen die Störer vorgeht. Ich kann mich den anderen Forumsteilnehmern anschließen, alle Vereine müssen konsequent einschreiten, strafverfolgen, Stadionverbote aussprechen. Die Stimmung wird ohne die Krawallheinis nicht schlechter. Und schließlich: Nur noch personaliserte Eintrittskarten, dannn lassen sich die Straftäter leicht ermitteln, auch bei Auswärtsspielen.

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